Ein französisches Gericht hat öffentliche Zuschüsse für die jahrhundertealte Tradition von Reliquien-Prozessionen in der Region Limousin für ungesetzlich erklärt
Paris (kath.net/KNA)
Ein französisches Gericht hat öffentliche Zuschüsse für die jahrhundertealte Tradition von Reliquien-Prozessionen in der Region Limousin für ungesetzlich erklärt. Damit werde gegen die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Kirche und Staat verstoßen, urteilten Richter in Limoges, wie französische Zeitungen am Dienstag berichteten. Die alle sieben Jahren in mehreren Gemeinden stattfindenden Prozessionen gehen auf das 10. Jahrhundert zurück.
Stammt aus Willich: Pfarrer Georg Kerkhoff ging 2007 nach Johannesburg in Südafrika.
Ein Pfarrer aus dem Bistum Aachen steht im Verdacht, Ministranten belästigt zu haben. Nun droht ihm in Südafrika ein Prozess wegen Missbrauchs. Hat die Kirche zu lange weggeschaut?
Es sollte ein fröhlicher Wochenendausflug werden, nicht weit von Johannesburg in der Nähe eines Sees und von Bergen. Mit Grillen, Pfarrer und vor allem viel Gemeinschaftserlebnis. Am Ende war es ein Alptraum, den die Kommunionskinder der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Johannesburg im Februar 2008 bei einer kirchlichen Freizeit erlebten. Nach der Rückkehr berichteten die Kindern ihren Eltern, was sich nachts im Schlafsaal offenbar mit dem Pfarrer abgespielt hatte. Der Priester habe sich zu ihnen in die Betten gedrängt, sie hätten Angst bekommen und geweint, hätten sich verstecken wollen und fliehen. Als das nicht gelungen sei, hätten sie gemeinsam versucht, den Geistlichen aus dem Bett eines Neunjhrigen herauszuziehen. “Der war so stark, wir konnten den Jungen kaum befreien.” Die entsetzten Eltern schalteten die Polizei ein, die Staatsanwaltschaft in Südafrika übernahm die Ermittlungen. Ende Januar soll über die Anklageerhebung zum Prozess gegen den deutschen Priester Georg K., der seit 2007 die Exilgemeinde in Johannesburg betreut, entschieden werden. Ihm wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Die Kirche hat den Mann vorläufig vom Amt suspendiert, die Erstkommunion fand ohne ihn statt. Die deutschsprachige Gemeinde mit ihren 4000 Mitgliedern droht zu zerfallen, nur noch wenige kommen in die Gottesdienste. Zwar schickte die Deutsche Bischofskonferenz, die für Pfarrer in der Auslandsseelsorge zuständig ist, einen Beauftragten nach Johannesburg, um die Wogen zu glätten. Doch der warnte die Eltern vor allem davor, öffentlich über den Fall zu reden. Das könne strafrechtliche Konsequenzen haben. Auch der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, als Vorsitzender der Bischofskonferenz derzeit Deutschlands oberster Katholik, schien die Sache nicht allzu wichtig zu nehmen. Einen Brief der betroffenen Eltern ließ er von einem Mitarbeiter beantworten. Erst im Falle der Verurteilung könne man Hilfe anbieten. Das Verhalten der deutschen Kirchenfunktionäre habe die Eltern “sehr wütend gemacht”, sagt Polizeiermittler Morris. Die auffallende Zurückhaltung der katholischen Amtskirche hat womöglich einen besonderen Hintergrund. Je mehr Details des Falls bekannt werden, desto dringlicher wird die Frage nach der Verantwortung der Diözese Aachen, des Heimatbistums von Georg K. In seinen deutschen Gemeinden am Niederrhein war Pfarrer Georg K. schon mehrfach aufgefallen, weil er minderjährige Ministranten in seine private Sauna oder zu Feiern ins Pfarrhaus eingeladen hatte und mit Halbwüchsigen allein auf Reisen ging. Strafrechtlich lag gegen den Kirchenmann zwar nichts vor, aber in der Gemeinde wurde schon lange über den Priester und die kleinen Jungs getuschelt.
Als Leitsatz für 2010 hat der Bischof einen Satz aus der Offenbarung des Johannes gewählt: „Komm Herr Jesus – Maranatha.“ Das letzte Buch der Bibel solle ganz bewusst in den Mittelpunkt gestellt werden. „Wir leben in der Endzeit, die mit der Geburt Jesu Christi begonnen hat. Bewusst soll unser Blick aus Organisationsfragen herausgeführt und in die Weite johanneischer Gedankenflüge geleitet werden.“ Zwischen Februar und November werde es in Würzburg eine Vielzahl von Veranstaltungen geben, die unter dem Titel „Endspiel – Würzburger Apokalypse 2010“ das einzige prophetische Buch des Neuen Testaments neu und von verschiedenen Seiten beleuchten. „Alles ist auf die Wiederkunft Christi ausgerichtet.“ Diese Erwartung solle auch das Leben und den Glauben der Christen prägen.
Im Rücken seines Landsmannes im Papstgewand setzte der deutsche Möchtegern-Jesus zum Sprung an – doch die Bodyguards erledigten ihren Job gut.
Hundertprozentige Sicherheit für den Nachfolger Petri kann es nicht geben.
Rom (www.kath.net/ Die-Tagespost.de)
Am Heiligen Abend 2008 hatte der Chef der vatikanischen Gendarmerie, Domenico Giani, perfekt reagiert. Die damals noch 24-jährige Susanna Maiolo sprang in ihrer roten Jacke über die Absperrung in den Mittelgang des Petersdoms – und blitzschnell umfasste sie Giani mit beiden Armen und setzte sie außer Gefecht, bevor die Italo-Schweizerin den Papst überhaupt erreichen konnte. Ein Jahr später genau dieselbe Szene, Maiolo trug sogar wieder ihre rote Jacke. Wieder war es Giani, der die Frau als erster zu fassen bekam. Doch die hielt sich diesmal am Papstgewand fest. Giani riss sie nieder. Das Ergebnis ist bekannt. Ein Sturz des Heiligen Vaters durch Fremdeinwirkung – das ist ein Tag, den sich Vatikangendarmerie wie Schweizer Garde in den schwärzesten Farben im Kalender anstreichen.
Gibt es die „Zivilgesellschaft“ überhaupt noch?
Das Internet fördere zutage, dass die sogenannte „Zivilgesellschaft“ im Grunde nicht mehr existiere. In Italien gebe es zuviel Intoleranz, Aggressivität und verbale Gewalt. Das Land müsse beginnen, so Socci, tief und selbstkritisch über sich nachzudenken.
Augsburger Bischof bei Jahresabschlusspredigt: Christen sollten sich auch in Leserbriefen und Diskussionsbeiträgen zu Wort melden, wenn der Glaube oder die Kirche angegriffen würden
Augsburg (kath.net/pba)
Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hat am Sylvesterabend bei seiner Jahresabschlusspredigt in der Augsburger Marienkathedrale die Gläubigen dazu aufgerufen, im neuen Jahr ihren christlichen Glauben „persönlich und missionarisch auch im Alltag zu bekennen“.
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Kommen Sie regelmäßig sonntags zur heiligen Messe und ermuntern Sie auch Bekannte, Freunde und Nachbarn zum Gottesdienstbesuch, beten Sie abends vor dem Schlafengehen mit Ihren Kindern, sprechen Sie mit Arbeitskollegen oder Freunden über Jesus Christus und Ihren Glauben, auch mit Anders-oder Nichtglaubenden“, sagte der Bischof.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat zum Jahreswechsel darauf gepocht, dass der Sonntag kein Tag wie jeder andere sein darf. Den Menschen fehle sonst die Besinnung.
Zollitsch rief auch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt auf. „Es braucht einen maßvollen und verantwortungsbewussten Lebensstil“, sagte der Erzbischof beim Silvestergottesdienst am Donnerstag im Freiburger Münster. Kritik äußerte Zollitsch in diesem Zusammenhang am Scheitern der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen.
Keine endlosen Werktage
Zugleich mahnte der Bischof zum Schutz des Sonntags. Die Menschen bräuchten regelmäßig Zeiten der Besinnung und Vergewisserung: „Sonst fließen die Tage des Jahres nur noch gleichmäßig dahin.“ Für viele unterscheide sich sogar der Werktag vom Sonntag nicht mehr. „Doch wer nur noch Werktage kennt, gleicht einem Menschen, der sich an einem endlosen Seil zu Tode zieht“, sagte Zollitsch.
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Glaube ist kein Relikt
Für Christen gelte es, das Gebet dagegen zu setzen, sagte Marx. Der 2. Ökumenische Kirchentag, den Katholiken und Protestanten im Mai gemeinsam in München feiern, sei eine Chance, den Glauben in die Öffentlichkeit zu rücken. Nötig sei „eine neue intensive Evangelisierung unseres Landes“. Glaube sei kein Relikt aus vormoderner Zeit – man könne ihn nicht durch Unterhaltungsindustrie, Sport oder materiellen Wohlstand ersetzen. Ohne Beten werde „das Leben noch mehr von Interessen und Kurzatmigkeit beherrscht“, mahnte Marx.
„Sorge ist eigentlich nur ein Alltagsname für Liebe. Weil mir unser Bistum mit seinen vielen Gemeinden und Gemeinschaften sehr am Herzen liegt, wird die Liebe zur Sorge im Hinblick auf fehlende Priesterberufungen ─ in allen Bistümern Deutschlands, zunehmend aber auch im Bistum Fulda.“ Dies stellte Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag abend in seiner Silvesterpredigt im Fuldaer Dom heraus. Die Feier der Heiligen Messe, die in der Wandlung der Gaben ihre Wesensmitte und ihren Höhepunkt finde, sei ohne einen Priester nicht möglich. Daher könne ein Priester nur durch einen anderen Priester ersetzt werden. „Jesus Christus nimmt den von ihm berufenen und geweihten Priester in Dienst, um im Sakrament des Altares leiblich gegenwärtig zu werden.“ Ohne Priester und damit ohne Eucharistie verliere die Welt die leibliche Gegenwart Christi. Kirche ohne Eucharistie ist laut dem Oberhirten ein „Widerspruch in sich selbst“.
Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat versucht, in die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz zu gelangen. Wie die römische Polizei mitteilte, übersprang der 54-Jährige die Absperrung und stürzte in Richtung der lebensgroßen Figurengruppe, die das Geschehen im Stall von Bethlehem darstellt. Er sei jedoch von einem Mitglied der vatikanischen Gendarmerie abgefangen worden. Wenige Stunden später erregte der Mann erneut Aufsehen, als er auf der Piazza Navona auf einen der Brunnen kletterte und sich zu entkleiden begann. Polizeibeamte konnten ihn von seinem Vorhaben abbringen und in eine psychiatrische Klinik einliefern. Weder an der Krippe noch am Brunnen seien Sachschäden entstanden, so die Polizei.
Eine dramatische Bilanz: 37 Kirchenmänner und -frauen sind im Jahr 2009 ermordet worden. Das geht aus einem Dossier der (katholischen) Nachrichtenagentur Fides hervor, das diese traditionell zum Jahreswechsel veröffentlicht. Demnach wurden 2009 dreißig Priester, drei Ordensfrauen, zwei Seminaristen und drei Laien aus 16 verschiedenen Nationen in ihrem Dienst für die Kirche getötet. Das ist die höchste Zahl registrierter Morde an Kirchenmitarbeitern in den letzten zehn Jahren.
Sie wollten die gute Nachricht verkünden und Hilfe leisten in Regionen, die von Armut und Konflikten geprägt sind: 37 katholische Ordensfrauen, Priester und Laien, die für dieses Engagement starben. Damit hat sich laut Fides-Bericht die Zahl der ermordeten Seelsorger und Hilfskräfte im letzten Jahr verdoppelt. Zudem sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Allein in Lateinamerika waren 23 Morde an Kirchenleuten zu verzeichnen, davon die meisten in Brasilien und Kolumbien. In Afrika waren es elf Opfer, davon jeweils vier im Krisenherd Ost-Kongo und an den sozialen Brennpunkten Südafrikas. Zwei Priester wurden in Asien ermordet, einer gar in Europa. – Der Franzose Louis Jousseaume wurde in seinem Pfarrhaus von einem geistig verwirrten Mann getötet.
Auf WELT ONLINE verteidigt der Augsburger Bischof Walter Mixa das Kreuz als Zeichen der Menschlichkeit in einer multikulturellen Gesellschaft. Er erläutert den Umgang des Papstes mit der Pius-Bruderschaft und spricht über die Nähe von Katholiken und Muslimen in zentralen ethischen Fragen.
WELT ONLINE: Sie sehen sich nicht als „Chef eines Verschönerungsinstituts für Lebensabschnitte“, Sie haben stets mit deutlichen Worten in den gesellschaftspolitischen Diskurs eingegriffen, zuletzt nach dem Straßburger Anti-Kruzifix-Urteil. Stört es Sie, wenn man Sie einen Hardliner nennt?
Bischof Walter Mixa: Das stört mich schon. Es geht für mich um nichts anderes als um die Frage, wie wir in Europa mit unserer christlichen Geschichte, unserem christlichen Glauben und mit der Humanität, die aus beiden erwächst, umgehen. Ich sehe mich in keiner Weise als Hardliner.
WELT ONLINE: Aber Sie haben dazu aufgerufen, das Straßburger Urteil zu ignorieren.
Mixa: Ja. Es muss überprüft werden. Über 85 Prozent der Europäer sind Christen. Das Kreuz enthält keine Drohbotschaft, sondern ist ein Zeichen der Liebe und des Friedens, wichtig für eine positive Lebensgestaltung. Das dürfen wir uns nicht nehmen lassen! Denken wir auch daran: Fünf der sieben Richter, die dieses Skandalurteil gefällt haben, haben einen kommunistischen Hintergrund!
WELT ONLINE: Wird die Kirche dagegen initiativ werden?
Mixa: Sie muss es. Sie kann es allerdings rechtlich nur in Verbindung mit einzelnen Regierungen tun. Es ist wichtig eine Diskussion zu initiieren und mit aller Deutlichkeit auszusprechen, dass das Kreuz ein Zeichen der Menschlichkeit ist. Eine solche Klärung herbeizuführen gehört zum Mut der Christen, wie ich ihn fordere – gerade im Hinblick auf eine multikultureller werdende Gesellschaft.
WELT ONLINE: Hat die Kirche noch diese Kraft?
Mixa: Die Kirche ist keine Volkskirche im bisherigen Sinne mehr. Sie ist aber eine Kirche mitten im Volk. Und sie muss ihr Menschenbild und ihre Soziallehre als Alternativprogramm in die Gesellschaft einbringen.
WELT ONLINE: Es hat Aufsehen erregt, dass Sie den neuen Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, wegen eines Halbsatzes, in dem die Lockerung des Zölibats empfohlen wurde, scharf kritisiert haben. Warum diese Replik?
Mixa: Die Frage des Zölibates ist eine Frage der Weltkirche und wird in ihr überwiegend positiv gesehen. Es müsste für Glück und das ZdK viel wichtiger sein, sich stärker mit Fragen wie den Lebensschutz, der Bioethik, dem Schutz von Ehe und Familie oder der sozialen Gerechtigkeit zu befassen.
Dortmund. Bei katholischen Religionslehrern bestimmt der Beruf über das Privatleben. Die Kirche verlangt, dass sie nur verheiratet mit einem Partner zusammenleben dürfen und Kinder katholisch taufen lassen müssen. Katrin H. muss sich nun entscheiden – für ihre Partnerschaft oder für ihren Beruf.
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Was für viele junge Pärchen selbstverständlich ist, kann für Katrin H. gefährlich werden. Denn die 26-Jährige will katholische Religionslehrerin werden. Und die fünf Bistümer in Nordrhein-Westfalen sehen es gar nicht gerne, wenn ein Pärchen unverheiratet zusammenlebt. „Ein eheähnliches Zusammenleben ohne kirchliche Trauung ist mit den Grundsätzen der Lehre der Kirche nicht vereinbar“, heißt es im Amtsdeutsch. Dabei will Katrin H. nicht einmal an einer katholischen Schule unterrichten. Sie wird Mathematik- und Religionslehrerin an einer staatlichen Schule.
„Ich kann das überhaupt nicht verstehen“, sagt Katrin H. „Alle Welt will, dass sich die Kirche aus der Schule heraushält. Zudem haben die Kinder Anspruch auf einen Religionsunterricht, in dem Toleranz gegenüber anderen Konfessionen und Religionen gelehrt wird – und in dem auch Kritik an der katholischen Kirche ihren festen Platz erhält.“ Wenn Katrin H. allerdings katholischen Religionsunterricht erteilen will, braucht sie den Segen der Kirche – in Gestalt der „Missio canonica“ nach dem 2. Staatsexamen. Und die gibt es unter anderem nur, wenn sie „in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche“ beachtet. Mit der Kirchlichen Unterrichtserlaubnis für das Referendariat hatte Katrin H. noch keine Probleme, schließlich war sie zu dem Zeitpunkt Single.
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Als ein noch viel schwerwiegenderes Problem sieht Lux allerdings die Forderung nach der katholischen Kindstaufe. „Katholische Religionslehrer werden gezwungen, ihr Kind innerhalb des ersten Jahres katholisch taufen zu lassen“, sagt der Vertreter von „Wir sind Kirche“. „Und der nicht-katholische Partner hat da überhaupt keine Einspruchsmöglichkeit. Er ist immer zweiter Sieger.“ Anderenfalls würde er wie Michael S. zur Gefahr für die schulische Laufbahn seiner Freundin. „Alle anderen Katholiken sollen ihr Kind zwar auch möglichst katholisch taufen, aber sie dürfen es auch evangelisch taufen lassen“, sagt Lux. „Warum gilt das nicht für katholische Religionslehrer?“
„Nein, Papst Pius XII., den sein Nachfolger Benedikt XVI. nun selig sprechen will, war nicht Hitlers Helfer“, beruhigte die Süddeutsche Zeitung ihre Leser, nachdem “unser deutscher Papst“ rechtzeitig vor Weihnachten bekannt gemacht hatte, dass der “Heilige Vater“ der Jahre 1939 bis 1958 endlich angemessen geehrt werden soll. „Eugenio Pacelli war gegen die Nazis, gegen ihre Lehre von den höher- und minderwertige Rassen“, so die SZ weiter, und: „Der Papst war…ein Kind seiner Zeit, mit seinen Stärken und Schwächen“. Welche Rolle Pius XII. tatsächlich im Faschismus spielte, hat die SZ-Redaktion – ebenso wie Joseph Kardinal Ratzinger – schon 1992 beim Start unserer TV-Serie “Mit Gott und den Faschisten“ erfahren und darauf ähnlich wie heute reagiert.
Weder die Amtskirche noch die Staatsanwaltschaft hatten damals versucht, unser „Wort am Sonntag“ mit dem Kirchenkritiker Karlheinz Deschner argumentativ oder juristisch zu widerlegen. In der Süddeutschen Zeitung äußerte dagegen – nach einem Programmhinweis von KANAL 4 – Elmar zur Bonsen seinen Unmut über die Enthüllungen in diesem später von NRW-Ministerpräsident Clement wieder geschlossenen “unabhängigen Fernsehfenster“ unter der Schlagzeile „Der Märchenonkel und das vatikanische Sündenregister“: „Wenn der katholisch erzogene Sohn eines bayerischen Oberförsters gegen Christentum und Kirche schießt, dann stürzen Heilige und Päpste gleich reihenweise vom Sockel. Wahrlich, ausgewogen wird man diesen Provokateur nicht nennen können, er ist aus Überzeugung einseitig und parteiisch… Mit der Stimme eines Märchenonkels, aber leidenschaftlich in der Sache, betet er das vatikanische Sündenregister herunter.“ Hier nun einige der Fakten, die Karlheinz Deschner (85), der gerade den 10.Band seiner “Kriminalgeschichte des Christentums“ für den Rowohlt-Verlag abschließt, 1992/93 in der 12-teiligen TV-Serie vorgetragen hat:
In zwölf Folgen zu je knapp zehn Minuten unter dem Serientitel „Mit Gott und den Faschisten“ beweist Deutschlands bedeutendster Kirchenkritiker, daß die „Stellvertreter Gottes“ im Vatikan, von Leo XIII. bis Pius XII. wesentlich zur Herrschaft des Faschismus in Italien, Spanien, Deutschland und Jugoslawien und damit zu den politischen Katastrophen und zum Völkermord im 20. Jahrhundert beigetragen haben.
In Folge X, von der Sie hier einen kurzen Ausschnitt sehen können, beschreibt Deschner das Wirken Pius XII., dessen Wahl bei den Nazis in Deutschland und den italienischen Faschisten vollen Beifall fand. Der Papst erflehte sogleich für Hitler – die „Reichskristallnacht“ war schon vorüber – „den Segen des allmächtigen Gottes“. Als Hitlers Truppen in die Tschechoslowakei einfielen, lehnte er „sehr entschieden“ ab, sich dem Protest der demokratischen Staaten anzuschließen. Der katholische Geistliche und Ministerpräsident der Slowakei, Tiso, lieferte Hitler drei Divisionen und versprach noch im Herbst 1944:„Die Slowakei wird an der Seite der Achsenmächte bis zum Endsieg stehen.“
Pius XII. schwieg auch zum Überfall auf das katholische Polen, den er zugunsten eines gemeinsamen Waffengangs von Deutschland und Polen gegen die UdSSR lieber verhindert hätte, übermittelte aber nach der Kapitulation Frankreichs begeisterte Glückwünsche nach Berlin und versicherte dem mit Hitler verbündeten Marschall Pétain, die Kirche werde „das Werk der moralischen Wiedergeburt” in Frankreich warmherzig unterstützen. (PK)
Brief von O.S. aus Künzelsau: Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir das Manuskript des Vortrags „Mit Gott und den Faschisten“ zusenden könnten. Ich freue mich, daß Sie ein so brisantes Thema so ausführlich und klar abgehandelt haben.
Brief von Pater Dr. H.d.H, Hannover: Aus dem Text geht hervor, daß Herr Deschner das Glaubenslicht verloren hat. Das erklärt vieles, wenn nicht alles. Denn so ist er gezwungenermaßen auf das Gegenteil des Glaubenslichtes angewiesen. Ohne das Lichtdes Glaubens, das weit über den Verstand hinaus geht, ist man in Sachen des Glaubens wie ein Blinder. Eine solche Führung wird problematisch. Nützen dann noch Talente, wenn das notwendige Licht fehlt? Ich habe Prof. Deschner schriftlich aufgenommen in mein tägliches Gebet. Das Gebet ist eine Himmelsmacht ersten Ranges. Wir alle brauchen das Gebet für die Seele, wie den Sauerstoff zum Atmen.„Süddeutsche Zeitung“, München: „Nein, Papst Pius XII., den sein Nachfolger Benedikt XVI. nun selig sprechen will, war nicht Hitlers Helfer…Der Papst war…ein Kind seiner Zeit, mit seinen Stärken und Schwächen…“
„Obrys-kmen“, Prag: „Das Enfant terrible der europäischen Kultur.“
„Konkret“, Hamburg: „Der Papst hat Bataillone, Karlheinz Deschner kämpft ganz allein.“
Zum 20-Jahr-Jubiläum der US-Trickfilmfamilie mit dem „manchmal respektlosen Umgang mit Religion“ fällt das Urteil der Vatikanzeitung überwiegend positiv aus.
Rom (kath.net) Zu ihrem „philosophischen Gehalt“ gratulierte die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ am Dienstag, wie die Nachrichtenseite 20min.ch meldet. Die Rückschau auf 20 Jahre Simpsons fällt sehr wohlwollend aus: Ohne die gelbe Familie wüssten «viele Menschen nicht, wie man lacht».
Auch eine „simpsonsche Theologie“ lasse sich aus den stets ironisch dargestellten religiösen Charakteren ersehen: Nachbar Ned Flanders, der einschläfernd predigende Reverend Lovejoy („Liebefreude“), oder Homers Gespräche mit Gott als „Superman“. Homers religiöse Verwirrung und Unwissenheit seien «ein Spiegel der Indifferenz und des Bedürfnisses, das der moderne Mensch gegenüber dem Glauben empfindet», schreibt die Zeitung. Das seien jedoch nur kleine Unzulänglichkeiten, denn «die beiden kennen sich gut».
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die wiederholten Angriffe aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland auf Papst Benedikt XVI. scharf kritisiert. Müller sagte der ddp, grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Kirche und dem Judentum als Religionsgemeinschaft auf einem «guten und unumkehrbaren Weg in eine Zukunft freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit».
Regensburg (ddp-bay). Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die wiederholten Angriffe aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland auf Papst Benedikt XVI. scharf kritisiert. Müller sagte der Nachrichtenagentur ddp, grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Kirche und dem Judentum als Religionsgemeinschaft auf einem «guten und unumkehrbaren Weg in eine Zukunft freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit». Leider gebe es aber «unqualifizierte Äußerungen, ja Hassausbrüche jenseits aller Vernunft und der natürlichen Sympathie, die zwischen Menschen guten Willens und gemeinsamen Grundüberzeugungen nicht akzeptiert werden» könnten. Der Bischof betonte: «Wir reagieren auf sprachliche Entgleisungen dieser Art aber gelassen und keineswegs mit Gesprächsverweigerung.» Die Devise der Kirche laute: «Sich geistig austauschen, in ethischen Fragen gemeinsam Position beziehen und sich mit Respekt begegnen.»
Berlin (RPO). Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat die Umgangsformen des Papstes gegenüber anderen Religionen kritisiert und fordert mehr Respekt vom Oberhaupt der katholischen Kirche.
Kramer sagte der Nachrichtenagentur ddp, Benedikt XVI. sollte „die Form seines bisherigen Umgangs“ überdenken. Dabei sollte der Papst zu dem Schluss kommen, „dass es nicht darum geht, Respekt zu predigen, sondern mit gutem Beispiel zu lehren“.
Kramer kritisierte, im Jahr 2009 habe vor allem die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft das Verhältnis der jüdischen Religionsgemeinschaft zum Vatikan „sehr belastet“. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Die Rede des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sei zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen worden, habe aber „das aus der Kontroverse resultierende tiefe Misstrauen nicht beseitigen können“.
Die junge Frau, die Papst Benedikt XVI. am Heiligen Abend vor der Christmette im Petersdom zu Fall gebracht hatte, muss eine Woche lang in einer psychiatrischen Klinik bleiben. Die Italo-Schweizerin sei am Freitag von einem Krankenhaus in Rom in eine Anstalt nach Subiaco, 70 Kilometer östlich der Hauptstadt, gebracht worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag.
Susanna Maiolo (Bild), jene 25-jährige Frau, die Papst Benedikt XVI. zu Beginn der Christmette am Heiligen Abend „umarmen“ wollte und dabei zu Boden stürzte, hat in diversen Online-Netzwerken in kurzer Zeit einen regelrechten Fanclub erhalten. Als „Olympia-Siegerin im Hürdenlauf“ feiern Facebook-User die Italo-Schweizerin, die derzeit im Vatikan unter ärztlicher Beobachtung gehalten wird. Strafrechtlich wird man Milde walten lassen.
Nach dem Angriff auf den Papst fand sich im Online-Netzwerk Facebook rasch eine Fan-Gemeinde der 25-Jährigen, die Benedikt XVI. zu Beginn der Christmette zu Fall gebracht hat, als sie ihn nach eigenen Angaben umarmen wollte.
Bereits am ersten Tag trugen sich rund 500 Internet-Nutzer in den Fanclub ein. Darin wurde der Frau ironisch der Titel einer „Olympia-Siegerin im Hürdenlauf“ verliehen, weil sie die Absperrungen überwunden hatte, um sich dem Kirchenoberhaupt zu nähern. Auch private Filmmitschnitte des Angriffs, bei dem der 82-jährige Papst stürzte, aber keine Verletzungen erlitt, wurden online gestellt.
Papst durch Bodyguards zu Boden befördert?
Einige Poster stellen in den Raum, ob der Papst vielleicht nur deshalb zu Boden ging, weil sich Sicherheitsleute auf Maiolo stürzten. Auf den Videoaufnahmen sehe es so aus, als würde die 25-Jährige auf den Papst zugehen wollen und dann erst durch die Bodyguards samt Papst in die Gegenrichtung zu Boden gerissen.
Auch wie der französische Kurienkardinal Roger Etchegaray zu Sturz kommen konnte, wird online debattiert. Schließlich ging der Geistliche mehrere Meter hinter dem Papst. Der 87-Jährige brach sich aber den Oberschenkel. Fleißig wird spekuliert, ob nicht am Ende gar ein Sicherheitsmann den Kardinal umgelaufen haben könnte…
Angesichts von Krieg, Terror, ökologischen und wirtschaftlichen Problemen hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker an Weihnachten dazu aufgerufen, das Wort Gottes stärker zu beachten. Nicht nur Journalisten, Politiker oder Wissenschaftler hätten etwas zu sagen, sondern auch Gott, sagte Becker am ersten Weihnachtstag in seiner Predigt im Paderborner Dom. Gottes Schöpfungs- und Liebeswort hinterlasse Spuren, auch bei Nichtchristen. Nach den Worten des Erzbischofs sind die Prinzipien der Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Moral Bestandteil der politischen und gesellschaftlichen Kultur geworden, „auch wenn viele das heute vergessen zu haben scheinen“.
Zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall ist es am Heiligen Abend im römischen Petersdom gekommen: Während der Einzugsprozession stürzte eine offenbar geistig verwirrte Frau auf Papst Benedikt XVI zu und brachte ihn kurz zu Fall. Der französische Kardinal Etchegaray kam ebenfalls zu Sturz und brach sich dabei ein Bein. Der Papst trug die „Attacke“ mit Fassung – und zelebrierte die Christmette, als sei nichts gewesen. Die Frau, offenbar „Wiederholungstäterin“, erklärte, sie hätte des Kirchenoberhaupt lediglich umarmen wollen.
Richterin veröffentlichte Bericht über vertuschte Fälle bei mehr als 300 Kindern
Wegen sexuellen Missbrauchs tausender Kinder durch Mitglieder der katholischen Kirche in Irland hat ein weiterer Bischof seinen Rücktritt eingereicht. Der Bischof von Kildare und Leighlin, James Moriarty, hat nach eigenen Angaben Papst Benedikt XVI. ein entsprechendes Gesuch übermittelt. Den Skandal hatte ein Bericht der Richterin Yvonne Murphy Ende November bekanntgemacht. Sie dokumentierte, dass sexueller Missbrauch von mehr als 300 Kindern in den Jahren 1975 bis 2004 durch Priester der Erzdiözese Dublin von den Verantwortlichen vertuscht worden war.
Das Menschsein ist Gott nicht wesensfremd, nicht wider die göttliche Natur – Das Streben nach Heiligkeit bewirkt Heilung des Menschen vom Inneren her – Gedanken zum Weihnachtsfest von Dr. P. Bernhard Anton Sirch. (…)
Wenn wir unsren Blickwinkel auf das Gute richten, überwinden wir das Böse. Ich denke sogar, wir müssen Spiritualität und Medizin (dieses Fach wird z.B. an der Universität von Texas gelehrt) als eine Einheit betrachten. So lautet die Schlagzeile des New Yorker Nachrichtenmagazins Newsweek vom 10.11.2003: „Gott und Gesundheit: Ist Religion gute Medizin? Warum die Wissenschaft zu glauben beginnt“. Einer Umfrage zufolge begrüßen 72 Prozent aller Amerikaner mit ihrem Arzt ein Gespräch über ihren Glau¬ben zu führen als nur über ihren Cholesterinspiegel; ein ebenso großer Anteil ist gewiss, dass ein an Gott gerichtetes Gebet eine Krankheit heilen kann – selbst wenn nach wissen¬schaftlichen Erkenntnissen die betreffende Person keine Chance habe. Newsweek verweist auch auf eine Umfrage des Nationalen Gesundheitsinstitutes. Demnach leben Kirchgänger durchschnittlich um 25 Prozent länger als Menschen, die keine Gottesdienste besuchen. (…)
Ziel des Menschen, der Ebenbild Gottes ist, müßte es sein: dass diese Liebe Gottes (vgl. Enzyklika: Gott ist Liebe) in ihm Gestalt annimmt. (…)
Jeder einzelne Mensch ist von Gott erdacht, geplant worden: als Heiligen! (…)
Viele Menschen behaupten Atheisten zu sein, aber ich glaube es ihnen nicht. Viele Atheisten sind doch gläubig.
Es ist nicht leicht ein Atheist zu sein.
„Liebe Zuschauer wir stehen unmittelbar vor Weihnachten. Aber zu Weihnachten ist auch die Zeit, in der viele Menschen sehr einsam sind, Ihre Einsamkeit besonders spüren. All diejenigen die im Glauben nicht geborgen sind und sich nicht geborgen fühlen, die empfinden Weihnachten als sehr schmerzlich, das hab ich schon oft erliebt und erfahren………“ KLARTEXT zum großen Fest der Geburt unseres Herrn, von Weihbischof Dr. Andreas Laun.
Berlin – Der bekannteste Fall von einem tödlichen Exorzismus ist der von Anneliese Michel. Sie starb 1976.
Zehn Monate lang hatten zwei vom damaligen Würzburger Bischof Josef Stangl bestellte Exorzisten versucht, sechs Dämonen aus dem Körper von Aneliese auszutreiben. Die Priester Ernst Alt und Wilhelm Arnold Renz. Nach 67 exorzistischen Sitzungen war die „Satansbrutt“ angeblich ausgetrieben. Das Mädchen aber, auf 31 Kilo abgemagert, starb.
Im Prozess wegen fahrlässiger Tötung verurteilte das Landgericht Aschaffenburg die beiden Teufelsaustreiber sowie die Eltern zu je sechs Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung. Gutachter hatten bei Anneliese Michel eine psychotische Epilepsie diagnostiziert, der nicht durch Bannflüche, sondern durch ärztliche Hilfe beizukommen gewesen wäre. Der Fall wurde unter dem Titel „Der Exorzismus von Emily Rose“ verfilmt.
Den Kirchen laufen die Mitglieder davon, darum trommeln sie an Hochschulen. Gerade bei gestressten Bachelor-Studenten wittern sie ihre missionarische Chance. Es geht nicht nur um Nachwuchs und Mitarbeiter – bisweilen bestimmen Bischöfe sogar mit, wer Professor wird.
Ein großes Kreuz schimmert über dem kleinen Altar, die Kapelle ist abgedunkelt, eine junge Frau sitzt auf der Bank und liest in der Bibel. Über ihr hängt ein Gemälde, angestrahlt von einer Leuchte unter dem Bilderrahmen – Josmaría Escrivá. Er hat Opus Dei gegründet, die Laienorganisation der katholischen Kirche, die seit den Bestsellerromanen von Dan Brown um ihren Ruf zu kämpfen hat. Und die den Campus Müngersdorf, ein Studentenwohnheim im Kölner Westen, betreibt, in dem diese Kapelle für die Studenten steht. Die Bewohner sind nicht alle katholische Gläubige, einige sind auch gar nicht in der Kirche. „Aber die Kapelle bietet einen Rückzugsraum, den jeder nutzt“, erklärt die Wohnheimleiterin Hilde Müller.
Hier zeigt sich, warum die Kirchen an so vielen Hochschulen aktiv sind: Sie wollen die Studenten wieder für sich gewinnen. Mit Studentenwohnheimen, Podiumsdiskussionen, Uni-Gottesdiensten und vor allem mit Seelsorge für die gestressten Bachelor-Studenten. Denn die Mitgliederzahlen sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche sinken seit Jahren: Die Austritte im Jahr 2008 stiegen auf 160.000, wie die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) kürzlich bekanntgab, 30.000 mehr als im Jahr zuvor.
Den Katholiken ging es ähnlich, über 120.000 kehrten der Kirche im vergangenen Jahr den Rücken. Die Finanzkrise könnte die Situation noch verschlimmern, denn viele nennen die Kirchensteuer als Grund für den Austritt, und die Verantwortlichen kalkulieren schon mit einem Steuerausfall.
„Missionarische Chance“ in der Orientierungsphase Studium
Rom — Papst Benedikt XVI. hat nach der Kritik jüdischer Gemeinden am Vorantreiben der Seligsprechung des umstrittenen Papstes Pius XII. die antisemitischen Verbrechen der Nationalsozialisten erneut verurteilt. In einer Rede vor Vertretern der Kurie in Rom erinnerte Benedikt XVI. an seinen Besuch der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem im Mai. Dies sei eine „erschütternde Begegnung mit der Grausamkeit des menschlichen Fehlens, mit dem Hass einer verblendeten Ideologie, die ohne jede Rechtfertigung Millionen dem Tod ausgeliefert hat“, gewesen.
Die Nazis hätten letztlich versucht, „Gott von der Erde zu verjagen, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Gott von Jesus Christus“, sagte der Papst und hob damit die gemeinsamen Wurzeln von Judentum und Christentum hervor.
„Laut dem NÖ-Kindergartengesetz soll in den Landeskindergärten ein Kreuz an der Wand hängen, wenn die Mehrheit der Kinder christlich ist. Niederösterreich ist ein katholisches Land und die überwiegende Mehrheit seiner Bewohner sind Christen. Wenn der Vater des Kindes, der wegen der Kreuze vor Gericht gehen will, in seinem Privathaus kein Kreuz haben will, ist das zu respektieren. Wenn er in Niederösterreich sein Kind in einen öffentlichen Kindergarten schickt, sollte er aber genau so die Einstellung der Mehrheit der Kinder respektieren.
Ich frage mich grundsätzlich, welche Bedrohung es für sein Kind sein kann, mit Symbolen von Religionsgemeinschaften konfrontiert zu sein. Und ich gebe zu bedenken, daß es in den letzten 200 Jahren immer die Diktaturen waren, die am eifrigsten religiöse Symbole aus Schulen und dem öffentlichen Raum entfernt haben.
Papst Benedikt XVI. fordert die Gläubigen auf, sich ganz auf Weihnachten einzulassen.
Vatikan (www.kath.net/ RV)
Weihnachten bringt den wahren Frieden und ist kein Kindermärchen. Das betonte Papst Benedikt XVI. beim Angelusgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Die Stadt Bethlehem als Ort der Menschwerdung Gottes stellte er – ausgehend vom Propheten Micha – in die Mitte seiner Ansprache vor dem Mariengebet. Bethlehem sei eine symbolträchtige Stadt, die für den Frieden steht: Im Heiligen Land und in der ganzen Welt.
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„Heute, wie auch schon zur Zeit Jesu, ist Weihnachten kein Märchen für Kinder, sondern die Antwort Gottes auf das Drama der Menschheit, die den wahren Frieden sucht. „Er selbst ist der Friede“ – sagt der Prophet mit Bezug auf die Messiaserwartung.
Vatikanstadt — Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung des umstrittenen Papstes Pius XII. hat in jüdischen Gemeinden für Empörung gesorgt. „Ich bin traurig und wütend“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. soll voraussichtlich im nächsten Jahr seliggesprochen werden.
Wie der Vatikan mitteilte, wurde Papst Pius XII. am Samstag der heroische Tugendgrad zuerkannt. Dieser Schritt ist für die Seligsprechung und eine spätere eventuelle Heiligsprechung notwendig. Pius XII. war von 1939 bis zu seinem Tod 1958 Oberhaupt der katholischen Kirche. Kritiker werfen ihm bis heute vor, nicht energisch genug gegen die von Hitler-Deutschland organisierte Vernichtung der Juden protestiert zu haben. Der Vatikan erklärt hingegen, Pius XII. habe mit stiller Diplomatie versucht, Juden zu helfen.
„Es ist absolut verfrüht, diesen Schritt zu machen“, sagte Kramer. Er sprach von einer „deutlichen Umkehrung der historischen Fakten der NS-Zeit“. Die katholische Kirche versuche, „eine andere Geschichte zu schreiben“. Wütend mache ihn, dass Papst Benedikt XVI. keine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion zulasse.
Die Jüdische Gemeinde Italiens bleibt nach eigenen Angaben „kritisch“. In einer in Rom veröffentlichten Erklärung hieß es, man warte noch immer auf Zugang zu den Archiven des Vatikan, um eine genaue historische Bewertung vornehmen zu können. „Wir vergessen die Deportationen von Juden aus Italien nicht, insbesondere den Zug, der am 16. Oktober 1943 von Rom mit 1021 Menschen nach Auschwitz fuhr“. Zu dem Transport in das NS-Konzentrations- und Vernichtungslager in Polen habe Pius XII. geschwiegen.