Am Donnerstag ist der Hessische Kulturpreis verliehen worden – auch an Schriftsteller Navid Kermani. Lange sah es so aus, als würde ihm der Preis aberkannt, weil er die Kreuzestheologie öffentlich abgelehnt hatte. Nun entschuldigte sich Ministerpräsident Roland Koch dafür. Kermani selbst fand harte Worte für den Politiker.
Es sollte ein Abend im Zeichen des Dialogs der Religionen werden – tatsächlich bemühten sich die Preisträger des Hessischen Kulturpreises bei der Verleihung um Schadensbegrenzung. Ausgezeichnet wurden Vertreter der Weltreligionen: Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann, der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, der ehemalige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, und der Islamwissenschaftler und Schriftsteller Navid Kermani. Der Veranstaltung war eine Debatte um Kermani vorausgegangen. Der hatte die Kreuzestheologie in einem Aufsatz als „Gotteslästerung“ bezeichnet. Kardinal Lehmann und Steinacker lehnten es daraufhin ab, gemeinsam mit Kermani geehrt zu werden. Der hessische Ministerpräsident und Vorsitzende des Preiskuratoriums, Roland Koch, erkannte dem Islamwissenschaftler den Preis daraufhin vorübergehend ab.
Ellenwood/USA (RPO). Er wusste, dass er etwas falsch gemacht hatte. Darum hat der Täter nach einem Diebstahl in einer Kirche im US-Staat Georgia um Entschuldigung gebeten. Der unerkannt entkommene Dieb hinterließ eine auf die Wand gekritzelte Botschaft.
„Es tut mir leid, aber ich bin arm. Vergib mir, Gott“, stand and der Wand geschrieben. Nach Angaben des Pfarrers wurde bei dem Diebstahl am Wochenende teure Ausrüstung entwendet, darunter Mikrofons und ein Laptop. Der Dieb hatte auch den Safe aufgebrochen, aber der war leer.
Es war bereits das vierte Mal binnen zwei Jahren, dass die Kirche in Ellenwood südöstlich von Atlanta ausgeraubt wurde. Pfarrer Roger Davis witzelte, er denke darüber nach, selbst eine Botschaft zu hinterlassen und potenzielle Diebe aufzufordern, sie möchten statt eines Diebstahls lieber ihn anrufen. Die Kirche würde dann eine Kollekte für sie veranstalten.
Quelle: rp-online.de
Er wurde im kleinen rumänischen Ort Slatina geboren und schaffte in Paris den großen literarischen Durchbruch: Eugène Ionesco, einer der Begründer des „absurden Theaters“. Zu seinem 100. Geburtstag schreibt Ulrich Wickert über seinen Freund, der zeitlebens an Gott glauben wollte, aber es nicht konnte.
Er war ein Mann, der stets zwischen Witz und Angst schwankte. Schelmisch gelacht hat er, als er mir erzählte, weshalb alle glaubten, er sei drei Jahre jünger. Er war schon knapp über 40, als ihm der Durchbruch mit seinen beiden Einaktern „Die Kahle Sängerin“ und „Die Schulstunde“ gelang.
Da sagte ihm sein Freund, der Kritiker Jacques Lemarchand: „Für einen Autor der Avantgarde bist du zu alt.“ Deshalb machte sich Ionesco um drei Jahre jünger. So steht es heute noch in vielen Büchern. In den Achtzigerjahren hatte ich den Vater des absurden Theaters in Paris kennen gelernt. Und wir haben viele Gespräche geführt. Häufig über Gott, den er suchte. Aber nie fand. Einmal erlebte ich ihn wie gelähmt vor Angst. Er konnte nicht weitergehen.
Immer wieder überkamen ihn Momente der Verzweiflung. Einmal fragte er mich, ob ich an Gott glaubte, er schwieg, als ich es verneinte. Ob er daran glaube? Er zog tief Luft ein und sagte: „Ich bin einer von denen, die morgens im Bett liegen und beten: Lieber Gott, mach, dass ich an Dich glaube!“
Immer mehr Deutsche werden in Urnen beerdigt – besonders im Norden und Osten – Von Matthias Pankau.
München (kath.net/idea)
Die 80-jährige Frau kam vom Einkaufen. Auf dem Heimweg muss sie beim Überqueren der Straße ein Auto übersehen haben. Sie hatte keine Chance, war sofort tot. Da sie keine Kinder hatte, wurde wegen der Beerdigung der Neffe im Ruhrgebiet kontaktiert. Er entschied sich für die billigste Lösung: verbrennen und die Asche in die Ostsee streuen. Sie hätte auch neben ihrem Ehemann beerdigt werden können. Theoretisch. Denn er liegt bereits auf dem kirchlichen Friedhof in Krakow am See.
Ein klarer Trend
„Aber die Entscheidung des Neffen entspricht einem Trend,“ erklärt Karsten Krüger, „nämlich dem zur Bestattung ohne Sarg und Segen.“ Krüger ist Friedhofsverwalter. Er ist zuständig für die Friedhöfe in Krakow, Karow, Dobbin, Alt-Sammit und Linstow. Sie alle gehören zur Kirchgemeinde Krakow-Karow. Krüger ist dafür verantwortlich, dass die Friedhöfe in Ordnung sind. Er kümmert sich um alte und verfallene Gräber, harkt Laub, mäht den Rasen, ist Ansprechpartner für die Bestattungsunternehmen und bereitet die Kapellen für Trauerfeiern vor.
Er gehört zu denen, die Trends am Ende des Lebens als erste erkennen. Und eines kann er mit Sicherheit sagen: Die Sargbestattung – einst die gängigste Form der Beerdigung – hat sich in den letzten Jahren zur Ausnahme entwickelt. „Es ist mittlerweile Normalität, dass sich die Leute verbrennen und in einer Urne bestatten lassen.“ Gab es in der Kirchgemeinde Krakow-Karow 1993 noch 23 Sargbestattungen, waren es 2008 nur 14. Die Zahl der Urnenbestattungen stieg im gleichen Zeitraum von 13 auf 21. Diese Zahlen aus der mecklenburgischen Provinz lassen sich zwar nicht eins zu eins auf ganz Deutschland übertragen. Doch auch hier ist die Urne keinesfalls mehr die Ausnahme. Jüngste Erhebungen der Verbraucherinitiative Bestattungskultur (Königswinter) beziffern das Verhältnis von Erd- und Urnenbestattungen in Deutschland mit 52% zu 48% an. Zum Vergleich: 1994 lag das Verhältnis noch bei 68% zu 32%. Besonders im Norden und Osten nehme die Zahl der Urnenbestattungen stetig zu.
Scharfe Kritik an der rot-roten Koalition im Bundesland Brandenburg hat der dortige Ex-Innenminister Jörg Schönbohm: Aufgrund der Entchristlichung fehlt geistlicher Halt
Potsdam (kath.net/idea)
Scharfe Kritik an der rot-roten Koalition im Bundesland Brandenburg hat der dortige Ex-Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) geäußert. Mit alten SED-Kadern könne man keine neuen Fragen lösen, sagte er der Bild-Zeitung. Zwar gehörten Koalitionen zur Demokratie. „Aber dass bei der Linkspartei 20 Jahre nach dem Mauerfall so getan wird, als handle es sich um eine ganz normale Partei, verbittert mich schon.“ Durch manche Behörde wehe nach wie vor der „Geist der DDR“.
Einen Grund für den Wahlerfolg der Linkspartei sehe er in der im Osten verbreiteten Unkenntnis über das Unrechtsregime der DDR. Aus dem Schulunterricht werde das Thema bewusst herausgehalten, so Schönbohm. Viele Lehrer redeten ungern über die DDR oder verklärten sie, „weil sie damals systemnah waren“. Außerdem beobachte er, dass den Menschen aufgrund der Entchristlichung ein geistlicher Halt fehle, sagte der 72-jährige Politiker.
Stillosigkeit als Folge der Entbürgerlichung der DDR
Schönbohms kritisierte auch eine „verbreitete Stillosigkeit“ in den östlichen Bundesländern – „im Umgang wie bei der Kleidung“. Diese sei Folge der Entbürgerlichung der DDR. „Millionen, eine ganze Gesellschaftsschicht, war aus dem Land geflüchtet. Sie fehlten nicht nur der Wirtschaft, sondern auch als Vorbilder.“ Politiker von SPD und „Linke“ reagierten mit heftiger Kritik an dem Ex-Innenminister. Brandenburgs SPD-Generalsekretär Klaus Ness erklärte, Schönbohms Äußerungen zeigten, dass er „seinen Ekel vor den Ostdeutschen nicht mehr verbergen“ könne. Die Fraktionschefin der Linken im Landtag, Kerstin Kaiser, nannte Schönbohms Äußerungen nicht nur instinktlos, sondern „eines Politikers unwürdig, der zehn Jahre hier regiert hat“. Der frühere Bundeswehrgeneral Schönbohm war von 1999 bis 2009 Innenminister von Brandenburg.
Filmreif ist die monatelang dauernde Flucht eines Südtiroler Bankräubers in einer Kirche bei Ostia in der Nähe von Rom zu Ende gegangen. Wie die Carabinieri am Montag in Trient bekanntgaben, klickten für den 30-Jährigen bei einer Heiligen Messe die Handschellen. Auf seine Spur waren die Beamten durch abgehörte Telefonate gekommen.
Sieben Monate war der Mann auf der Flucht. Der Südtiroler war wegen eines Bankraubes im Jahr 1997 in Meran zu 25 Jahren verurteilt worden. Er hatte auf der Flucht einen 37 Jahre alten Carabiniere erschossen. Aus dem Gefängnis in Padua gelang ihm schließlich die Flucht.
Bei der Polizeiaktion war die Kirche umstellt worden. Vier Beamte in Zivil hätten sich neben den Flüchtigen in die Kirchenbank gesetzt. In einem günstigen Moment hätten sie ihn unter den Armen genommen und nach draußen gebracht. Der Bankräuber sei unbewaffnet gewesen und habe keinen Widerstand geleistet. Der Pfarrer und die Gläubigen hätten nichts von der Festnahme mitbekommen.
Da der Mann als gewaltbereit bekannt sei, sei man äußerst vorsichtig vorgegangen, wurde betont. Bei ihm wurden gefälschte Ausweise sichergestellt. Er wohnte bei drei Bekannten, die wegen Beihilfe zur Anzeige gebracht wurden. Dem Bankräuber selbst werden Flucht und Ausweisfälschung zur Last gelegt.
Geprüft wurde außerdem, ob zwei Banküberfälle im Nonstal in der Provinz Trient in der Zeit der Flucht auf das Konto des Mannes gehen. Es gebe allerdings keine Hinweise auf einen Zusammenhang.
Quelle: APA

Bei der letzten Volksbefragung in England, Wales und Nordirland regte Protest. E-Mails riefen dazu auf, als Religion Jedi anzugeben und sei es nur, um zu nerven. Bei 10.000 Jedis müssten die Behörden Jedi als Religion sogar offiziell anerkennen.
Das traf zwar nicht zu, wie das Innenministerium schnell klarstellte, doch als sich viele Briten dafür einsetzten, dass Jedi bereits bei der Befragung als Religion aufgeführt wird, gab das Ministerium nach, ohne jedoch damit eine neue Religion anzuerkennen. Bei der Befragung im Jahr 2001 bezeichneten sich immerhin 390.000 Teilnehmer als Jedi, das sind 0,7 Prozent der Bevölkerung. In zwei Orten wurden 2,6 Prozent erreicht, in den Universitäts-Städten Cambridge und Oxford 1,9 und 2 Prozent. Auch eine »Church of Jediism« wurde gegründet, die aber andere Religionen nur ergänzen will.
Deren Gründer Daniel Jones trägt, einem Jedi entsprechend, eine Robe – auch beim Einkaufen. Als er jedoch Mitte September dieses Jahres mit hochgezogener Kapuze einen Tesco-Supermarkt betreten wollte, wurde er aufgehalten und von drei Mitarbeitern umringt. Im Geschäft sei das Tragen von Kapuzen verboten. Als Jones erklärte, dass seine Religion das aber verlange und ihnen eine Visitenkarte der Kirche überreichte, wurde er des Geschäfts verwiesen. Man habe sich über ihn lustig gemacht, beklagte sich Jones, der sich auch offiziell beschwerte, wie Ananova meldet.
Tesco gab daraufhin eine eigene Erklärung heraus. Jedis dürften gerne bei Tesco einkaufen, aber dann bitte ohne Kapuze. Obi-Wan Kenobi, Yoda und Luke Skywalker wären auch ohne Kopfbedeckung gesehen worden, ohne gleich zur Dunklen Seite zu wechseln. Überhaupt hätte nur der Imperator niemals seine Kapuze abgelegt. Mit Kapuze entgingen den Jedis außerdem viele Sonderangebote. Jedi Jones und die Kirche entschieden sich nach dieser Mitteilung dafür, rechtliche Schritte wegen Diskriminierung einer Religion einzuleiten und sich Tesco weigere, sich dafür zu entschuldigen.
Quelle: gamestar.de
Glauben: Unter den befragten Deutschen glauben 48 Prozent an Gott, unter den Deutschtürken 92, unter den Türken 98 Prozent. An die Evolutionslehre glauben 61 Prozent der Deutschen, 27 Prozent der Deutschtürken und 22 Prozent der Türken.
Die Studie: Die privaten Institute Info und Liljeberg sind Spezialisten für die Stimmungen in der Türkei und unter deutschen Migranten. Unter den 1000 Befragten war je ein Drittel Türken in der Türkei, Deutschtürken und Deutsche. Die Telefonnummern von 500 000 Deutschtürken wurden durch die Suche nach türkischen Namen aus den 30 Millionen Telefonbucheinträgen in Deutschland jof
gewonnen.
Quelle: morgenpost.de
Schwerin – Zum ersten Mal bietet das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin im Vorfeld der diesjährigen Weihnachtsmärchenpremiere „Frau Holle“ eine Matinee am Sonnabendvormittag an. Zu Gast am Sonnabend, 21. November, um 11 Uhr im Konzertfoyer ist Erzbischof Dr. Werner Thissen aus Hamburg. Mit der Theaterpädagogin des Hauses, Christina Geißler, die in diesem Fall auch für die Dramaturgie der Inszenierung verantwortlich zeichnet, spricht er über Gemeinsamkeiten von Märchen und Religion.
Können Märchenbilder, ähnlich religiösen Weltentwürfen, dem Leben Orientierung verleihen? Welche religiösen Motive beinhaltet das im Jahre 2006 mit dem Preis für Deutschlands schönstes Märchen ausgezeichnete Märchen von „Frau Holle“? Und welche Bedeutung haben oft vorkommenden Gleichnisse in Märchen für den Menschen von heute?
Diesen und anderen Fragen stellt sich Dr. Werner Thissen, der seit dem Jahr 2003 Erzbischof von Hamburg ist und zudem Vorsitzender der Unterkommission Misereor bei der Deutschen Bischofskonferenz.
Das schon traditionelle Weihnachtsmärchen am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin erfreut sich von Jahr zu Jahr eines ständig wachsenden Zuspruchs – eine Bestätigung für die große Qualität der Inszenierungen, die als Chefsache seit Langem in der Hand von Schauspieldirektor Peter Dehler liegen: „Es ist einfach großartig, mitzuerleben, welche Faszination Theater schon auf die kleinsten Besucher ausüben kann. Und welche Freude ist es, Hunderte von glücklichen Kindern nach einer Vorstellung aus dem Theatersaal strömen zu sehen“. Zusammen mit dem Schauspielensemble bringt er in der Musik von John R. Carlson eigene Fassungen der beliebtesten Märchen auf die Bühne.
In diesem Jahr wird vom 29. November bis zum 20. Dezember in 38 Vorstellungen „Frau Holle“ ihre Betten im Großen Haus ausschütteln. 20 000 Karten von 24 000, die zur Verfügung stehen, sind bereits verkauft.
Quelle: In-online.de
Verschiedene Erklärungen für den Glauben an Gott
Von Ingeborg Breuer
Nahezu alle Gesellschaften zu allen Zeiten haben Gottesvorstellungen und religiöse Systeme entwickelt. Warum das so ist, beschäftigt nicht mehr länger nur Theologen, Philosophen oder Soziologen. Sondern auch die Naturwissenschaften interessieren sich mittlerweile für das Thema.
„Soweit man die Geschichte der Menschheit überblickt, kann man sagen, dass Religionen im weitesten Sinn, also auch Ahnen- und Geisterglaube, überall stark ausgeprägt sind. Und diese Universalität wird oft dafür ins Feld gezogen dafür, dass Religion nicht nur ein Kulturprodukt ist, sondern ein Merkmal des Menschen schlechthin sein könnte. Der Mensch als Homo Religiosus.“
Rüdiger Vaas, Wissenschaftsjournalist in Stuttgart, schrieb zusammen mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume in diesem Jahr das Buch „Gott, Gene und Gehirn“. Darin stellen sie fest, dass Religion ein zentraler Bestandteil aller menschlichen Kulturen ist. Es gibt nahezu keine religionslose Gesellschaft auf der Welt. Der Soziobiologe Edward O. Wilson hielt die „Anlage für religiösen Glauben“ deshalb auch für einen wahrscheinlich „unauslöschliche[n] Teil der menschlichen Natur“.
Doch diese Tatsache beschäftigt nicht länger nur Theologen, Philosophen oder Soziologen. Religion – oder genauer gesagt, Religiosität als Fähigkeit des Menschen, eine Religion zu haben – ist mittlerweile auch zu einem Forschungsfeld für Biologen, Neurologen und Psychologen geworden. Nüchtern fragen sie, was bei religiösen Menschen im Gehirn vorgeht. Fragen danach, welchen irdischen Nutzen Religion haben kann, obwohl sie doch mit all ihren Opfern, Kulten und Ritualen auf den ersten Blick als ein geradezu luxuriöses Unterfangen erscheint.
Von Sascha Lehnartz, welt.de
In Paris gilt immer noch ein Gesetz aus dem Jahr 1800. Das Ausland ist empört
Noch ist die Empörung über ein Gericht im Sudan nicht verklungen, das eine Frau wegen des Tragens einer Hose zu 40 Stockschlägen verurteilen wollte, da erreicht uns diese neue Kunde. Der Sudan hat einen Konkurrenten im Wettbewerb, wer in puncto Frauenrechte am weitesten hinter dem Mond lebt: Frankreich!
Ausgerechnet in Paris, so meldete die britische Zeitung „Telegraph“ empört, gelte noch ein Gesetz aus Revolutionszeiten, das es Frauen verbietet, Hosen zu tragen. Damit sei die französische Rechtsprechung in Modefragen „strenger als die Hardliner im Sudan“. Medien aus Ländern, die bislang nicht durch fortschrittliche Frauenbilder aufgefallen sind (Türkei, Russland, Iran), druckten die Meldung prompt nach. In Frankreich hingegen reagierte man nicht einmal mit Achselzucken. Obwohl ein Erlass vom 26. Brumaire des Revolutionsjahres IX (17.11.1800) tatsächlich bestimmt, dass Frauen, „die wünschen, sich wie Männer zu kleiden“, bei der Polizeipräfektur vorstellig werden müssen, um dafür eine Erlaubnis zu beantragen. Diese könne von einem „Gesundheitsoffizier“ erteilt werden.
1892 und 1909 wurden sanfte Nivellierungen verabschiedet. Seither ist es Frauen gestattet, beim Reiten und Radfahren Hosen zu tragen. Zum hundertsten Geburtstag der berühmten Hosenträgerin George Sand – sie hatte die polizeiliche Erlaubnis – fragte der UMP-Abgeordnete Jean-Yves Hugon im Jahr 2004 kritisch bei der Gleichstellungsstaatssekretärin nach, ob das Gesetz denn nun noch nötig sei. 2007 wies die feministische Juristin Eveline Pésier, ehemalige Gattin des Außenministers Bernard Kouchner, in einem Buch erneut darauf hin, dass die kuriose Regelung formal immer noch gelte. Doch offenbar hält der Gesetzgeber es für zu aufwendig, eine Regel abzuschaffen, an die sich ohnehin niemand mehr hält. Außer der einen oder anderen Vespa-Fahrerin, die mit wehendem Rock durch die Stadt knattert. Diese Art von Gesetzestreue wird von lebensfrohen Fundamentalisten in Paris weiterhin begrüßt.
Der Gründer eines bekannten Homosexuellen-Magazins in den USA und Vorkämpfer der „gay-rights“ fand zu Gott und änderte vor vier Jahren sein Leben.
Washington (kath.net/LifeSiteNews.com) Vor zwei Jahren hatte der Gründer eines Homosexuellen-Magazins in den USA (“Young Gay America“) und politischer Vorkämpfer für Homosexuellen-Rechte, Michael Glatze, öffentlich erklärt, sich – nach einem Jahrzehnt homosexuellen Lebens – von dieser Lebensform zu distanzieren, weil er Christ geworden sei. Nach schweren Angriffen von Seiten vieler Aktivisten zog er sich zurück, um sein Leben mehr zu reflektieren, und bestätigt nun – nach zwei Jahren Rückzug aus der Öffentlichkeit – seinen damaligen Schritt: Er sei nun „überaus glücklich und fähig zu einem sehr guten, normalen und gesunden Leben“.
Seit dem Alter von 20 empfand er sich selbst als homosexuell. Nach einem Jahrzehnt kamen ihm schließlich Zweifel; 2005 beendete er dieses Leben radikal und nannte es “falsch und unmoralisch”. 2007 ging er damit erstmals an die Öffentlichkeit und schrieb: „Homosexualität ist Tod, und ich wähle das Leben.“ Daraufhin sei er auf so heftige und bösartige Weise attackiert worden, dass er sich entschloss, „in sich zu gehen“ und nicht mehr zu publizieren. „Sie schrecken vor nichts zurück, um mich zum Zweifeln zu bringen an dem, was ich in meinem Leben erfahren habe“, schreibt er heute.
Seither habe er sich “auf Gott verlassen, auf Gott allein. Ich habe mit Freude ein ‚normales’ Leben geführt. Ich gehe in die Kirche. Ich habe mich mit Mädchen getroffen. Und ich verstehe immer tiefer die Verzweigungen der homosexuellen Sünde.“ Er erzählt von zahllosen Menschen, die ihm zustimmende E-Mails geschrieben haben, dass sie sich ebenso von der Homosexualität abgewandt hatten und nun ein glückliches Familienleben führten.
Viele sprechen auch deshalb wenig darüber, weil es so normal sei, so wie man sich eben nicht gedrängt fühle, laut hinauszuposaunen, dass Menschen Luft atmen. „Heterosexualität ist normale menschliche Sexualität, während Homosexualität eine Abirrung ist. Das sind offensichtliche Dinge. Erschütternd ist, wie erfolgreich Aktivisten darin waren, die Realität zu verschleiern.“
„Während die zornigen Medien weiterhin den Mythos verbreiten, dass Homosexualität nicht geheilt werden kann, möchte ich weiterhin die Botschaft der Wahrheit senden, in Gegensatz zu dieser Lüge, unterstützt durch das Faktum, dass ich seit 2007 und den Jahren davor weiterhin einfach immer glücklicher, zuversichtlicher und viel, viel gesünder geworden bin.“
18.11.2009 (GWUP) Das amerikanische Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf für neue Richtlinien zur Leistungserstattung der öffentlichen Krankenkassen veröffentlicht, wie die Chicago Tribune berichtet. Danach würden Geistheilen und Gesundbeten nicht mehr erstattet.
In den USA gibt es religiöse Gruppierungen, wie die „Christlichen Wissenschaftler“, die glauben, Krankheiten würden unter anderem durch Sünde ausgelöst, und der Glaube an Gott könne Krankheiten heilen. Dies könne auch durch Gebete von Freiwilligen, selbst aus der Ferne, geschehen. Solche an und für sich jedem frei stehenden religiösen Handlungen wurden bislang von Medicare, der öffentlichen Krankenversicherung für ältere Menschen, als Dienstleistungen im Gesundheitssektor erstattet.
Diese Praxis hatte zu heftiger Kritik von verschiedenen Seiten, beispielsweise von der „Atheist Alliance International“ (AAI), geführt. Diese Atheistenorganisation betrachtete die Bezahlung der frommen Wünsche als rausgeschmissenes Geld und sah hier einen Widerspruch zur amerikanischen Verfassung, in der die Trennung von Staat und Religion festgeschrieben ist. Der Gesetzentwurf wurde inzwischen vom Repräsentantenhaus gebilligt, nun wird darüber im Senat entschieden.
Holger von Rybinski, gwup.org

Das „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor hatte einen Schönheitsfehler – Von Horst Marquardt
Berlin (kath.net/idea)
Ein „Fest der Freiheit“ feierten führende Politiker aus Ost und West am 9. November in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte den Tag „eine wahrlich glückliche Stunde in der deutschen und der europäischen Geschichte“. Als die Mauer zerfiel, sagte sie, öffnete sich das „Tor der Freiheit“. „Ohne Freiheit keine Demokratie, ohne Freiheit keine Vielfalt, keine Toleranz und damit auch kein einiges Europa. Wir haben also allen Grund, dankbar auf die uns alle bewegenden Ereignisse vor 20 Jahren zurückzublicken.“ Das war eine notwendige Erinnerung. Zu viele Menschen in Ost und West sind inzwischen undankbar. Der Pessimismus vieler wirkte geradezu demotivierend. Die Kanzlerin schloss mit den Worten: „Wir haben es in der Hand, auch die Grenzen unserer Zeit zu überwinden, so wie es uns 1989 hier in dieser geteilten Stadt gelungen ist. Wenn wir daran glauben, werden wir es schaffen, angespornt von der Idee der Freiheit.“
Natürlich waren die engagierten Bürgerrechtler seinerzeit angespornt von der Sehnsucht nach Freiheit. In weiten Gebieten der damaligen DDR – allen voran in Leipzig und Plauen – war es aber nicht nur die Hoffnung auf Freiheit allein, sondern vor allem der Glaube, dass Gott die Bitte um einen friedlichen Wandel erhören möge.
Die Feiern am 9. November 2009 hatten dankenswerterweise mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg begonnen. An dieser Feier in einem Gotteshaus, das als Zentrum der friedlichen Revolution gilt, nahmen Bundespräsident Horst Köhler und die Kanzlerin teil. Doch in der großen Feier am Abend vor dem Brandenburger Tor sprach keiner der Redner davon, was Berlin und Deutschland der Gnade Gottes zu verdanken haben.
Lediglich US-Außenministerin Hillary Clinton erinnerte an die Kraft des Gebetes und daran, dass es Gott gewesen sei, der Menschen die Kraft gab, ihre Träume zu realisieren. Ich habe mit manchem gesprochen, der das Fest im Fernsehen verfolgte. Alle haben es bemerkt, dass nur die amerikanische Politikerin daran dachte, von Gott zu sprechen. Am Potsdamer Platz war es der Solidarnosc-Führer und frühere polnische Präsident Lech Walesa, der die geistliche Dimension des politischen Umbruchs erwähnte. Er erinnerte daran, was der aus Krakau stammende Papst Johannes Paul II. in der Kraft des Heiligen Geistes bewirken konnte. „Möge dieser Geist die Erde verändern“, sagte der Arbeiterführer. Hätten wir doch in Deutschland mehr Verantwortungsträger, die mit dem Heiligen Geist rechnen!
Ihr Leben wird anders, wenn Eltern ihr Kind verloren haben. Dem jähen Schmerz der Verlusts folgt eine Wunde der Trauer, die oft Jahre lang nicht vernarbt. Sie sollte nicht voreilig beschwichtigt oder totgeschwiegen werden. Oder doch, weil «das Leben weitergeht»?
Treffen uns grausame Schicksalsschläge, können wir in einen Strudel von Zorn, Verzweiflung, lähmendem Hoffnungsschwund geraten, der oft auch die Angehörigen hilflos macht. In unserer Gesellschaft wird «Früher Kindstod» tabuisiert, was die Einsamkeit der Betroffenen noch mehrt. So ist es gut, dass sich bei einer Tagung in Eichstätt Hebammen, Psychologen, Ärzte und Seelsorger dieser Thematik einfühlsam annahmen.
Geburt und Tod sind die Eckpfeiler unseres irdischen Lebens, Liebe und Trauer verbinden sie mitmenschlich. In den Tagen der fallenden Blätter, auch vor Gräbern, wird uns dies bewusster als sonst. Solches Bewusstwerden umgibt jeden Abschied von geliebten Menschen, ob jung verunglückt oder hochbetagt verstorben – oder schon kurz nach der Geburt dem Leben entrissen.
Noch vor zwei Jahrhunderten war früher Kindstod – oft zusammen mit dem Tod der Mutter – bei etwa einem Drittel aller Kinder die häufigste Todesursache überhaupt. Und doch galt die schwangere Frau sich und der Gesellschaft als «guter Hoffnung», während sie heute fragt: «Wird das Kind gesund sein?» Dieser Wandel hängt mit dem technischen Fortschritt und unserem entsprechenden Denken über viele Lebensbereiche zusammen, während Wurzelfragen durch gesellschaftliche Ablenkungen meist verdrängt oder ausgeblendet werden.
Over. Verkohlte Reethaufen türmen sich auf dem Boden der Kapelle am Alten Elbdeich. Löschwasserpfützen und Brandgeruch zeugen noch immer davon, dass es hier in der Nacht zum Montag kräftig gebrannt hat. Zum dritten Mal seit Palmsonntag im April 2003 hat, wie berichtet, ein unbekannter Brandstifter die Kapelle in Over im Landkreis Harburg, nur 3,5 Kilometer von der Hamburger Stadtgrenze entfernt, angezündet. Und wie vor sechseinhalb Jahren ist die 1952 erbaute Kapelle bis auf die Grundmauern abgebrannt.
Der Blick durch die verbrannten Dachbalken zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe: Der Dachstuhl ist komplett zerstört, auch der Glockenturm, die Glocke und die Empore. Die schönen Kunstfenster aus Bleiverglasung sind nur noch Schrott.
Von TOBIAS KINDEL
Um Himmels Willen, wie peinlich ist das denn? Da hat ein Pfarrer in Kamp-Lintfort doch glatt eine Beerdigung vergessen…
Rosa Pogoda († 72) sollte auf dem Waldfriedhof Dachsberg in Kamp-Lintfort beerdigt werden. 60 Trauergäste warteten in der Kapelle vor dem Sarg, die Orgel spielte schon. Doch dann passierte eine halbe Stunde lang gar nichts…
Pater Anton hatte die Beerdigung schlichtweg vergessen! Erst nach 30 Minuten kam ein anderer Pfarrer der St. Josef-Gemeinde. Wie kann so etwas nur passieren?
Der Sohn: „Wir hatten gehört, dass der Pater schon eine Beerdigung vergessen hatte. Deswegen haben wir eine Woche lang versucht, ihn zu erreichen, damit er uns den Termin bestätigt.“ Per Email, Fax und Anrufbeantworter soll die Familie versucht haben, den Pater zu erreichen. Ohne Erfolg! Pogoda: „Wir vertrauten darauf, dass die Beerdigung stattfinden kann. Die Gemeinde hat uns das bestätigt!“ Dann die Priester-Panne…
Eren Güvercin
Alan Posener ist Korrespondent für die Welt am Sonntag und war mit seinem Weblog Apocalypso und seinem Videoblog Blattkritik einer der einflussreichsten Blogger in Deutschland. Vor einigen Wochen ist sein neues Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“ erschienen. Posener arbeitete zunächst Lehrer, schrieb dann zahlreiche Monographien, z.B. über John Lennon, John F. Kennedy und über „Maria, die Mutter Jesu“. Eine Zeitlang schrieb Posener auch bei der Achse des Guten, wurde dann aber dort von Broder und Co. ausgeschlossen.
Herr Posener, warum hassen Sie die Kirche?
Alan Posener: Was für eine schwachsinnige Frage. Ich hasse die Kirche gar nicht. Ich stehe auf dem guten, alten preußischen Standpunkt, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll – der Christ, der Muslim, der Jude, der Atheist. Wer mich in Ruhe lässt, den lasse ich in Ruhe.
Sie sind ja bekannt für Ihre Frontalangriffe. In Ihrem neuen Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“ greifen Sie den Papst an. Ist Papst Benedikt ein Gegner von Demokratie und Aufklärung? Woran machen Sie es fest?
Alan Posener: Was Frontalangriffe angeht, so sind sie wohl besser als Dolchstöße in den Rücken, meinen Sie nicht auch? Ich greife den Papst an, weil er die Demokratie und plurale Gesellschaft angreift. Er diffamiert sie als „Diktatur des Relativismus“ und fordert nicht nur das Recht, etwa die Homosexualität als „objektive Ordnungsstörung im Aufbau der menschlichen Existenz“ zu verurteilen, sondern eine Art Wächterrat, der die Entscheidungen des demokratischen Staates auf ihre Übereinstimmung mit der Moral überprüfen soll – eine Forderung, bei der er sich mit den Pius-Brüdern und den Teheraner Mullahs einig weiß.
Ich greife den Papst an, weil er die Aufklärung angreift. Er sieht den „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, wie es Kant formulierte, als Verfallserscheinung an und fordert die „Reinigung der Vernunft“ durch den Glauben – was wiederum bedeutet: ich, Ratzinger, entscheide, was vernünftig ist und was nicht. Um es klar zu sagen: ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt: Homosexualität ist eine Sünde. Bittesehr, das sollen die schwulen Katholiken, von denen es gerade in der Priesterschaft jede Menge gibt, mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Das liegt auf der gleichen Linie wie das Verbot, Schweinefleisch zu essen bei Juden und Muslimen. So lange sie mir nicht verbieten, Schweinebraten und Schinken zu essen, ist es ihr Problem, wenn sie sich den Genuss entgehen lassen. Wenn aber gesagt würde, Schweinefleisch zu essen sei eine „objektive Ordnungsstörung“, dann habe ich ein Problem. Ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt, wir setzen den Glauben über die Vernunft. Bittesehr, das sollen die mündigen Katholiken mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Aber wenn er versucht, den Begriff Vernunft selbst so umzudeuten, dass er Glaube bedeutet, dann habe ich ein Problem.

Auszug aus dem Interwiev:
Die Religion spielt in Ihrem Film beim Neuanfang der Menschheit keine Rolle mehr . . .
Emmerich: Die entscheidende Frage im Film lautet: «Was sollte man bewahren?» Die klare Antwort heißt: Moral – und Religion hilft dir dabei gar nichts!
Quelle: ]http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1119771&kat=48]
Bargteheide (dpa/lno) – Ausgerechnet auf dem Gelände einer Kirche in Bargteheide (Kreis Stormarn) ist ein 13-jähriges Mädchen von einem unbekannten Mann angegriffen und unsittlich berührt worden. Wie die Polizei am Dienstag berichtete, war das Mädchen am Sonntagnachmittag gegen 17.00 Uhr nach einer Veranstaltung der Kirchengemeinde auf dem Weg zur nächsten Straße, wo sie von ihrem Vater abgeholt werden sollte. Plötzlich ergriff der Unbekannte das Mädchen von hinten, hielt ihr den Mund zu und berührte sie am Körper. Als eine Passantin den Mann und die 13-Jährige ansprach, gelang es dem Mädchen, sich zu befreien und wegzulaufen.
Von Arnold Schölzel
Mit Veranstaltungen der beiden größten christlichen Kirchen, Auftritten von Engeln auf Hausdächern, DDR-Bürgerrechtlern und Thomas Gottschalk feierte das offizielle Berlin am Montag sich selbst und seinen Sieg über die DDR. Am Abend fand am Brandenburger Tor ein Konzert statt, zu dem Zehntausende Besucher erwartet wurden. Zuvor sollte Polens Expräsident Lech Walesa am Reichstag den ersten von 1000 Dominosteinen aus Styropor anstoßen, die von internationalen Großbanken und Konzernen gesponsert wurden. Die umstürzenden Quader sollten die Grenzöffnung vom 9. November 1989 symbolisieren.
Deren unmittelbare Urheber in Politik und Behörden der DDR tauchten in den Einladungslisten nicht auf. Statt dessen entspann sich am Rande der Feierlichkeiten, zu denen Schulklassen für Winkspaliere beordert wurden, ein verschwörungstheoretischer Streit um jene Mächte, die seinerzeit die Öffnung der Schlagbäume veranlaßt hatten. Die knappste Erklärung lieferte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, während eines ökumenischen Gottesdienstes in der Berliner Gethsemane-Kirche. Er zitierte aus der Bibel, Psalm 18: »Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.« Das habe den Christen in der DDR stets Zuversicht gegeben. Den Ostdeutschen attestierte er ansonsten, sie seien »auf vielfache Weise von der alten Ideologie geschädigt«.
Läutet der Gong zur Reli-Stunde, wird die Klasse viergeteilt: In Katholiken, Protestanten, Muslime und Ethik-Schüler. Und die lernen Dinge, von dem die anderen nur eine Ahnung haben. Ob das dem interkulturellen Dialog so föderlich ist?
Von Frank Schuster
Schön und gut, dass sich die Evangelische Kirche Hessens dafür einsetzt, dass dem islamischen Religionsunterricht ein ähnlicher Status eingeräumt wird wie dem konfessionellen christlichen. Nur Islamkunde, dazu noch – weil wenig staatlich verankert – von Lehrern teils zwielichtiger Herkunft, ist eine Degradierung. Aber nützt dies dem gewünschten interkulturellen Dialog?
So wird es künftig auch weiterhin aussehen an Hessens Schulen: Läutet der Gong zur Reli-Stunde, wird die Klasse viergeteilt. Die Katholiken, Protestanten, Muslime und Ethik-Schüler verschwinden mit jeweils einem anderen Lehrer hinter verschlossenen Türen und lernen dort Dinge, von dem die anderen nur eine Ahnung haben. Auf dem Pausenhof brechen dann wieder die alten Vorurteile auf.
Die Evangelische Kirche bekundet zwar, dass man ja durchaus auch gemeinsame Unterrichtseinheiten gestalten könnte. Aber das, was schon bei anderen Fächern meist am Schulalltag scheitert, wird auch hier nicht funktionieren. Besser wäre ein konfessionsfreier Unterricht für alle mit Themen aus Religion, Philosophie und Ethik. Konfession – bitte nach der Schule, in Kirche oder Moschee.
Quelle: fr-online.de

Neues Buch eines Erlanger Professors stützt diese These
ERLANGEN – Wurde der französische Aufklärer René Descartes von der katholischen Kirche ermordet? Eine wahre Mord-Geschichte der ganz besonderen Art erzählt der Erlanger Philosophie-Professor Theodor Ebert in einem Buch, das den historischen Fall neu aufrollt.
Das Opfer der geschilderten bösen Tat ist der Philosoph René Descartes (1596–1650), der heute als der erste kritische und systematische Denker der Neuzeit gilt. Für Descartes ist ein jeder weise, der sich dem Getriebe der Welt zu entziehen versteht. Daher verlässt er selbst im Alter von 33 Jahren seine französische Heimat, um künftig sehr zurückgezogen in den Niederlanden zu leben. Als ihn dort 1649 die schmeichelhafte Einladung zu einem Aufenthalt am Hof der schwedischen Königin Christine erreicht, ist der introvertierte Denker offenbar zunächst geneigt, das Angebot abzulehnen. Doch schließlich siegt seine (von vielen Zeitgenossen bezeugte) Eitelkeit über seine Bedenken gegen die Welt der Mächtigen. Im Oktober 1649 trifft er in Stockholm ein, wo er im Haus des französischen Botschafters einquartiert wird.
Schlüsselfigur ist die Königin
In der FDP ist der Glaube längst kein Tabu mehr – Von Christoph Scholz (KNA)
Berlin (kath.net/KNA)
Für Beobachter war es eine Überraschung: Das ganze Kabinett legte den Amtseid mit dem Zusatz «so wahr mir Gott helfe» ab – also auch alle FDP-Minister. Der Koalitionsvertrag würdigt ausdrücklich den Beitrag der Kirchen für das Wertefundament des Staates. Dies sind auch Zeichen für ein gewandeltes Verhältnis der Liberalen zur Religion. Die traditionelle Distanz, ja kühle Zurückweisung ins rein Private ist einer Offenheit gewichen. Für Parteichef Guido Westerwelle hat sich eben «mancher gesellschaftliche Konflikt überlebt». Als gläubiger Christ gehe er «aus Überzeugung» zur Kirche, bekannte der Außenminister unlängst.
Beim Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen sowie auf dem Katholikentag 2008 in Osnabrück luden die Liberalen zum Empfang. Das Verhältnis zu den Kirchen gestalte sich inzwischen «intensiv kooperationsorientiert», meint der kirchen- und religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann. 2005 kam er als erster Vertreter der Liberalen in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
von Rudolf Kipp
Jetzt hat ein britisches Gericht bestätigt, was viele Kritiker der These der menschengemachten globalen Erwärmung schon länger vermutet hatten. Der Glaube an den Klimawandel ist dem Glauben an Religion gleichzusetzen. Zu dem Urteil kam es weil Tim Nicholson, ehemaliger beauftragter für Nachhaltigkeit bei Grainger plc, einer großen Immobilienfirma, im Juli letzten Jahres unter anderem wegen seiner Weigerung mit dem Flugzeug zu reisen entlassen worden war.
Nicholson klagte gegen die Firma und argumentierte, Grund für seine Entlassung wäre sein “philosophischer Glaube an den Klimawandel und die Umwelt”. Grainger plc auf der anderen Seite führte an, grüne Ansichten wären politisch und im Gegensatz zu philosophischen und religiösen Überzeugungen auf wissenschaftlichen Fakten basiert.
Das sah das Gericht offensichtlich anders. Der Richter Michael Burton, der seinerzeit 9 Unwahrheiten in Al Gores Kampagnenfilm gerichtlich feststellen ließ, folgte der Argumentation von Nicholson. Burton in seinem Urteil:
“Der Glaube an den Menschengemachten Klimawandel … ist im Stande, wenn er wahrhaftig ist, als philosophischer Glaube im Sinne der 2003 Regularien für Religion und Glauben zu gelten”
“a belief in man-made climate change … is capable, if genuinely held, of being a philosophical belief for the purpose of the 2003 Religion and Belief Regulations”
Das Gesetz war 2003 erlassen worden, um Angestellte vor Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von religiösen oder philosophischen Überzeugungen zu schützen. Und eine dieser schützenswerten Überzeugungen ist nach neuester Rechtsauffassung nun auch der Glaube an den Klimawandel.
Telgraph: Climate change belief given same legal status as religion
Zuerst erschienen im Science Skeptical Blog
Quelle: [http://www.readers-edition.de/2009/11/04/britisches-gericht-setzt-glauben-an-klimawandel-mit-religion-gleich/]
von Maja Hornik
Mit 14 Jahren schaffte Joss Stone den Durchbruch als Soul-Sängerin. Soeben hat die 22-jährige Britin ihr viertes Album «Colour Me Free» veröffentlicht. 20 Minuten traf die Grammy-Gewinnerin in Köln.
Mit ihrem mittlerweile vierten Album «Coulour Me Free» beweist Joss Stone einmal mehr, dass man nicht zwingend ein alter Hase sein muss, um guten Soul zu machen. Anders als beim Vorgängeralbum «Introducing …» verfällt die 22-Jährige kaum dem fein produzierten Pop und fährt diesmal souverän ihre eigene Schiene – und zwar mit vollmundigem Soul zum Dahinschmelzen. Damit schafft es das Album in den USA bis in die Top 10.
Du singst seit sechs Jahren auf den ganz grossen Bühnen, aber über dein Privatleben weiss man so gut wie nichts. Weshalb?
Joss Stone: Weil ich abgeschottet ausserhalb Londons lebe und ich nicht permanent in Clubs gehe und Celebritys date.
Klingt nicht nach einer typischen erfolgreichen Musikerin …
Ich bin in Wahrheit ziemlich langweilig. Das einzig Aufregende ist, dass ich rauche.
Joss, bist du religiös?
Um Gottes Willen, nein! Ich würde mich eher als spirituell bezeichnen.
Aber in deinem neuen Song «You Got the Love» singst du über Gott.
Ich glaube an einen Gott, der über uns wacht. Mit der Institution Kirche weiss ich aber nichts anzufangen.
Ganz im Gegenteil zu unserer Miss Schweiz. Sie ist sehr traditionell.
Inwiefern traditionell?
Linda Fäh träumt von einer Zukunft als Hausfrau und spricht nicht über Sex.
Was für ein Quatsch ist das denn? Gott hat uns den Sex und die Emanzipation geschenkt. Endlich haben wir Frauen die Möglichkeit, uns in jeglicher Hinsicht zu entfalten!
Quelle: 20min.ch
Für den Schauspieler Mario Adorf dagegen ist mit dem Tod alles aus. „Ich glaube an die Endgültigkeit des Seins.“
Prominente geben in der „Bunten“Antwort auf die wichtigste Frage des Lebens
München (kath.net/idea)
Was kommt nach dem Tod? Dieser Frage geht die Zeitschrift „Bunte“ (München) in ihrer aktuellen Ausgabe vom 29. Oktober nach und befragt dazu einige Prominente. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) beispielsweise sieht den Tod nur als einen Übergang. „Wir werden vor einer höheren Instanz verantworten, wie wir gelebt haben.“
Der TV-Produzent Nico Hofmann ist der Ansicht, dass es eine „allumfassende göttliche Liebe“ gibt, die auch im Jenseits eine Rolle spielt. Und die Fernsehmoderatorin Nina Ruge wertet den Tod als eine „Heimkehr dorthin, woher wir alle gekommen sind: ins Licht, in die Fülle, zu etwas, das in uns ist und so viel größer als wir – zu Gott.“ Der Skandal-Rapper Bushido – der aus einem muslimischen Hintergrund kommt – sagt: „Ich vertraue Gott und das Paradies wird das Schönste sein von allem bisher Erlebten und Dagewesenen.“ Er glaube, dass man dort die Menschen wiedertreffe, die man geliebt hat und die vor einem gestorben sind.
Für den Schauspieler Mario Adorf dagegen ist mit dem Tod alles aus. „Ich glaube an die Endgültigkeit des Seins.“ Ebenso sehen es der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und die TV-Moderatorin Sonya Kraus. Der Modedesigner Wolfgang Joop bezeichnet das jetzige Leben bereits als „ständiges Wiedergeboren-Werden“. Was nach dem Tod komme, darüber mache er sich keine Gedanken.
Hof/Saale (dpa) – Auf die Frage «Was ist die Hölle» gibt es viele Antworten. Sie reichen von der flapsigen Bemerkung «Kein Bier» bis zu todernsten Themen wie den Holocaust. In seinem neuesten Film «Rosas Höllenfahrt» sucht Rosa von Praunheim seine persönliche Antwort zur Geschichte der Hölle.
Der intensiv recherchierte Dokumentarfilm gibt einen tiefgründigen Einblick in die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedensten Religionen zum Thema. Nach der bemerkenswerten Premiere bei den 43. Internationalen Filmtagen wird «Rosas Höllenfahrt» von diesem Donnerstag (5. November) an bundesweit in den Kinos zu sehen sein.
«Nur wer in der Hölle war, kommt in den Himmel», stimmt der 66- Jährige das Premierenpublikum auf seinen 90-Minuten-Film ein. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema reicht zurück bin in seine Jugend. Als Messdiener erlebte er, wie strenge Priester in den 50er Jahren von der Kanzel massiv mit Höllenstrafen drohten. Als Homosexueller tritt er mit 19 Jahren aus der katholischen Kirche aus. «Ich war ja nun ein Verdammter, und Schwule landeten unweigerlich in der Hölle.»