Bischof Müller beklagt «Hassausbrüche» aus dem Zentralrat der Juden

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die wiederholten Angriffe aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland auf Papst Benedikt XVI. scharf kritisiert. Müller sagte der ddp, grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Kirche und dem Judentum als Religionsgemeinschaft auf einem «guten und unumkehrbaren Weg in eine Zukunft freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit».

Regensburg (ddp-bay). Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die wiederholten Angriffe aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland auf Papst Benedikt XVI. scharf kritisiert. Müller sagte der Nachrichtenagentur ddp, grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Kirche und dem Judentum als Religionsgemeinschaft auf einem «guten und unumkehrbaren Weg in eine Zukunft freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit». Leider gebe es aber «unqualifizierte Äußerungen, ja Hassausbrüche jenseits aller Vernunft und der natürlichen Sympathie, die zwischen Menschen guten Willens und gemeinsamen Grundüberzeugungen nicht akzeptiert werden» könnten. Der Bischof betonte: «Wir reagieren auf sprachliche Entgleisungen dieser Art aber gelassen und keineswegs mit Gesprächsverweigerung.» Die Devise der Kirche laute: «Sich geistig austauschen, in ethischen Fragen gemeinsam Position beziehen und sich mit Respekt begegnen.»

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http://www.pr-inside.com/de/bischof-m-uuml-ller-beklagt-laquo-hassausbr-uuml-c-r1646072.htm

Zentralrat der Juden Papst zu mehr Respekt aufgefordert

Berlin (RPO). Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat die Umgangsformen des Papstes gegenüber anderen Religionen kritisiert und fordert mehr Respekt vom Oberhaupt der katholischen Kirche.

Kramer sagte der Nachrichtenagentur ddp, Benedikt XVI. sollte „die Form seines bisherigen Umgangs“ überdenken. Dabei sollte der Papst zu dem Schluss kommen, „dass es nicht darum geht, Respekt zu predigen, sondern mit gutem Beispiel zu lehren“.

Kramer kritisierte, im Jahr 2009 habe vor allem die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft das Verhältnis der jüdischen Religionsgemeinschaft zum Vatikan „sehr belastet“. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Die Rede des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sei zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen worden, habe aber „das aus der Kontroverse resultierende tiefe Misstrauen nicht beseitigen können“.

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http://www.rp-online.de/panorama/ausland/religion/Papst-zu-mehr-Respekt-aufgefordert_aid_800207.html

Gott hatte eine Freundin

Skulptur der Göttin Aschera aus dem 8. oder 7. Jh. vor Christus. Foto: Stiftung Bibel + Orient.

 

Vorchristliche Skulpturen und Inschriften deuten darauf hin, dass die Göttin Aschera als Partnerin Jahwes galt.

Wenn der Schweizer Bibel- und Religionsforscher Othmar Keel darüber referiert, dass Gott Jahwe eine Göttin neben sich hatte, sind ihm positive Reaktionen der Zuhörerinnen gewiss. «Probleme mit dieser neuen Sichtweise haben hauptsächlich Männer», summiert der emeritierte Theologieprofessor der Universität Freiburg. Das verwundert wenig, denn Keel kritisiert: «In der Bibel wird eindeutig von der‹Menschwerdung› Gottes gesprochen – nicht von der‹Mannwerdung›.»

Seine Forschung – und das ist das Besondere – erschöpft sich nicht in einer spitzfindigen Auslegung der Bibelworte. Othmar Keel bevorzugt fassbare Indizien, wie sie Archäologen in den letzten zwei Jahrzehnten im sogenannten Heiligen Land – also in Israel und Palästina, im Libanon, in Jordanien und Syrien – zutage gefördert haben. Keel hat eine umfassende Sammlung von Miniaturkunst aus dem altorientalisch-ägyptischen Raum zusammengetragen: tönerne Figurinen, Amulette, Stempelsiegel und Skarabäen, kleine Skulpturen des von den Ägyptern als heilig verehrten Mistkäfers. Vor allem die Siegelabdrücke sind «aufgrund ihres halbamtlichen Status sensible Seismografen für religionsgeschichtliche Verschiebungen», wie Keel festhält. Weit über 12 000 Siegel, Skarabäen und Göttinnen-Statuetten füllen die Schaukästen des von ihm gegründeten Bibel + Orient-Museums in Freiburg.

Kein einzigartiger Gott

Keel kennt sich mit den zahlreichen Göttern aus, die Jahwe bei seinem Einzug in Jerusalem vorfand und mit denen er vermutlich sogar den Tempel teilen musste. Seine Sammlung belegt vor allem den aus Ägypten adaptierten Sonnen- und den aus Vorderasien eingewanderten Wettergott….

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http://bazonline.ch/wissen/geschichte/Gott-hatte-eine-Freundin/story/11926304

 

„Bild der Wissenschaft“: Gott wohnt im Gehirn

Der Glaube – eine Gehirnfunktion. Forscher wollen herausgefunden haben, dass Religiosität manchen Menschen helfe, mit der Absurdität des Daseins besser zurecht zu kommen und damit ein evolutionärer Vorteil sei. Das Magazin „Bild der Wissenschaft“ befasst sich im aktuellen Titelthema mit der Frage „Warum Menschen glauben“ aus der Sicht mancher Naturwissenschaftler.

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http://www.pro-medienmagazin.de/journalismus.html?&news[action]=detail&news[id]=2643

Im Zwiespalt zwischen Gott und dem Staat

In der israelischen Armee gewinnen nationalreligiöse Soldaten an Einfluss – Wem gilt im Ernstfall ihre Loyalität?

Jerusalem – Niemand war überrascht, als der Konflikt zwischen Verteidigungsminister Ehud Barak und dem Rabbiner einer mit der Armee verbundenen Religionsschule nun eskalierte. Rabbiner Elieser Melamed hatte seine Schüler zur Befehlsverweigerung aufgefordert, sollte es zu Siedlungsräumungen kommen. Schon seit Monaten mehrten sich die Anzeichen für solch eine Zuspitzung: Ausgerechnet beim Ablegen ihres Treueids an der Klagemauer hatten am 22. Oktober zwei Rekruten ein unübersehbares Laken ausgerollt, auf dem sie ankündigten, bei Siedlungsräumungen nicht mitmachen zu wollen. Kurz darauf veröffentlichten Reservesoldaten der Kfir-Brigade einen Brief: Die Aufgabe der Armee sei es, das Land zu verteidigen, und nicht, Siedlungen zu räumen, schrieben sie. Drei Wochen später kletterten zwei Soldaten auf das Dach ihrer Basis in den Hügeln von Hebron und taten auf einem Transparent kund, dass auch ihre Einheit sich nicht an Räumungen beteiligen werde.

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http://www.welt.de/die-welt/politik/article5579078/Im-Zwiespalt-zwischen-Gott-und-dem-Staat.html

Waiting For Armageddon (Trailer)

In Theaters: January 8, 2010 -

Americas 50-million strong Evangelical community is convinced that the worlds future is foretold in Biblical prophecy – from the Rapture to the Battle of Armageddon. This astonishing documentary explores their world – in their homes, at conferences, and on a wide-ranging tour of Israel. By interweaving Christian, Zionist, Jewish and critical perspectives along with telling archival materials, the filmmakers probe the politically powerful – and potentially explosive – alliance between Evangelical Christians and Israelan alliance that may set the stage for what one prominent Evangelical leader calls World War III.

Copyright © 2009 First Run Features

Eva Longoria nun auch Anhängerin der Kabbala?

Hat sich nun auch Eva Longoria Parker der Kabbala-Lehre verschrieben? Bei ihren jüngsten Auftritten entdeckte man ein rotes Bändchen ums Handgelenk, das Kennzeichen der Anhänger der jüdischen Geheimlehre, die in den letzten Jahren immer mehr zur Philosophie der Stars geworden ist. Das rote Band soll böse Blicke fernhalten.

Seit einigen Jahren ist die Jahrhunderte alte mystische Tradition mit Wurzeln im Judentum zum Kult unter Hollywoodstars und anderen Prominenten avanciert. Berühmteste Anhängerin der Lehre ist Madonna, die sich dafür sogar den hebräischen Namen Esther zugelegt hat. Außerdem unter anderem dabei: Victoria Beckham, Gwyneth Paltrow, Demi Moore und Ashton Kutcher, Britney Spears und zahlreiche weitere Stars.

Viele jüdische Gelehrte stehen dem Engagement der Stars allerdings skeptisch gegenüber. Um die Kabbala, hebräisch für „Überlieferung“, wirklich zu verstehen, müsse man die jüdischen Gesetze von Grund auf kennen, argumentieren sie.

Quelle: krone.at

Bar Rafaeli: Zu sexy für Israel

Die neueste Dessous-Kampagne von Bar Refaeli darf in ihrer Heimat Israel nicht gezeigt werden

89–60–89: Mit diesen Traummaßen präsentiert sich Bar Refaeli in ihrer neuesten Werbekampagne für das Label Passionata. Doch nicht alle können sich an diesen heißen Aufnahmen in Dessous und halterlosen Strümpfen erfreuen.

Israel, die Heimat des Models, hat die Plakatierung der Kampagne in der Öffentlichkeit verboren. Der Grund: Orthodoxe Juden empfinden die Wäschewerbung als „zu sexy“.

Schade, denn die Aufnahmen von Bar als Pin-up-Girl sind alles andere als anrüchig, sondern einfach nur ein Hingucker. Das wird sicherlich auch Leonardo DiCaprio denken – der Exfreund der 24-Jährigen – und sich vielleicht ein klein wenig ärgern, dass die beiden kein Paar mehr sind.

Weitere Kampagnenbilder von Bar Refaeli für Passionata können Sie sich auf den folgenden Seiten anschauen.

Quelle: gala.de

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Religion und die Nahost-Politik

Ultra-orthodoxe Juden lauschen ihrem Rabbi in Jerusalem

Der Palästina-Konflikt war von Anfang an mehr als ein Kampf um Land. Religion spielt sowohl bei den Israelis als auch bei den Palästinensern eine große Rolle. Fromme Eiferer beider Seiten belasten die Verhandlungen.

„Jetzt nehmen wir das Land unserer Väter in Besitz. Nach Jahrtausenden ist es uns endlich vergönnt, mitzuerleben, wie die Verheißungen des Alten Testaments Wirklichkeit werden. Und darum muss der Siedlungsbau weitergehen. Ein Baustopp widerspräche dem religiösen Auftrag.“ So oder ähnlich klingen die Ausführungen jüdischer, meist orthodoxer Siedler in den besetzten Gebieten, nachzulesen etwa in entsprechenden Reportagen der „Jerusalem Post“. Viele orthodoxe Juden haben vor allem ein religiöses Verständnis von Israel und den Israelis. Ihre Standpunkte beziehen sie aus den Heiligen Schriften. Für private Belange ist gegen eine solche Position nichts einzuwenden. Problematisch wird sie aber, wenn mit ihr auch politische Forderungen der Gegenwart begründet werden.

Absolute Positionen

Ein solcher Standpunkt, so die in New York lehrende Historikerin Rakefet Zalashik, mache die Friedensverhandlungen ausgesprochen schwierig. Wenn sich Politik und Religion miteinander verbänden, übten beide einen stärkeren Einfluss aus, erläutert Zalashik. Sie neigten dann weniger zu politischen und diplomatischen Kompromissen und Lösungen. Die Auseinandersetzung drehe sich mit einem Mal um absolute Positionen, die keinerlei Kompromisse zuließen. Und das mache die Dinge für Verhandlungen sehr schwierig.

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Deutsche sind für Judenmission nicht geeignet

Juden sei Jesus Christus als Messias unerheblich „Wenn er nicht der Messias der Juden ist, ist er schon gar nicht der Erlöser der Christen“

Castell (kath.net/idea)
Juden, die an Jesus Christus als den verheißenen Messias glauben, können im christlich-jüdischen Dialog eine besondere Vermittlerrolle spielen. Davon sind der Theologieprofessor Klaus Berger (Heidelberg) und der Leiter der messianischen „Olive Tree Fellowship“ (Ölbaum-Gemeinschaft) in Jerusalem, Pastor Benjamin Berger, überzeugt. Sie sprachen bei einer Veranstaltung der charismatischen Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) am 28. September in Castell bei Würzburg.

Messianische Juden sind überzeugt, dass Jesus Christus der versprochene Messias für alle Juden ist. Vor 250 Besuchern warnten beide Theologen vor der Auffassung, für das Heil der Juden sei Jesus Christus als Messias unerheblich. Klaus Berger: „Wenn er nicht der Messias der Juden ist, ist er schon gar nicht der Erlöser der Christen.“ Nach Ansicht des katholischen Theologen soll Judenmission nur durch messianische Juden geschehen.
Deutsche seien nicht geeignet, da ihre Glaubwürdigkeit „im Keller“ sei. Ihre Aufgabe könne sein, messianische Gemeinden finanziell zu unterstützen. Außerdem sollten Theologiestudenten mindestens drei Semester Judaistik als Pflichtfach belegen. Christen und messianische Juden gehörten zusammen und sollten das öffentlich zeigen, so Prof. Berger.

Wachsende Bewegung

Benjamin Berger forderte die Christen auf, sich auf die Wurzeln ihres Glaubens zurückzubesinnen. Zu leicht werde vergessen, dass Jesus Jude war und die ersten Gemeinden aus messianischen Juden bestanden. Zu den von Kirchen und jüdischen Gemeinden geäußerten massiven Zweifeln an der jüdischen Identität messianischer Juden sagte der Pastor, dass messianische Gemeinden eine eigenständige wachsende Bewegung bildeten. Mit ihren Formen und Traditionen unterschieden sie sich deutlich von denen der Christen aus anderen Völkern. In Deutschland gibt es mehr als 40 messianische Gemeinden und Gruppen mit zusammen rund 1.000 Mitgliedern. Experten schätzen, dass sich weltweit mindestens 100.000 messianische Juden zu Jesus Christus bekennen, von denen rund 10.000 in Israel leben.

Zentralrat der Juden rügt Harald Schmidt

Am 18. September war Harald Schmidt zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in einer Late-Night-Show im Ersten zu sehen. Davor hatte der seit vielen Jahren erfolgreiche TV-Entertainer zusammen mit Oliver Pocher auf dem gleichen Sendeplatz eine Late-Night-Show moderiert. Damals kam es auch zu einigen Skandalen. Jedoch die erste Ausgabe seiner neuen Solo-Show hat gleich erneut für Empörung gesorgt.

Stein des Anstoßes war die Einblendung eines Arbeitsamtes, auf dessen Torbogen die Aufschrift „Wachstum schafft Arbeit“ zu lesen war. Der Zentralrat der Juden kritisierte diese Fotomontage scharf, da diese an den Torbogen des Konzentrationslagers Auschwitz mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ erinnern würde. Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden äußerte gegenüber der Bild-Zeitung: „Das ist entwürdigend, geschmacklos und beleidigend. Ich fordere Harald Schmidt auf, sich persönlich zu entschuldigen“.

Quelle: tv-kult.de

Empörung über schwedischen Organ-Klau-Bericht

Israelischer Vize-Außenminister: „Blutlüge“ äußerst schlimme Form von Antisemitismus – Schweden distanziert sich von Zeitungsmeldung


Tel Aviv – Die israelische Regierung hat mit Empörung auf einen Bericht in einer schwedischen Zeitung reagiert, wonach gezielt Organe von toten Palästinensern gestohlen worden seien. Vize-Außenminister Danny Ayalon sprach am Mittwoch in Jerusalem von einer „Blutlüge“. Dies sei eine äußerst schlimme Form von Antisemitismus. Nach Ansicht von Ayalon besteht eine Verbindung zwischen kritischen Äußerungen der schwedischen Regierung über Israels Politik gegenüber den Palästinensern und Antisemitismus in der schwedischen Presse.

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Juden blasen im Flugzeug Horn gegen Schweinegrippe

Dank an Max Headroom

Westjordanland: Mein Vermieter ist Gott

Zahlreiche jüdische Siedlungen im Westjordanland sind illegal erbaut worden. Die Bewohner sehen sich als Pioniere und wehren sich gegen eine Räumung. Das Beispiel des Außenpostens Migron zeigt, wie verfahren die Lage ist. „Mein Vermieter ist Gott“, rechtfertigen sich die israelischen Siedler.

Quelle: wikipedia

Den Weg zu dem Ort, den es nicht geben dürfte, weist ein Straßenschild. Migron hat auch eine asphaltierte Zufahrtstraße, sie ist etwa eineinhalb Kilometer lang und wird von Straßenlaternen flankiert. Zwei Mobilfunkantennen ragen zwischen Dutzenden weißen Wohncontainern in den Himmel. Rund 50 Familien haben sich auf diesem Hügel nördlich von Ramallah niedergelassen – ohne Zustimmung der israelischen Regierung. Migron ist einer der größten von über 100 nach israelischem Recht illegalen Siedlungsaußenposten im Westjordanland. Obwohl es Migron also gar nicht geben dürfte, stehen hinter dem Stacheldrahtzaun mannshohe Bäume in sattem Grün. Offensichtlich wird hier schon seit Jahren fleißig bewässert. Migron wächst.

Ein Siedler und ein israelischer Soldat wachen gemeinsam vor dem Tor. Itai Harel wartet neben seinem Haus, das kein Wohncontainer, sondern ein Haus aus Stein ist. Kinderfahrräder liegen am Straßenrand, zwei Kinderwagen stehen vor der Tür. „Ich hätte hier kein Haus gebaut, wenn ich es irgendwann wieder abreißen müsste“, sagt der Mittdreißiger und streicht sich durch den Dreitagebart.

Itai Harel ist kein Mann, der viele Worte macht, wenn es ein Kopfnicken auch tut. Und das Gesetz? Das Gesetz jenes Staates, dessen Bürger er doch auch ist? Er lächelt gütig, vielleicht auch nur ein wenig herablassend. „Wir bekommen Strom und Wasser vom Staat, die staatliche Telefongesellschaft Bezeq hat uns ans Festnetz angeschlossen, der Staat subventioniert unseren Kindergarten, und vor dem Tor wachen israelische Soldaten. Was bitte soll hier illegal sein?“

Itai schlägt einen Aktenordner auf und zeigt Fotos von damals, als Migron noch eine Art Campingplatz war, ohne Strom und Wasser. Der Ordner enthält Dokumente, die darauf hindeuten, dass das Infrastrukturministerium 2002 die Planung und den Bau des Außenpostens unterstützt oder zumindest gebilligt hat. Auch das Verteidigungsministerium soll damals „grundlegende Arbeiten und Pläne“ zum Ausbau Migrons angeregt haben.

„Fünf Minister haben uns bisher besucht“, erzählt Itai. Die Landbaubehörde Jerusalems hat Millionen Schekel für den Ausbau der Infrastruktur lockergemacht und gleich noch mal 800.000 Schekel (150.000 Euro) für den Bau der Synagoge zur Verfügung gestellt. Itai Harel spricht davon nicht mit Genugtuung, sondern mit der Selbstverständlichkeit eines Menschen, der oft erlebt hat, wie eine Siedlung entsteht und eben nicht wieder verschwindet. Wie das funktioniert, wissen die Siedler genauso gut wie ihre Gegner. Ein siedlungskritischer Bericht stellt fest, dass mindestens sechs verschiedene Ministerien das Unternehmen finanziell unterstützt haben. Itai Harel ist also – wie die meisten ideologischen Siedler – kein halluzinierender Spinner, er ist ein scharf kalkulierender Utopist.

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