Muslime in Malaysia: Verhaftung von Unverheiratete

Sie lieben sich – mit dem Herzen und mit dem Körper. Weil sie keinen Trauschein haben, sind in Malaysia 52 muslimische Paare verhaftet worden.

Zu Neujahr sind in Malaysia 52 muslimische Pärchen in Hotels festgenommen worden. Jetzt droht ihnen Haft oder Bußgeld.

Wer als Moslem in Malaysia öffentlich Alkohol trinkt, kann dafür Stockhiebe bekommen, Jugendliche – muslimische und alle anderen – , die beim Rauchen erwischt werden, bekommen von der Justiz Ketterauchen als Strafe aufgebrummt. Nun müssen auch muslimische Liebespaare, die sich ohne Trauschein lieben, mit Bestrafung rechnen: Wegen sittenwidrigen Aufenthalts in einem Hotelzimmer droht 52 unverheirateten Paaren in Malaysia eine Haftstrafe.

(…)

Islamisches Scharia-Recht gilt in Malaysia für alle Muslime, die fast zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen. Für die Minderheiten der Christen, Buddhisten und Hindus sind diese Gesetze nicht gültig.

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http://www.sueddeutsche.de/panorama/886/499167/text/

Christen in Malaysia haben Allah wieder

Malaysias Premier Najib Razak nennt es eine „äußerst delikate Angelegenheit“: das Urteil von Malaysias oberstem Gericht am 31. Dezember, wonach die katholische Kirche in der malaiischen Sprache das Wort „Allah“ wieder als Begriff für den eigenen Gott, den Allmächtigen, gebrauchen darf. Viele von Malaysias rund 850 000 Christen bejubelten das Urteil, das ein dreijähriges Verbot kippte. Rund 10 000 Muslime dagegen unterzeichneten gleich eine Facebook-Kampagne gegen die verantwortliche Oberrichterin Lau Bee Lan, die bekennende Chrstin ist. Ein einflussreicher Mufti der nördlichen Provinz Perak verurteilte das Verdikt als „Beleidigung von Muslimen“. Harsche Kritik auch aus der muslimischen Regierungspartei UMNO, während oppositionelle Muslimparteien und moderate Kreise wie Oppositionsführer Anwar Ibrahim das Urteil begrüßten und jetzt als „Verräter des Islams“ hingestellt werden.

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http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2992570

Lieber Mohammed-Karikaturist,

das Attentat auf Sie ist missglückt, Sie konnten sich ins Bad, einem gesicherten „Panikraum“, retten. Ihrer 5-jährigen Enkelin ist nichts passiert. Gott sei Dank. Geglückt ist dem Attentäter allerdings, dass die Angst lebt, selbst in diesem Brief.

Verteidige ich Ihre Karikaturen, spaltet mir morgen ein fanatischer Al-Qaida-Idiot womöglich den Schädel. Habe ich 0,01 Prozent Verständnis für seine „verletzten religiösen Gefühle“, kann ich mir im Spiegel nicht mehr in die Augen sehen.

Seit wann hat ein Mordversuch etwas mit Gott zu tun oder dem Explodieren von Flugzeugen, Zügen?

Ja, ich verteidige den dänischen Karikaturisten. Eine Karikatur ist keine Axt, kein Dynamit. Eine Karikatur ist eine freie Meinung. Diese Terror-Arschlöcher können mich mal, diese Dumpfbacken.

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http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2010/01/04/post-von-wagner.html

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Sport und Religion: Vorboten einer „sanften Revolution“

Ägyptens Squashdamen passen in das Bild, das das Magazin „Time“ als „sanfte Revolution des Islam“ bezeichnete. Die vier Frauen spielen ohne Schleier, was ihnen teils herbe Kritik einbringt.

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Regierung in Malaysia streitet um Gott und Allah

Dürfen Christen Gott mit dem Wort Allah bezeichnen? Dieser Streit beschäftigt Gerichte und Regierung im überwiegend islamischen Malaysia.

Kuala Lumpur – Dürfen Christen Gott mit dem Wort Allah bezeichnen? Dieser Streit beschäftigt Gerichte und Regierung im überwiegend islamischen Malaysia. Ein Gericht in Kuala Lumpur urteilte am Donnerstag, dass es der katholischen Zeitung „The Herald“ erlaubt sein müsse, den christlichen Gott als Allah zu bezeichnen und folgte damit einer Klage der Zeitung aus dem Jahr 2007.

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http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=18261109&sid=57&fid=21

Wie al-Qaida den Karikaturenstreit ausschlachtet

Der vereitelte Anschlag auf Kurt Westergaard rückt das Thema wieder in den Vordergrund: Bin Laden und andere hochrangige Terrorführer fordern seit Jahren blutige Vergeltung für die Mohammed-Karikaturen. Die Aufforderung, den Propheten zu rächen, fruchtet bei Kadern und Sympathisanten.

Berlin – Also sprach Osama Bin Laden: „Ich richte diese Rede an die islamische Gemeinschaft … und dränge sie, unseren Propheten Mohammed zu unterstützen und die Verantwortlichen für dieses schreckliche Verbrechen zu bestrafen, das von einigen Kreuzfahrer-Journalisten begangen wurde.“ Von April 2006 stammt diese Aufforderung des Qaida-Chefs, Rache zu üben für die Karikaturen über den Propheten Mohammed, welche die dänische Tageszeitung „Jyllands-Posten“ einige Monate zuvor gedruckt hatte. Man muss Bin Ladens Worte als nach wie vor gültige Order betrachten.

Das beweist nicht zuletzt der neuerliche Anschlagsversuch auf den Karikaturisten Kurt Westergaard, der für eine der Zeichnungen verantwortlich war. Der Angriff eines 28-jährigen Somaliers konnte abgewehrt werden.

In den Jahren seit Veröffentlichung der Spottbilder hat fast jeder halbwegs hochrangige Terrorführer zur Vergeltung aufgefordert. Qaida-Vize Aiman al-Sawahiri sprach davon, dass sich angesichts dieser „Abscheulichkeiten“ jeder Muslim fragen müsse, ob er bereit sei, „das, was wir besitzen, auf dem Wege Gottes zu opfern“ – und also Rache zu nehmen.

Die Taliban erklärten ebenfalls, dass Dänemark als Land und die Karikaturisten als Personen bestraft werden müssen. Die irakische Terrorgruppe Ansar al-Islam druckte Namen fast aller europäischen Tageszeitungen nach, welche die Karikaturen nachgedruckt hatten, darunter auch deutsche Blätter wie „die tageszeitung“ oder „Die Welt“. In mehreren Propagandavideos von al-Qaidas Medienabteilung al-Sahab wurden die Rachegelüste weiter befeuert, immer wieder, jedes Jahr aufs Neue.

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http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669779,00.html

Dänemark: Angriff auf Mohammed-Karikaturisten

Ein Mann mit Verbindung zu islamischen Terroristen hat am Freitagabend den wegen seiner Karikaturen des Propheten Mohammed bekannten dänischen Zeichner Kurt Westergaard bedroht und wollte ihn mit einer Axt erschlagen. Laut Polizei drang der Mann aus Somalia in das Haus des 74-Jährigen in der Nähe von Aarhus im Westen Dänemarks ein.

Nach Angaben des dänischen Geheimdienstes PET unterhält der Angreifer Verbindungen zu den radikal-islamischen Al-Shabaab-Milizen und zur Führung des Terror-Netzwerkes Al Kaida in Ostafrika. Geheimdienstchef Jakob Scharf stufte den Vorfall in einer Erklärung als „sehr schwer“ ein.

Angreifer von Polizei angeschossen

Der Eindringling sei mit einer Axt und einem Messer bewaffnet gewesen. Er wurde von der Polizei angeschossen und erlitt Verletzungen an der Hand und am Knie. Die Wunden seien nicht lebensbedrohlich, erklärte die Polizei. Das Alter des Festgenommenen wurde in unterschiedlichen Quellen mit 27 oder 28 Jahren angegeben.

Karikaturist flüchtete in „Panikraum“

Westergaard sei es gelungen, in sein als „Panikraum“ ausgebautes Badzimmer zu flüchten und die Polizei zu verständigen. Der Eindringling habe vergeblich versucht in den Sicherheitsraum einzudringen. Er habe in gebrochenem Dänisch unter anderem „Rache“ und „Blut“ geschrien. Mehrere Polizeieinheiten rasten zum Tatort. Die dänische Agentur Ritzau meldete, dass ein Dutzend Polizeiautos vor Ort gewesen seien und Experten das Gelände nach einer möglichen Bombe absuchten.

Westergaard sagte Ritzau, zu dem Zeitpunkt des Überfalls habe sich auch seine fünfjährige Enkelin in dem Haus befunden. Der Zeichner wurde noch in der Nacht an einen sicheren Ort gebracht.

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http://www.krone.at/krone/S25/object_id__178465/hxcms/index.html

Zensur: Rihanna ist zu heiß für Moslems (mit Umfrage)

Für die amerikanische GQ zeigte sich Rihanna erst kürzlich von ihrer sexy Seite. Bei ihrem Neujahrskonzert in Abu Dhabi muss sie heute allerdings mindestens einen Gang zurück schalten, da die Religion der muslemischen Zuschauer in den Vereinigten Arabischen Emiraten keine aufreizende Kleidung zulässt.

Normalerweise lebt die Bühnenshow von Rihanna zum Großteil von ihren heißen Outfits. In Abu Dhabi muss die Show aber komplett überdacht und neu konzipiert werden, was bei allen Beteiligten für großes Kopfzerbrechen sorgte, wie der “Daily Mirror” kürzlich berichtete. Angesichts der üppigen Gage von 500.000 Dollar, die die 21-Jährige für ihren Auftritt einstreicht, sollte aber auch hierfür eine adäquate Lösung gefunden worden sein.

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http://www.tom-hengst.de/2009/12/31/rihanna-ist-zu-heis-show-muss-zensiert-werden/

„Abscheulicher Missbrauch der Religion“

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat den Attentatsversuch von Detroit als „abscheulichen Missbrauch der Religion“ verurteilt. Religionsführer und religiöse Menschen auf der ganzen Welt müssten mit Abscheu auf diese Tat sehen, sagte Jaschke in Hamburg. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass ein Islamist in seinem Wahn zum religiösen Märtyrer hochstilisiert werden solle, forderte der Weihbischof, der in der Bischofskonferenz für den interreligiösen Dialog zuständig ist. Nur im gemeinsamen Widerstand gegen Wahn und Terror könnten die Spannungen in der einen Welt überwunden werden, unterstrich der Theologe.

Quelle:

http://www.domradio.de/news/artikel_59933.html

Schweiz: Pfarrer erlaubt Weihnachtskrippe mit Minaretten in seiner Kirche

In der Kirche Sacro Cuore in Bellinzona haben Krippenbauer sechs zwei Meter hohe islamische Gebetstürme errichtet. Der Pfarrer der Kirchengemeinde, Callisto Caldelari, steht hinter der Aktion.

Der Franziskanermönch will mit der Gestaltung der Weihnachtskrippe in seiner Kirche ein Zeichen setzen. Mit der Krippe will er die Diskussion um religiöse Toleranz fördern.

Ergänzt wird die Installation durch ein Buch, das Bibelverse und Koranverse zum Thema Wasser enthält.

(Quelle: shortnews.de)

Muslima: Wenn ich Spiritualität suche, suche ich sie in christlichen Kirchen

Ich bin Muslima, doch tatsächlich weiß ich mehr über den katholischen Glauben als über den Islam. Bis ich zwölf war, war ich überzeugt, dass ich Nonne werden würde. – Interview mit Yasemin Sannino, die an der Papst-CD-Alma Mater mitwirkte

(…)

DIE WELT: Kennen sie die deutsche Gretchenfrage?

Sannino: Nein, wie heißt sie?

DIE WELT: Wie halten sie es mit der Religion?

Sannino: Ich bin Muslima. Meine Mutter ist Muslima. Doch mein Vater ist Katholik, der mich auf Nonnen-Schulen schickte. Ich bin Muslima, doch tatsächlich weiß ich mehr über den katholischen Glauben als über den Islam. Bis ich zwölf war, war ich überzeugt, dass ich Nonne werden würde.

DIE WELT: Und ihr Mann?

Sannino: … ist sehr religiös. Er geht regelmäßig zur Kirche und ist tief gläubig. Ich bin als Chemikerin eher wissenschaftsgläubig. Am liebsten verlasse ich mich auf empirische Daten und möchte gern immer die Kontrolle behalten über das, was ich tue. Das ist natürlich ermüdend, denn ab einem gewissen Punkt muss man sich ja doch immer auf andere verlassen. Mein Mann sagt immer wieder, ich solle früher nachgeben, weil es eine höhere Hand über mir gebe.

DIE WELT: Hören sie da auf ihn?

Sannino: Ja, manchmal gehe ich mit ihm zur Messe. Wenn ich Spiritualität suche, suche ich sie in christlichen Kirchen.

(…)

Den ganzen Artikel lesen:

http://www.kath.net/detail.php?id=25035

Einflussreicher Scheich will Weihnachtsverbot

KAIRO. Ein erzkonservativer Prediger aus Ägypten will in islamischen Ländern das Weihnachtsfest verbieten. Der von den Regierungen im Nahen Osten kritisch beäugte Hetzredner ist sehr populär.

Der 83-jährige Scheich Yussuf al-Kardawi aus Ägypten hat nach Angaben von „Spiegel Online“ von Mittwoch eine Fatwa gegen das Weihnachtsfest erlassen. In Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, führt der sunnitische Religionsgelehrte ein islamisches Forschungszentrum. Der Ägypter gilt als angesehene „graue Eminenz“ in der islamischen Welt. „Araber und Muslime dürfen keine Weihnachtsfeste mehr erlauben“, wetterte er. Man müsse es den Christen in islamischen Ländern verbieten. Denn solche Feste seien „haram“, verstießen also gegen den islamischen Glauben. Kein Geschäft dürfe Weihnachtsbäume verkaufen – eine Praxis, die mit der Ausnahme von Saudi-Arabien in allen Teilen der islamischen Welt üblich ist.

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http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/art391,312949

„Bild der Wissenschaft“: Gott wohnt im Gehirn

Der Glaube – eine Gehirnfunktion. Forscher wollen herausgefunden haben, dass Religiosität manchen Menschen helfe, mit der Absurdität des Daseins besser zurecht zu kommen und damit ein evolutionärer Vorteil sei. Das Magazin „Bild der Wissenschaft“ befasst sich im aktuellen Titelthema mit der Frage „Warum Menschen glauben“ aus der Sicht mancher Naturwissenschaftler.

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http://www.pro-medienmagazin.de/journalismus.html?&news[action]=detail&news[id]=2643

Mit dem Segen Allahs im Ländle

Erste islamische Bank in Baden-Württemberg: Kein Zins, keine Spekulation: Die „ethische Verwahrlosung“ der Bankenlandschaft erfordere neue Lösungen, findet CDU-Mann Löffler – und lobt die Scharia.

Reinhard Löffler ist eigentlich kein untypisches Mitglied der CDU im Stuttgarter Landtag: Ein Jurist, der gerne Spätburgunder trinkt und die katholische Kirche als einen „Ankerpunkt“ in seinem Leben beschreibt. Löffler hat einmal bei IBM gearbeitet, sitzt in zahlreichen Aufsichtsräten und lobt als wirtschaftspolitischer Sprecher gerne den Mittelstand.

Es war nicht unbedingt abzusehen, dass Löffler einmal den Kapitalismus in seiner jetzigen Form in Frage stellen würde. Und dazu Sympathien für die Scharia erkennen lässt. „Islamische Finanzierung: Dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus?“, heißt ein kleines Papier, das Löffler geschrieben hat. So weit ist es schon gekommen.

„Halal“, also „rein“

Die „ethische Verwahrlosung“ der Bankenlandschaft erfordere neue Lösungen, findet Löffler. Er und vier weitere CDU-Abgeordnete fordern das baden-württembergische Finanzministerium auf zu prüfen, ob das Land nicht eine Staatsanleihe auflegen kann, die den Regeln der Scharia entspricht, also rein, „halal“, ist und vor allem das Zinsverbot respektiert.

(…) Mittlerweile hätten auch die London School of Economics und der Vatikan Bankgeschäfte im Namen Allahs gepriesen. Das eher katholische Baden-Württemberg zögert noch.

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http://www.sueddeutsche.de/politik/793/498092/text/

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Toleranz? „Meine Religion ist die richtige“

Im Interview mit dem «Bieler Tagblatt» zeigt sich Blancho von seinem Weg überzeugt. Er sagt: «Ich kann sagen, meine Religion ist die richtige und andere sind falsch.» Gleichzeitig sei er aber tolerant, er toleriere die Andersgläubigen in der Schweiz, wolle mit ihnen zusammenleben: «Das ist Toleranz.»

Originalartikel:

http://www.bielertagblatt.ch/News/Region/162774

Kopftuch vs. Kruzifix

Ist das Kopftuch ein politisches Statement oder Ausdruck der Religiosität? Und was suggeriert das Kruzifix im Gerichtsaal und der Behörde? Alan Posener und Alexander Görlach suchen nach Antworten.

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Christbäume für Moslems

Istanbul – Wer in diesen Vorweihnachtstagen in einem der großen Supermärkte der türkischen Metropole Istanbul einkauft, kommt sich nicht unbedingt vor wie in einem muslimischen Land. Handlich verpackte Kunststoff-Weihnachtsbäume, roter und goldener Weihnachtsschmuck sowie Kerzen und Adventskränze teilen sich die Regale mit Schokoladen-Nikoläusen und -Rentieren. In einigen Geschäften in der Türkei findet der interessierte Kunde derzeit sogar Reizwäsche im roten Satin-Weihnachtsmanndesign, komplett mit neckischer Bommelmütze.

Was ist bloß in die Türken gefahren? Muslime verehren Jesus von Nazareth zwar als Propheten, doch als Erlöser, dessen Geburtstag mit großem Brimborium zu feiern ist, sehen sie ihn nicht. Die Weihnachtsfeiertage sind in der Türkei normale Arbeitstage.

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http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2320412

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Männer mit Kopftüchern

TEHERAN. (hpd) Im Iran haben Männer eine neuartige Solidaritätsaktion begonnen und begehen damit einen Tabubruch. Der hpd berichtet über die Hintergründe der Aktion.

Majid Tavakoli hat am 16. Azar, also am 7. Dezember 2009, an der Universität Amirkabir eine flammende Rede gegen das islamische Regime gehalten. Er wurde festgenommen, später veröffentlichte das islamische Regime sein Foto mit einem Kopftuch und schwarzem Tschador. Sie berichteten, Majid habe vor lauter Angst Frauenkleider angehabt und habe flüchten wollen. De facto war er allerdings im Gefängnis und das Foto war für das Regime der Versuch, Majid zu erniedrigen und dabei zugleich die Studentenbewegung im Iran zu attackieren. Die Studentenbewegung, die nie aufhört: Beinahe täglich finden Demonstrationen und Treffen statt, bei denen die Studenten laut aussprechen, „Solange Ahmadinedschad an der Macht ist, wird unsere Bewegung jeden Tag stattfinden.“ Niemand – auch kein Mullah – kann derzeit an irgendeiner Universität des Landes für das islamische Regime eine Rede halten, an allen Universitäten herrschen Unruhen.

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Arzthelferin klagt, weil sie nicht mit Kopftuch arbeiten darf

Dunja A. (27) klagt vor Gericht gegen ihre Kündigung – und hat Chancen, zu gewinnen

Für Dunja A. (27) ist das Kopftuch Ausdruck ihrer Religion. Für ihre Chefin ist es ein Hindernis für Vertrauen …

Kopftuch-Streit vor dem Amtsgericht in Dortmund!

Mit 17 absolvierte die Muslima ein Praktikum in einer Arzt-Gemeinschaftspraxis, machte dort eine Ausbildung und wurde übernommen. Doch eines Tages kam sie mit einem Kopftuch zur Arbeit – und wollte es nicht mehr ablegen. Sie sagt: „Es gehört zu mir, zu meiner Religion. Sie steht über allem. Erst dann kommt die Arbeit.“

URL zum Originalartikel: http://www.bild.de/BILD/news/2009/12/15/kopftuch-streit/arzthelferin-darf-so-nicht-arbeiten-amtsgericht-klage.html

Legenden um die Jungfrauengeburt

Von Alan Posener

Alan Posener beschreibt, wie und warum Christen und Muslime das Marienleben immer weiter ausschmückten und sogar neu schrieben

Im Prospekt eines deutschen Touristikunternehmens für Bildungsbürger wurde bei der Beschreibung einer Reise durchs Heilige Land auch ein Besuch in „Nazareth, dem Geburtsort Jesu“ angekündigt. Es hagelte Protestbriefe. Schließlich wisse jeder, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde. Ja, das weiß jeder. Und doch kam Marias Sohn wahrscheinlich in Nazareth zur Welt. Die Verlagerung seines Geburtsortes aus Galiläa ins jüdische Herzland ist nur eine von vielen Legenden, die von der Nachwelt um die Weihnachtsgeschichte gewoben wurde. Denn sie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Um mit dem Geburtsort zu beginnen: Markus, der älteste Evangelist, weiß nichts von Bethlehem. Vielmehr wird Nazareth ausdrücklich als „Heimatstadt“ Jesu angesprochen. Auch bei Johannes sagt der Jünger Philippus zu Natanael: „Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazareth, den Sohn Josefs.“ Natanael erwidert: „Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?“ Denn Galiläa, mit seinen griechischen Städten und seiner hellenisierten jüdischen Oberschicht, war strenggläubigen Juden suspekt. Deshalb – und weil der Messias aus der Stadt und dem Haus Davids kommen musste – erfindet Lukas die Geschichte von der Steuerschätzung des Quirinius, bei der jeder in seine Stadt ziehen musste, weshalb „auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt“, gezogen sei.

Die Geschichte hat nur zwei Haken: Erstens zog bei solchen Schätzungen, die es im Römischen Reich öfter gab, nicht jeder in seine Heimatstadt. Das wäre ein logistischer Albtraum gewesen. Und zweitens fällt die Steuerschätzung des Quirinius in das Jahr 6/7 unserer Zeitrechnung, elf bis zwölf Jahre nach der tatsächlichen Geburt Christi zur Zeit des Königs Herodes.

Lukas ist auch der einzige Evangelist, der vom Besuch des Engels Gabriel bei Maria weiß, der ihr die Empfängnis eines Sohns verkündet. Woher wusste Lukas davon? Frühere Christen meinten, Maria selbst müsse ihm die Geschichte erzählt haben. Die Bibelwissenschaft weiß allerdings heute, dass er sein Evangelium in den Jahren 80 bis 90 n. Chr. verfasste, als Maria längst tot war. Ältere Bilder zeigen Lukas, den Schutzheiligen der Maler, wie er Maria porträtiert, während sie ihm aus ihrem Leben erzählt.

Matthäus weiß nichts von einem Engel, der Maria besucht. Als herauskommt, dass sie schwanger ist, will ihr Verlobter Joseph sich „in aller Stille von ihr trennen“, weil er „sie nicht bloßstellen wollte“. Sollte ihm Maria die Geschichte mit dem Engel erzählt haben, so scheint er ihr nicht geglaubt zu haben. Doch dann erscheint ihm ein Engel im Traum und sagt ihm, das Kind sei „vom Heiligen Geist“. Die Geschichte rührt einen unmittelbar an, mehr noch als die Erzählung von der Geburt im Stall. Man stelle sich die Not der jungen Frau vor – damals wurden Mädchen unmittelbar nach der Geschlechtsreife, mit 13 oder 14 Jahren, verheiratet – und die Großzügigkeit des Mannes, der sein männliches Misstrauen überwindet und das schwangere Mädchen heiratet. Gerade diese Ambivalenz des Matthäus-Evangeliums, der Hauch eines Skandals, der über dieser Geburt liegt, macht es für moderne Menschen so anziehend.

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„Lieber Muslim als Atheist“

Der Philosoph Robert Spaemann über störende Minarette, muslimische Schwiegersöhne und Homosexuelle

DIE WELT: Dennoch bleibt Selbstbestimmung – mehr als Gott – gesellschaftlich ein brennend heißer Konfliktpunkt. In Köln wurde vom „Autonomen Lesben- und Schwulenreferat“ gerade versucht, eine Ringvorlesung von Professorin Edith Düsing zu sprengen, weil Sie im Frühjahr in Marburg eine Erklärung gegen den Druck unterzeichnet hatte, mit dem Homosexuellenverbände den Kongress „Psychotherapie und Seelsorge“ verhindern wollten.

Spaemann: Das ist ungeheuerlich und wird immer schlimmer. Generell ist die Meinungsfreiheit jetzt schon auf katastrophale Weise eingeschränkt im Vergleich zu den Fünfzigerjahren. Wir lebten damals in einem viel freieren Land. Heute liegen Tretminen überall. Das Tolle ist aber jetzt, dass Frau Düsing nicht über Homosexualität sprechen wollte, sondern über Schiller und Nietzsche. Als Person darf sie jetzt also nicht mehr auftreten, weil sie einmal – wie zum Beispiel auch der bekannte sozialdemokratische Verfassungsrichter Ernst- Wolfgang Böckenförde – Freiheit der Rede auch für Leute verlangte, die Homosexualität für einen Defekt halten.

DIE WELT: Wundert Sie das?

Spaemann: Es empört mich. Hat Frau Düsing denn gegen Schwule geredet? Nein, sie hat ein Manifest unterschrieben, das verlangt, dass die Leute frei reden dürfen. Der Vorgang ist nicht nur absurd, sondern gefährlich.

DIE WELT: Sie haben kürzlich einmal gesagt, Ihnen wäre es lieber, Ihr Sohn würde Muslim als Atheist? Ist das Ihr Ernst?

Spaemann: Natürlich. Denn ein Muslim glaubt an Gott, was immer er darunter versteht. Er hat ein sehr beschränktes Gottesbild. Aber er glaubt immerhin an den Schöpfer des Himmels und der Erde, der am Ende das Gute belohnt und das Böse bestraft. Er glaubt an ein ewiges Leben. Er glaubt sogar an die jungfräuliche Geburt von Jesus. Das ist mir schon lieber als der Glaube eines Atheisten.

DIE WELT: Und wenn Ihr Sohn eine Muslima heiraten würde? Wäre Ihnen diese Schwiegertochter auch lieber als eine Atheistin?

Spaemann: Ja, doch passen Sie auf. Eine muslimische Schwiegertochter vielleicht ja. Aber ein muslimischer Schwiegersohn, das wäre mir allerdings gar nicht lieb.

DIE WELT: Warum nicht?

Spaemann: Weil meine Tochter dann nichts zu lachen hätte.

DIE WELT: Denken Sie, dass Ihre Tochter bei einem Atheisten mehr zu lachen hätte?

Spaemann: (lacht) Vielleicht schon. Sie kann ja dann immerhin noch eine Christin bleiben. Wenn sie aber einen Moslem heiratet, dann gnade ihr Gott.


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Bischof will mehr Kirchtürme in der Türkei

Mehr als jeder dritte Deutsche macht sich große Sorgen um die Ausbreitung des Islams. Bambergs Bischof Schick fordert mehr Kirchtürme in islamischen Ländern – als Ausgleich für Moscheen in Deutschland.

Nur rund ein Fünftel (22 Prozent) der Bundesbürger macht sich keine Sorgen vor einer zu starken Ausbreitung des Islam in Deutschland. 39 Prozent hätten „ein wenig Sorge“, und 36 Prozent machten sich große Sorgen. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Infratest-dimap-Umfrage für die ARD.

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Gerhard Schröders fauler Friede

Ein Recht auf Minarette?

Von Necla Kelek

Der bekannteste weise Narr der islamischen Welt ist Nasreddin Hodscha. Er soll im dreizehnten Jahrhundert in Anatolien gelebt haben, und man erzählt sich unter Türken noch heute seine Geschichten. Eine geht so: Nasreddin betrat ein Teehaus und verkündete: „Der Mond ist nützlicher als die Sonne.“ Die Leute waren erstaunt und fragten, warum. „Weil wir in der Nacht das Licht nötiger brauchen.“

Gerhard Schröders Artikel zum Schweizer Minarettverbot erinnert mich mit seinen luziden Erkenntnissen über den Islam an diesen weisen Mann. Der frühere Bundeskanzler schreibt vom Mond: „Der Islam ist keine politische Ideologie, sondern eine friedliche Religion. Das lehrt der Koran.“ (…)

Tilman Nagel und Bassam Tibi, zwei hervorragende Islamexperten unserer Zeit, forschten und lehrten in Schröders Nähe, in Göttingen. Sie hätten es ihm besser erklären können als ich: Der Islam ist Hingabe an den einen Gott. Er ist Glaube, Kultur, Weltanschauung und Politik. Seine Lehre kennt keine Trennung von Staat und Religion. Er ist unbestritten auch eine politische Ideologie, auch wenn Schröder das vom Tisch wischen will. (…)

Was Schröder über den Minarettstreit schreibt, ist schlicht diskriminierend – für säkulare Muslime hier und zum Beispiel in der Türkei. (…)

Seine Haltung ist die eines Machtmenschen, der Probleme relativiert und Werte formuliert, wenn sie ins politische Kalkül passen. Diese Haltung hat nicht nur die Sozialdemokratie und die Sozialarbeit jahrzehntelang auch in der Integrationspolitik vor sich hergetragen. Die muslimischen Migranten, so wurde unterstellt, sind noch nicht soweit, wir können von ihnen nicht zuviel Eigenverantwortung verlangen. (…)

Der eigentliche „Hinterhof“ ist die Abgrenzung gegenüber der offenen Zivilgesellschaft. Das Misstrauen der Schweizer gegenüber den Moscheevereinen rührt auch aus der Konspiration, die in den Moscheen gepflegt wird. (…)

Als anatolische Migrantin möchte ich mit dem Staatsmann, die Weisheit Nasreddins teilen: Der Hodscha setzte sich immer verkehrt herum auf sein Reittier, weil er nicht in dieselbe Richtung wie sein Esel gucken wollte.

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Spanien: Scharia-Gericht verurteilte Frau zum Tode

Die katalonische Polizei hat neun fundamentalistische Muslime festgenommen, die eine Frau wegen angeblichem Ehebruchs hinrichten wollten. Die Frau konnte kurz vor ihrer Hinrichtung zur Polizei flüchten.

In der nordostspanischen Region Katalonien hat die Polizei eine aus fundamentalistischen Muslimen bestehende Bande zerschlagen, die eine angebliche Ehebrecherin nach den Gesetzen der Scharia zum Tode verurteilt hatte. Wie die spanische Zeitung „El Pais“ am Dienstag online berichtet wurden neun Personen festgenommen.

Ein Untersuchungsrichter in Tarragona hielt die Aussagen der Frau für glaubwürdig und ordnete die Festnahme von neun aus Nordwestafrika stammenden Personen an, die der ultrakonservativen islamischen Strömung des Salafismus anhängen. Ihnen wurde Freiheitsberaubung, Mordversuch und die Bildung einer illegalen Vereinigung vorgeworfen.

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Al-Qaida tötet achtmal mehr Muslime als Nicht-Muslime

Von Yassin Musharbash, spiegel-online.de

Al-Qaida sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die Ungläubigen. In den Opferzahlen spiegelt sich das nicht wider. Eine Studie zeigt: Zwischen 2004 und 2008 tötete die Organisation zwar 371 Nicht-Muslime, gleichzeitig fielen ihr aber mindestens 2639 Muslime zum Opfer.

Berlin – Darf man im Kampf gegen die Ungläubigen auch Muslime töten? Sogar das Terrornetzwerk al-Qaida beschäftigt sich mit dieser Frage. Der Qaida-Ideologe Abu Jahja al-Libi etwa entwickelte eigens eine Art theologische Theorie vom Kollateralschaden, die es erlauben soll, Muslime zu töten, wenn man die Feinde angreift.

Auch die irakische Filiale des Terrornetzwerks von Osama Bin Laden, die als besonders blutrünstig bekannt ist, macht ab und an geltend, dass sie sich mit der Frage beschäftigt – so zum Beispiel in einem Bekennerschreiben zu einem Anschlag in Bagdad im August dieses Jahres. Mit Blick auf bei der „Operation“ möglicherweise getroffene sunnitische Muslime hieß es in dem Kommuniqué, den Verwundeten wünsche man Genesung, den Getöteten, dass sie von Gott als „Märtyrer“ angenommen werden.

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Wirre Logik des Minarettverbots: Wie du mir, so ich dir

Ein Kommentar von Yassin Musharbash, spiegel-online.de

Wir gegen die: So versteht Europas Rechte das Schweizer Minarettverbot – schließlich ergehe es den Christen in der islamischen Welt nicht besser. Doch in diesem Argument offenbart sich die geballte Macht der Denkfaulheit. Die beiden Gruppen lassen sich keineswegs gleichsetzen.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen glauben, die Christen des Nahen Ostens seien von Kreuzrittern bekehrt worden. Aber Jesus wurde in Betlehem geboren, nicht in Bern. Die meisten Christen, die heute in der arabischen und islamischen Welt leben, sind Nachfahren von Jesus-Anhängern aus Zeiten der Urkirche. Als der Islam sich von Saudi-Arabien ausgehend ausdehnte, da sank ihre Zahl zunächst um jene, die sich zu der neuen Religion bekehrten. Viele taten das damals übrigens aus Steuergründen, Gewaltkonversionen blieben die Ausnahme. Heute liegt ihr Anteil, nicht zuletzt wegen massiver Auswanderungsbewegungen, nur noch bei wenigen Prozent. Und selbst Betlehem hat vermutlich keine christliche Mehrheit mehr.

Das Zusammenspiel mit den islamischen Herrschern war nie spannungsfrei. Es bewegte sich zwischen wechselseitigem Respekt und offener Diskriminierung der Christen. Bis heute ist die Lage der Christen in der islamischen Welt unterschiedlich. In Afghanistan, in Saudi-Arabien, in Iran ist es im Grunde ein Verbrechen, Christ zu sein. In Jordanien, in Syrien, in Palästina kreisen Konflikte eher um die Frage, ob es angemessen ist, wenn Kirchenglocken den Gebetsruf aus der Moschee durchbrechen – oder andersherum.

Eines ist aber ist immer gleich: In der muslimischen Welt sind die Christen fast nie Migranten. Im Gegenteil: Sie waren schon vor den Muslimen da. Ihre alten Kirchen sind älter als die ältesten Moscheen. Und schon deshalb ist die Lage der Muslime im Westen nicht mit der Situation der Christen in der islamischen Welt vergleichbar. Kulturell steht ein jordanischer Katholik einem libanesischen Sunniten näher als beide einem Schweizer Protestanten.

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Petition: „Asyl für Ex-Muslime“

Der Abfall vom Islam stellt in vielen „muslimischen Ländern“ ein todeswürdiges Verbrechen dar. Die Flucht aus der Heimat ist für Ex-Muslime oft die letzte Chance, grausamen Strafen zu entgehen. Bislang jedoch haben deutsche Gerichte die Gefahren, die diesen Menschen in den Ursprungsländern drohen, in skandalöser Weise heruntergespielt und ihnen das Recht auf Asyl verweigert.

Ein besonders gravierendes Beispiel ist der Fall des iranischen Ex-Muslims Siamak Zare: Zare gehört zu den mutigen Menschen, die 2007 im Rahmen der Kampagne des „Zentralrats der Ex-Muslime“ (ZdE) dem Islam öffentlich abgeschworen haben. Sein Foto fand sich auf dem Kampagnenplakat direkt neben dem Foto der ZdE-Vorsitzenden Mina Ahadi.

Siamak Zare weiß, was ihm für diese provokative Aktion im Iran blühen kann. Der ausgebildete Kameramann hat den Terror des Regimes in der Vergangenheit am eigenen Leib erfahren. Zweimal ist er im Iran aufgrund seiner regimekritischen Einstellung inhaftiert und gefoltert worden. Im Jahr 2000 gelang Zare mit seiner Familie die Flucht nach Deutschland, wo eines seiner beiden Kinder geboren wurde. Er hoffte, in Deutschland in Freiheit leben und seinen Beruf als Kameramann ausüben zu können. Doch die deutsche Asylgesetzgebung ließ das nicht zu.

Das Verwaltungsgericht Kassel urteilte, dass die öffentliche Abkehr vom muslimischen Glauben keinen hinreichenden Asylgrund darstelle, da in Zares Fall das „religiöse Existenzminimum“ nicht gefährdet sei. Dieses religiöse Existenzminimum umfasse nämlich, so die Richter, „neben der Religionsausübung im häuslich-privaten Bereich das gemeinsame Gebet und den Gottesdienst mit Gleichgesinnten abseits der Öffentlichkeit“. Nun hat Siamak Zare als humanistischer Atheist in der Tat kein Interesse an Gebeten und Gottesdiensten. Und so verstiegen sich die Richter zu der ungeheuerlichen Behauptung, dass Zare als religionsfreier Mensch überhaupt nicht religiös verfolgt werden könne und deshalb auch keinen Anspruch auf Asyl habe.

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Schweiz: Nach dem Minarett kommt jetzt die Burka dran

Nach der überraschenden Entscheidung der Eidgenossen für ein Minarett-Verbot wollen die konservativen Schweizer Parteien das Klima in der Bevölkerung offenbar für weitere Feldzüge gegen islamische Symbole ausnützen. Die Christliche Volkspartei (kurz: CVP) will jetzt schnell die Burka, die Ganzkörperverhüllung für Frauen, in der Schweiz verbieten lassen. Und das, obwohl die Partei gegen das Minarett-Verbot Stimmung gemacht hatte.

Die Schweizer haben am Sonntag mit 57,5 Prozent für einen Verfassungszusatz zur Untersagung von Minarett-Bauten gestimmt. Hinter der Initiative stand die mit einem Sitz in der Schweizer Regierung („Bundesrat“) vertretene rechtsbürgerliche Schweizer Volkspartei, die SVP. Von den 7,5 Millionen Einwohnern der Schweiz sind 400.000 Muslime. Derzeit stehen vier Minarette in der Eidgenossenschaft, die auch nach dem Referendum bleiben dürfen.

Für Minarette, gegen die Burka

Die Burka sei „gleichbedeutend mit islamischem Fundamentalismus“, sagte CVP-Parteichef Christophe Darbellay der „Basler Zeitung“. Zwar gibt er zu, dass es nur wenige Burka-Trägerinnen in der Schweiz gibt. „Aber man verbietet etwas lieber zu früh als zu spät“, so der Christdemokrat, der auch Kopftücher bei Frauen in offiziellen Funktionen verbieten will. Auch die SVP hatte im Vorfeld der Minarett-Abstimmung ein Burka-Verbot artikuliert.

Interessant ist, dass die CVP vor dem Referendum am Sonntag Stimmung gegen ein Minarett-Verbot machte. „Ein Bauverbot von Minaretten hat in der Verfassung nichts zu suchen. Mit Ihrer Ablehnung der Anti-Minarett-Initiative setzen Sie ein klares Zeichen gegen die Diskriminierung von Minderheiten“, hatte Darbellay auf der Website der CVP verkünden lassen. Die Christdemokraten fordern aber, dass Moscheen für alle Schweizer frei zugänglich sein müssen und Imame in der Landessprache predigen sollen.

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Turmbau zu Gott

Wenn eine Religion sichtbar wird: Minarette und Moscheen werden im Westen oft als Bedrohung wahrgenommen. Nicht nur in der Schweiz – auch in Berlin.

Die Sonne könnte noch so schräg stehen über Berlin, die Türme der Sehitlik-Moschee würden keinen Schatten werfen, der die nächsten Häuser erreicht. Zwischen den Pisten des stillgelegten Flughafens Tempelhof, dem Park Hasenheide und dem Freibad des Bezirks Neukölln recken sie sich von keiner Konkurrenz behelligt gen Himmel, zwei Mal 37 Meter.

Einzeln oder zu zweit kommen am Tag, nachdem sich die Schweiz per Volksabstimmung für ein Minarettverbot ausgesprochen hat, Gläubige hin zu den Gebetsräumen, ein paar Menschen haben sich vor der Teestube versammelt. Von dem Volksentscheid wissen fast alle.

Einer sagt, er sei traurig darüber, glaube aber nicht, dass das auch in Berlin passieren könnte. Ein anderer sagt, der Islam habe offenbar ein schlechtes Image, der nächste sucht in der Schweizer Angst vor allem Fremden den Grund für das deutliche Votum gegen die Minarette.

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Schweiz: Religionen werden ungleich behandelt

Durch das am letzten Sonntag beschlossene Verbot von Minaretten wurde der Ruf der Schweiz negativ beeinflusst. Mit Ausnahme der SVP hatten sich alle übrigen Parteien gegen dieses Verbot ausgesprochen, auch in Umfragen zuvor kam man auf nur 40 Prozent Dafür-Stimmen seitens der Bevölkerung.

Anscheinend hatte das von der SVP verbreitete Plakat, welches raketenähnliche Minarette auf der Schweizer Flagge abbildete, großen Einfluss. Denn bei der endgültigen Wahl kam man schließlich auf 56 Prozent Dafür-Stimmen. Die Abstimmungsbeteiligung fiel mit 55 Prozent relativ hoch aus.

Islamische Verbände kritisieren, die Befürworter des Verbots hätten bewusst mit Halbwahrheiten und Gerüchten eine ungerechtfertigte Angst gegen den Islam geschürt. Zudem würde der Islam nun Ungleich behandelt werden, da das Verbot nur diese Religion einschränkt.

Quelle: shortnews.de