Für sie sind Schulen ein Ort der Versuchung und des Lasters – darum unterrichten hessische Eheleute ihre Kinder seit Jahren zu Hause, trotz Schulpflicht. Ein Gericht hat das Paar nun zu einer Geldstrafe verurteilt. Es sind zwar vorerst nur 120 Euro, aber es könnte schlimmer kommen.
Das Landgericht Kassel hat am Mittwoch ein Elternpaar aus Nordhessen, das seine Kinder aus religiösen Gründen nicht auf eine staatliche Schule schickt, zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht befand Jürgen und Rosemarie Dudek der dauernden Entziehung der Schulpflicht in drei Fällen für schuldig. Beim Strafmaß folgte es der Forderung der Staatsanwaltschaft jedoch nicht und verhängte lediglich eine Geldstrafe von je 60 Tagessätzen à einem Euro für Vater und Mutter.
Damit blieb das Gericht in seiner Revisionsentscheidung weit unter einem Urteil vom Juni 2008, als das Paar noch zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden war. Die Staatsanwaltschaft wollte an diesem Strafmaß festhalten.
Die Geldbuße sei keine symbolische Strafe, sagte der Richter Jürgen Dreyer. Die Höhe der Tagessätze orientiere sich am geringen Familieneinkommen von rund 1500 Euro, davon blieben nach Abzug des Kindergeldes nur rund 220 Euro übrig. „Es sollen ja sie bestraft werden und nicht die Kinder“, so Dreyer.
Er ergänzte: „Mit 60 Tagessätzen sind Sie vorbestraft. Und wenn es eine neue Verurteilung gibt, heißt das Haft.“ Doch das scheint das Ehepaar nicht zu stören. Sie sonnen sich in der Solidarität ihrer Unterstützer. Etwa 30 sind ins Landgericht gekommen; die Frauen mit weiten schwarzen Röcken und ernstem Blick unter dem Kopftuch, die Männer mit dem Selbstbewusstsein in den Augen, unbedingt das richtige zu tun. Die Kinder, die auch während der Urteilsverkündung herumspringen, sehen mit Strickkleidern und Zöpfen aus wie aus den ersten farbigen Heimatfilmen.
Der Elitesoldat Dan Johnson kam traumatisiert aus Afghanistan zurück. Aber er glaubt, er war von einem Dämonen besessen. Unsere Autorin besuchte ein Erlösungsseminar in Georgia.
In Portal, im Bundesstaat Georgia, weisen Schilder an staubigen Straßen auf andere staubige Straßen hin. In der Dorfmitte steht die Portal Church of God. Sie sieht aus wie ein farbloser Pizza Hut. Daneben streckt sich ein blauer Wasserturm fünfzig Fuß in die Höhe. „Portal“ steht darauf. Bei der letzten Volkszählung 2002 fand man hier 562 Menschen. Jeder besitzt eine Pistole.
Überall überfahrene Gürteltiere. Sie kleben auf der Straße und riechen säuerlich. In bin mit Dan Johnson hergekommen, einem Kriegsveteranen, ehemals Sonderkommando der Luftwaffe – zwei Jahre Irak, drei Jahre Afghanistan. Dan war ein Night Stalker, 160. Regiment, Elite-Soldat. 2005 wurde seine gesamte Einheit, 16 Mann, getötet, als ihr Chinook Hubschrauber während einer Rettungsmission in Afghanistan abgeschossen wurde.
Dan war nicht dabei, weil ihm am Tag davor beim Einschlag einer Mörsergranate das Trommelfell geplatzt war. Er kehrte nach Georgia zurück – und begann den Verstand zu verlieren. Wo immer er auch hin ging, seine Kameraden warteten auf ihn, ihre verbrannten Körper, ihre Augen, die ihn anstarrten.
Die Evangelische Volkspartei (EVP) plant eine Initiative für einen neuen Religionsartikel. Der Verfassungsgrundsatz soll das Christentum als Basiskultur der Schweiz festschreiben. Nötig sei dies wegen des Nebeneinanders verschiedener Religionen.
(sda) Den Auftrag für die Initiative gab der Zentralvorstand am Samstag, wie die Partei mitteilte. Inhaltlich will die EVP mit dem geänderten Religionsartikel in der Bundesverfassung die christliche Prägung der schweizerischen Gesellschaft und Kultur festschreiben.
Die Prägung sei historisch begründet; das Christentum geniesse nach wie vor „eine Vorrangstellung gegenüber anderen Religionen“, schreibt die EVP.
Das Christentum mit seinen Werten soll als „Referenzkultur“ für die Regelungen des religiösen Zusammenlebens christlicher und nicht-christlicher Bekenntnisse dienen. Der Verfassungsartikel soll zudem die freie Wahl, die freie Ausübung, die freie Kommunikation und den freien Wechsel einer Religion festschreiben.
Die Forderung nach einem konkret ausformulierten Religionsartikel wurde bereits Ende der 1990er Jahre erhoben, scheiterte damals aber im Parlament.
Die EVP begründet den erneuten Vorstoss, der geltende Artikel „Kirche und Staat“ in der Bundesverfassung beziehe sich primär auf die christlichen Religionsgemeinschaften. Unterdessen habe sich das Konfliktfeld aber auf das Nebeneinander christlicher und nicht-christlicher Religionen verschoben.
Quelle: bielertagblatt.ch
Dürfen Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichten? In Deutschland heißt die Antwort auf diese Frage ganz klar Nein. Während in anderen Ländern, etwa den USA, das „Homeschooling“ ganz normal ist, legen deutsche Kultusministerien Wert darauf, dass alle Kinder nach ähnlichen Lehrplänen lernen. Immer wieder berichten die Medien über christliche Familien, die Widerstand gegen diese Rechtsnorm leisten. So etwa die Dudeks aus dem hessischen Herleshausen. Seit elf Jahren unterrichten Vater Jürgen und Mutter Rosemarie ihre Kinder zu Hause – aus christlicher Überzeugung.
Menschen, die Jesus Christus nicht kennen, sollen ihre Kinder nicht erziehen, sagten Dudeks einst gegenüber der Presse. In dieser Woche standen sie zum wiederholten Male vor Gericht. Dieses Mal geht es für die Familie nicht nur um Bußgelder. Im schlimmsten Fall könnten die Dudeks mit drei Monaten Gefängnis bestraft werden. Sie sind bereit, diese Strafe zu ertragen, sagen sie. Das Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.
Sind Eltern berechtigt, selbst zu entscheiden, wer ihre Kinder unterrichtet, auch wenn diesen dadurch vielleicht der wichtige soziale Kontakt zu Mitschülern vorenthalten wird? Auch wenn die Eltern dann allein entscheiden können, welches Wissen die Kinder für ihr künftiges Leben brauchen und welches nicht? Auch, wenn sie so vielleicht bis zur Volljährigkeit nie eine andere Glaubenswelt kennenlernen als die ihrer Eltern? Andersherum: Müssen Kinder in Schulen gehen, obwohl sie dort mit Gewalt und Gruppendruck konfrontiert sind? Müssen sie Einrichtungen besuchen, in denen sie kaum Einzelbetreuung erhalten, weil die Klassen überfüllt sind?

Foto: de.indymedia.org
In Europa nehmen Feindseligkeiten gegen Christen nach Einschätzung des Menschenrechtsexperten Martin Kugler aus Wien derzeit zu.
Viele Christen würden mit «irrationalem Hass und Vorurteilen» konfrontiert, sagte Kugler während einer Konferenz mit Religionsvertretern und EU-Politikern am Freitag in Venedig. Gläubige litten unter Intoleranz und Diskriminierung, schlimmstenfalls sogar unter Verfolgung. Das Phänomen sei in etlichen Ländern zu beobachten, unter anderem in Deutschland, Großbritannien und der Türkei.
Kugler gehört in Österreich dem Netzwerk «Christianophobia» an. Als Beispiel für einen «aggressiven Widerstand» gegen deutsche Christen nannte er die Demonstrationen gegen das evangelikale Jugendtreffen «Christival» in Bremen 2008. In Großbritannien sei eine verzerrte Medienberichterstattung zu Ungunsten von Christen zu beobachten, wie ein internes Dokumente des Rundfunksenders BBC gerade gezeigt habe. In der Türkei werde häufig nicht ausreichend auf die Bedürfnisse christlicher Schulkinder eingegangen.
Kugler verwies auch auf die zunehmende Ablehnung christlicher Symbole in der Öffentlichkeit und auf Vorbehalte gegen christliche Politiker. Nötig seien «gleiche Rechte für Christen, keine Privilegien», unterstrich der Experte.
Quelle: jesus.de
In einem Manifest erklären 145 Vertreter von christlichen Kirchen in den USA, sie seien nicht bereit, Gesetze zu befolgen, die ihren Einrichtungen vorschreiben, an Abtreibungen mitzuwirken, oder sie zwingen, Homo-Ehen anzuerkennen
Washington (kath.net/KNA)
Hochrangige Vertreter christlicher Kirchen haben die Haltung der US-Regierung in der Abtreibungsfrage kritisiert. In einem am Freitag in Washington veröffentlichten Manifest erklären 145 Repräsentanten der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchen, sie seien nicht bereit, Gesetze zu befolgen, die ihren Einrichtungen vorschreiben, an Abtreibungen mitzuwirken, oder sie zwingen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften als Ehe anzuerkennen.
Das Dokument trägt den Titel: «Erklärung von Manhattan – Ein Ruf des christlichen Gewissens». Darin heißt es: «Wir geloben einander und unseren Glaubensbrüdern, dass keine Macht dieser Welt, sei sie kultureller oder politischer Natur, uns einschüchtern und zum Schweigen bringen wird.» Ziel des Manifestes sei es, Präsident Obama zu signalisieren, dass die christlichen Führer im Land geeint und nicht bereit seien, bei Themen wie Abtreibung, Stammzellforschung oder «Homo-Ehe» Kompromisse einzugehen.
Die Autoren des Manifestes, das im September in Auftrag gegeben wurde, sind Charles Colson, engster Berater des früheren US-Präsidenten Richard Nixon, der katholische Jura-Professor Robert P. George von der Princeton University sowie Timothy George, Dekan an der Beeson Divinity School in Birmingham/Alabama. Zu den Unterzeichnern gehören auch 15 katholische Bischöfe, darunter die Erzbischöfe von New York und Washington, Timothy Dolan und Donald Wuerl.

Über die Entwicklung des christlichen Fundamentalismus in Deutschland
Vortragsveranstaltung am Mittwoch, dem 25.11.2009 in der Zeit von 19:00 Uhr bis etwa 22:00 Uhr im Interkulturellen Zentrum Don Quijote, Scharnhorststr. 57 in 48151 Münster.
Über viele Jahre waren die Vertreter des christlichen Fundamentalismus sowohl in den Kirchen als auch in der Gesellschaft weitestgehend isoliert. Dies hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Die Evangelikalen, als Hauptvertreter dieses entschiedenen Bekenntnisses, schaffen es immer öfter Diskussionen zu Wertevorstellungen, Abtreibung, Rechte von Homosexuellen, Missionierung Andersgläubiger u.a. anzustoßen. Sie fühlen sich zu einem Kreuzzug gegen die postmoderne Gesellschaft gezwungen. Die Wirkung dieser Bewegung wird in Deutschland unterschätzt. Der Vortrag will zunächst einen Überblick über die Entwicklung der letzten Jahre geben. Darüber hinaus werden die wichtigsten Konfliktfelder benannt und kritisch beleuchtet.
Veranstalter:
AStA der Fachhochschule Münster
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Münsterland
Antifaschistische Linke Münster
Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V., Landesverband NRW
Anmeldungen sind erbeten unter: nrw@ibka.org
Eine Produktion des „ZDF-Infokanals“ beweist derzeit, dass christliche Organisationen in den Medien durchaus auch positiv gesehen werden. Petra Otto hat die amerikanische Gemeinde „Metro Minstries“ besucht und einen offen gelebten christlichen Glauben vorgefunden – ebenso wie in der Biblischen Glaubens Gemeinde in Stuttgart.
Daniel Koch war einmal Ingenieur in Deutschland. Er hat gut verdient, hätte womöglich Karriere machen können. Heute betreut er arme Kinder im New Yorker Stadtteil Brooklyn, arbeitet oft bis spät am Abend, hilft sozial benachteiligten Familien und wirkt bei Straßengottesdiensten, sogenannten „Sunday Schools“, mit. Er verdient umgerechnet rund 100 Euro in der Woche, doch seine Arbeit erfüllt ihn. „Die Taten machen den Unterschied“, erklärt der überzeugte Christ seinen Einsatz für die Ärmsten. Das ZDF hat ihn besucht und erklärt im Beitrag „Mit Gottes Hilfe – eine christliche Gemeinde in Brooklyn“: „Er bringt Kleider, Geduld und Essen mit und er spricht von Jesus und der Bibel.“

Schulverweigerer bei Stern TV (Symbolbild)
Vor dem Landgericht Kassel hat sich am Montag ein Elternpaar wegen Verletzung der Schulpflicht verantworten müssen.
Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem 48-jährigen Mann und seiner 43-jährigen Frau aus Herleshausen vor, ihre Kinder nicht in eine staatlichen Schule zu schicken. Die Eltern hätten «hartnäckig und beharrlich» wiederholt gegen die Schulpflicht verstoßen.
Die Eheleute hatten angegeben, aus religiösen Gründen ihre Kinder seit elf Jahren selbst zu unterrichten. Insgesamt hat das Paar sieben Kinder, von denen fünf schulpflichtig sind. Im Rechtsstreit geht es um drei Kinder, die nicht regelmäßig in die Schule geschickt worden waren.
Das Landgericht hatte das Ehepaar bereits 2008 zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung wegen Verletzung der Schulpflicht verurteilt. Das Oberlandesgericht hob die Entscheidung jedoch wegen Rechtsfehlern auf, so dass das Landgericht nun erneut darüber verhandeln muss.
«Wir sind kirchlich nicht gebunden», sagte der Familienvater. Man sei aber dem christlichen Glauben verpflichtet. An staatlichen Schulen werde nicht ausreichend das Wort Gottes gelehrt und ein falsches Wertesystem vermittelt. Er und seine Frau unterrichteten die Kinder mit den üblichen Schulbüchern, auch die Schulferien würden eingehalten. Ihren Antrag, eine eigene Ersatzschule zu gründen, um die Kinder legal selbst zu unterrichten, sei vom Schulamt verschleppt worden.
Der Anwalt Andreas Vogt führte an, dass nach Angaben des staatlichen Schulamtes die Kinder noch nicht eingeschult seien. Das Hessische Schulgesetz schreibe eine Schulpflicht aber nur dann vor, wenn eine Einschulung stattgefunden habe. Die Verhandlung soll am 25. November fortgesetzt werden. Voraussichtlich wird dann auch das Urteil gefällt werden.
Quelle: jesus.de

In ihren Memoiren rechnet Sarah Palin mit ihren Feinden ab. Und empfiehlt sich als populistische Antwort auf die elitären Demokraten.
Sie ist in aller Munde, ohne dass sie ein Amt bekleidet oder ein Hollywood-Promi wäre. Oder sonst etwas täte, was sie täglich in amerikanische Haushalte schwemmte. Nein, Sarah Palin ist allgegenwärtig, weil sie Sarah Palin ist: Ein Derwisch der Selbstvermarktung, eine Figur, die stetig durch die Medien wirbelt, indem sie provoziert und vorneweg marschiert und dabei die Anführerin des rechten Rands der Republikanischen Partei gibt, wo Jesus König ist und das freie Unternehmertum im Zeitalter Barack Obamas dem Sozialismus trotzt.
Palin ist die Evita vom Polarkreis und mithin Star einer Operette, deren Publikum gleichermassen abgestossen wie fasziniert ist vom politischen Gesülze auf der Bühne. Bei den Getreuen allerdings ist sie die Queen; gleich ihnen ist sie gläubig und fromm und ein Opfer herablassender Eliten, die in New York und Washington Land und Leute ruinieren.
Die ZDF-Talksendung „Nachtstudio“ widmete sich am Sonntagabend dem Thema „Gehet hin in alle Welt… Was heißt Mission heute?“ Als Gast war unter anderen eingeladen der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth. Der Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF) versuchte, häufige Vorurteile gegenüber „Evangelikalen“ zu entkräften. Im Zentrum stünde die Botschaft von Jesus Christus, und nicht so sehr Fragen um Homosexualität und Evolutionstheorie.
Ausgangspunkt der Sendung war ein Werbevideo der Missionsgesellschaft „Jugend mit einer Mission“, das junge Menschen offenbar dazu ermutigt, „Abenteuer und Spaß“ in der Mission zu erleben. Dabei riskierten sie jedoch ihr Leben, so Panzer, der von „aggressive Werbemethoden“ sprach und an die zwei jungen Missionarinnen erinnerte, die im Jemen entführt und ermordet wurden.
Der Sektenbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Harald Lamprecht, erklärte, er mache sich angesichts dieses Werbevideos Sorgen: „Es ist eine Form von Mission, die zu wenig Rücksicht nimmt auf die Befindlichkeit der Menschen, zu denen sie hingehen.“ Lamprecht kritisierte zudem „missionarische Kurzzeiteinsätze“, bei denen die Beteiligten lediglich einen kurzen Einblick in völlig fremde Kulturen erhielten. Es sei fraglich, ob derartige Mission überhaupt Sinn mache.
Fundamentalismus gibt es auch unter christen. Besonders im Süden der USA, dem »Bible Belt«, wollen Gläubige sich buchstabengetreu an biblische Werte und Gebote halten. Und Hollywoodfilme tragen diese intolerante Weltsicht auch zu uns.
Sam Shepard ist Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Musiker und Ehemann von Jessica Lange. Er war mit Bob Dylan auf Tournee und mit den Rolling Stones befreundet. Shepard, mittlerweile 65 Jahre alt, ist ein aufgeklärter Amerikaner. Über die christlichen Rechten in seinem Land sagte er einmal: »Ich habe nichts gegen die Bibel oder Christus, aber ich habe wirklich etwas gegen diese Scheinmoral, die da verkündet wird. Entweder ist man auf der rechten oder auf der linken Seite. Die Definitionen sind so schlicht, und die Leute sind sogar bereit, dafür zu töten oder selbst zu sterben.« Es gibt sehr viele erzkonservative, bibeltreue Menschen in den USA, die meisten sind evangelikale Christen. Einer von ihnen, George W. Bush, war vor einem Jahr noch Präsident der Vereinigten Staaten; er hat das Land und die ganze Welt verändert und sogar Kriege geführt im Namen Gottes. Bush hatte den Rückhalt der christlichen Rechten, und die genießen seither noch mehr Aufmerksamkeit als früher: in den Medien im In- und Ausland, bei Soziologen, Politikforschern – und in Hollywood.
Zum Beispiel der Film »Junebug« (Junikäfer) von 2005. Die Kunsthändlerin Madeleine und der Geschäftsmann George wohnen in Chicago. Madeleine will den Maler David Wark für sich gewinnen, der in North Carolina lebt – nur 50 Meilen von der Kleinstadt Pfafftown entfernt, in der ihr Mann George geboren ist. Das Paar beschließt, Wark und Georges Familie zu besuchen. George hat alles, was sein Bruder Johnny gerne hätte: Distanz zu Pfafftown, Erfolg und eine kluge Frau an seiner Seite. Johnnys schwangere Frau Ashley hingegen ist ein naives Landei und möchte ihr Kind »Junebug« nennen. Hier prallen das liberale Amerika (Chicago) und der evangelikale Wertkonservativismus des Landes (Pfafftown) aufeinander. Regisseur Phil Morrison zeigt Stärken und Schwächen von beiden – Bildung, aber kaltes Karrierestreben auf der einen, Geborgenheit, aber erdrückende Regeln auf der anderen Seite. Gott ist allgegenwärtig in Pfafftown, ständig wird gebetet, und Ashley kritisiert ihren unsozialen, lieblosen Mann nicht offen, sondern über die religiösen Bande: »Gott liebt dich, wie du bist, aber er liebt dich zu sehr, um dich so zu lassen.« In Pfafftown herrscht ein Gottesglaube, der einem die Luft abschnürt: Er macht die, die nicht mitmachen, zu Außenseitern. Aber er ist nicht offen aggressiv.
Autor: Gerhard Fischer, pm-magazin.de

So viel Sintflut kann gar nicht sein, wie es Berichte über Die Arche gibt. Und mit der Spendenflut, welche die Journalisten generieren, kommt das „christliche Kinder- und Jugendwerk“ gut klar. Zudem sorgen die „Medienpartner“ für ruhiges Fahrwasser, indem sie Themen übergehen, die einigen Wind machen könnten wie der evangelikale Hintergrund der Einrichtung oder die zweifelhafte sozialpädagogische Praxis.
„Damals habe ich in Steine investiert“, sagt Showmaster Günter Jauch mit Blick auf seine Spenden für die Sanierung Potsdamer Schlösser, „heute investiere ich in Köpfe.“ Mit 250.000 Euro jährlich fördert er die neue Kinderbetreuungseinrichtung der Arche in Potsdam. Auch Henry Maske, Mario Barth, Marcell Jansen und Verona Pooth setzen sich für den Verein ein, und Unternehmen wie McDonald’s, Unilever, die Deutsche Bahn und die Privatbank HSBC Trinkaus gehören zu den Unterstützern.
Diese Sozialpolitik à la Sloterdijk macht aus der Arche einen regelrechten Luxusdampfer. Die Wege dazu bahnt eine geschickte PR-Strategie, die dem Hilfswerk eine große Öffentlichkeit verschafft. Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann und die RTL-Chefin Anke Schäferkordt zählt Arche-Gründer Bernd Siggelkow laut Taz zu seinen persönlichen Freunden, und auch sonst fehlt es nicht an Medienpartnern. Der Burda-Verlag sammelt auf den Bambi-Verleihungen regelmäßig Geld für den Verein, und Stern und Spiegel geben ebenfalls gerne. Bei solch einer sorgsam gepflegten publizistischen Landschaft blüht der Arche natürlich kaum Ungemach.
Dabei wäre ein unbefangener Blick bitter nötig. Die Arche rechnet sich nämlich der evangelischen Freikirche zu und gehört damit zur Glaubensrichtung der Evangelikalen. Frei oder amtskirchlich organisiert, kommen sie in der Bundesrepublik auf ca. 1,3 Millionen Schäfchen. Ob es zwischen ihnen und dem Fundamentalismus eine Grenze gibt, darüber streiten die Theologen. Klar ist jedoch, dass in den Arche-Einrichtungen noch einmal ein ganz anderer Wind weht als etwa in evangelischen Kindergärten.
Die Antwort auf das Thema des Abends wurde erst am Schluss angesprochen. Doch zuvor fand eine interessante apologetische Debatte statt. Die Vereinigten Bibelgruppen hatten am Dienstag Christen und Religionskritiker zu einem Podium an die ETH Zürich eingeladen.
Zum zweiten Mal innert acht Tagen stellten sich die Vereinigten Bibelgruppen Kritikern echter oder vermeintlicher missionarischer Aktivitäten in Schule und Öffentlichkeit. Nachdem sich ein Podium in Bern am 2. November der Kritik an frommen Lehrern gewidmet hatte, weiteten die Organisatoren des Podiums an der ETH die Fragestellung aus: «Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?» Die Diskussion führte in eine spannende Debatte über Gründe für oder gegen den christlichen Glauben.
«Problematische Denkmuster»
Der Psychologe Jürg Frick, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich, kritisiert die Bibel, weil sie «höchst problematische Denk- und Handlungsmuster» enthalte. Auf dem Podium führte er dazu die Geschichte der (Nicht)Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham ins Feld. Es handle sich um eine Angst machende Geschichte, und es sei bedenklich, dass sie in Kinderbibeln erscheine.
«Gerade diese Geschichte enthält aber eine wichtige Botschaft», wandte der Religionswissenschaftler Georg Schmid ein. Sie sage nämlich aus, dass der Gott Abrahams keine Menschenopfer wollte – im Gegensatz zur damaligen Umwelt, in der oft der erstgeborene Sohn den Göttern geopfert wurde.
Wilf Gasser hatte die Geschichte als Kind schon gehört. Sie habe ihn nicht verwirrt. Entscheidend sei die Atmosphäre der Liebe und Vergebung gewesen, in der er ihm die erst im letzten Augenblick abgewendete «Opferung Isaaks» bekannt gemacht worden sei.
Für den bekennenden Atheisten Jürg Frick sind bereits Plakate mit der Bibelstelle «Vertraue auf Gott und nicht auf Menschen» gefährlich, weil sie sensiblen Menschen suggerierten, dass Menschen nicht vertrauenswürdig seien.

Wenn T-Rex versucht, einen fast lichtschnellen Dino zu jagen. – Erstaunlicherweise verwenden Gegner der Evolutionstheorie ähnliche Argumentationsstrukturen wie Widersacher der speziellen Relativitätstheorie. Bild: Christian Gapp, 2009
Von Christian Gapp
Diskussionen mit religiös motivierten Evolutionsgegnern sind enttäuschend unproduktiv. Daher vermeiden selbst profilierte Fürsprecher der Darwinschen Evolution wie Ulrich Kutschera öffentliche Streitgespräche mit Kreationisten. Interessanterweise verwenden Evolutionsgegner jedoch ähnliche argumentative Grundstrukturen, wie die kleine Gruppe von Kritikern der Einsteinschen Relativitätstheorie. Damit lässt sich besser verstehen, warum der Dialog sinnlos ist und wozu man seine Energien besser verwenden sollte.
Das Darwin-Jahr ist hierzulande bisher relativ ruhig verlaufen. Die Menschen besuchen die Evolutions-Ausstellungen, wie beispielsweise DARWIN und die Entstehung der Arten im traditionsreichen Museum Koenig in Bonn, ohne dass Evolutionsskeptiker Plakate von den Wänden reißen oder Interessierte am Eingang mit Pamphleten belästigen. Allerdings scheinen vor allem solche Besucher in die Museen zu kommen, die der darwinistischen Abstammungslehre nicht kritisch gegenüber stehen. So wird am Jahresende wohl das Fazit gezogen werden müssen, dass die Evolutionskritiker nicht an Boden verloren haben. Aber für diesen Pessimismus ist es vielleicht noch zu früh.
Die meisten, hartnäckigsten und verstocktesten Gegner Darwins kommen aus fundamental angehauchten christlichen und muslimischen Kreisen. Ob sie sich selbst zu den „Kreationisten“, den „Kurzzeitkreationisten“ oder den Anhängern des „Intelligent Design“ rechnen, ist aus der Sicht der Biologie nebensächlich, denn sie teilen wesentliche Kritikpunkte an der Evolutionstheorie. Dass ihnen mit naturwissenschaftlich fundierten Argumenten nicht beizukommen ist, ist evident. Die meisten lehnen naturwissenschaftliche Methoden rundweg ab oder verwenden einen bloß für Laien professionell klingenden, amateurwissenschaftlichen Jargon, so wie Wort und Wissen. Auch mit evolutionskompatiblen theologischen Positionen wird ihnen nicht beizukommen sein, weil ihre Ablehnung auf Dogmen beruht, denen liberal-theologische Ansichten genauso wesensfremd sind wie die Evolutionstheorie.
Die Staatsanwaltschaft Rheinland-Pfalz hat ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen Redakteure des ZDF eingestellt. Darstellungen in dem Beitrag „Sterben für Jesus“, der in der „Frontal 21″-Ausgabe Anfang August ausgestrahlt worden war, seien strafrechtlich nicht relevant.
Das ZDF-Magazin „Frontal 21″ hatte am 4. August eine Reportage ausgestrahlt, die seitdem immer wieder für Diskussionen sorgt: Reporter hatten zum Teil mit versteckter Kamera über evangelikale Mission berichtet. Insbesondere in der Anmoderation des Beitrages wurden christliche Missionare mit Islamisten verglichen. Beide Gruppen seien bereit, für Gott zu sterben.
Scharfe Kritik an dem Beitrag übten nicht nur zahlreiche Zuschauer, auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach Anfang September in einer Stellungnahme von einem besonders markanten Beispiel für eine mediale Berichterstattung, „die notwendige Unterscheidungen vermissen lässt und sich fragwürdiger journalistischer Mittel bedient“. Und auch der Fernsehrat des ZDF übte Kritik: Die Anmoderation etwa bezeichnete das Gremium als „misslungen“.
Pohlheim (rge). »Es gibt nicht die eine Wahrheit der Schöpfungsgeschichte«, erläuterte Prof. Dr. Erhard Gerstenberger aus Gießen am Sonntagabend im Thomashaus beim Gemeindeabend der evangelischen Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg. Der auch international vielgefragte Experte des Alten Testaments und ehemals Lehrender an den Universitäten in Marburg und Gießen war auf Einladung der Kirchengemeinde gekommen, um über das Thema »Gott schuf Himmel und Erde in sechs Tagen – Schöpfungsglaube (unterschiedlich gedacht – Kreationismus) und Darwinsche Evolution« zu referieren. Wenn auch die Anhänger des Kreationismus nur die Bibel als einzige Wahrheit der Schöpfung anerkennen, stehen auf der anderen Seite die Wissenschaft mit ihren Forschungen der letzten Jahrhunderte mit den Erkenntnissen über die Entwicklung der Erde und des Menschen, so Gerstenberger zu dem aktuell kontrovers diskutierten Themenkomplex der Deutungshoheit der Schöpfungsgeschichte.
Die 50 Zuhörer wurden von Jutta Wendt begrüßt. Kantor Eun Sup Jang stimmte musikalisch am Klavier mit einer Suite von Beethoven auf das Referat ein.
Die Pluralität der Meinungen verdeutliche, dass es keine ewige Wahrheit auf Deutung der Welt gebe. Viel mehr habe jede Epoche der Menschheitsgeschichte ihre eigene Perspektive. War damals ein Faustkeil das Beste handwerkliche Gerät gewesen, so wird heute mit einem damals unbekannten Schlagbohrer gearbeitet, verdeutlichte der Referent beispielhaft die Veränderungen. Was unsere Vorfahren damals für richtig und plausibel gehalten haben, erscheine aufgrund unseres heutigen Wissens in einem anderen Licht. So habe sich auch die Glaubensvorstellung von Gott und der Bibel verändert. »Was heute noch als richtig gilt, kann morgen schon falsch sein«, so Gerstenberger mit Blick auf Erkenntnisse kommender Generationen.
Die teilweise fanatisierten Kreationisten-Anhänger, die so genannten Neokreatonisten aus den Reihen der US-Evangelikalen, die aus Amerika auch nach Europa überschwappe, flüchten in eine Welt der Vorvergangenheit, beobachtet er. Einerseits nutzen sie alle Möglichkeiten der modernen Technik in Medizin und Kommunikation, andererseits sehnten sie sich in die archaisch biblische und überschaubare Welt der Antike.

Ted Haggard, der homophobe schwule evangelikale Prediger!
Warum die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Liebe in der Gesellschaft noch tief verankert ist, darüber rätseln Psychologen bis heute
„Ich bin schwul, und das ist gut so.“ Ob der vielzitierte Satz des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit zu mehr Akzeptanz von Schwulen in der Gesellschaft beitrug, ist ungewiss. Sicher ist: Bei vielen Menschen muss er auf Ablehnung gestoßen sein, denn sie finden Homosexualität keineswegs „gut so“, sondern lehnen sie als unmoralisch ab: Diese Ansicht vertreten einer Umfrage zufolge 21,8 Prozent der Deutschen.
Doch woher kommt diese Ablehnung, in ihren extremeren Ausprägungen von Psychologen auch „Homophobie“ genannt? Bereits Sigmund Freud, Urvater der Psychoanalyse, hatte dafür eine Erklärung parat: Wer Homosexualität in Bausch und Bogen verdamme, bekämpfe damit nur seine eigenen homosexuellen Impulse. In der Tat gibt es prominente Beispiele für ein solches Verhalten. So verteufelte der evangelikale Prediger Ted Haggard in den USA Homosexualität als unmoralisches und unbiblisches Verhalten und sprach sich heftig gegen jegliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften aus. Doch schließlich musste der prominente Prediger zugeben, ein sexuelles Verhältnis zu einem Callboy unterhalten zu haben.
Auch in Labortests fanden sich Hinweise auf eine solche Doppelmoral: Amerikanische Psychologen zeigten männlichen Probanden pornografische Filme mit schwulen Männern. Bei Versuchspersonen, die in einer Befragung zuvor homophobe Tendenzen gezeigt hatten, beobachteten die Forscher in 54 Prozent der Fälle sexuelle Erregung – bei nicht Homophoben waren es hingegen nur 24 Prozent.

Organisatoren wie die Judgement House Group bieten Poster und Do-it-yourself-Packs an - damit jeder sein eigenes Höllenhaus inszenieren kann
Statt Kürbisfratze und Hexenkostüm: Zur Abschreckung an Halloween errichten evangelikale Christen in den USA sogenannte Hell Houses. In diesen Spukhäusern warnen gläubige Schauspieler vor Abtreibung, Homosexualität und Alkohol. von Kristina Allgöwer, Chicago
„Ich bin der Feind deiner Seele“, grölt der dicke Mann mit dem Spitzbart. Sein Gesicht wird von roten Scheinwerfern angestrahlt. „Ich bin Luzifer, und ihr werdet für immer mit mir in der Hölle schmoren!“ Um ihn herum winden sich jämmerlich klagende Gestalten: ein Drogensüchtiger neben einer ledigen Mutter, ein islamistischer Selbstmordattentäter neben einem homosexuellen jungen Mann. So sieht die Verdammnis aus – zumindest für viele evangelikale Christen in den USA.
Während sich im Halloween-Monat Oktober Millionen Amerikaner in geisterbahnähnlichen Spukhäusern gruseln, geht es in den „Hell Houses“ der fundamentalen Christengemeinden weniger vergnüglich zu. In kurzen, drastischen Bühnenstücken zeigen Laienschauspieler, welche unchristlichen Verhaltensweisen die Zuschauer unweigerlich ins Reich des Teufels führen.
Rund 3000 dieser Höllenhäuser werden jeden Herbst in den USA errichtet. Die Zahl der Besucher und teilnehmenden Kirchen sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, mehr als zehn Prozent hätten sich dabei zum ersten Mal zu Jesus bekannt, behaupten Veranstalter wie die „Judgement House Group“.
Fast alle Hell Houses funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ein als Dämon verkleideter Schauspieler führt Besuchergruppen durch verschiedene Räume. In einem tanzt ausgelassen eine Gruppe Jugendlicher. Ein junges Mädchen ist zum ersten Mal bei dem „Rave“ dabei. Es trinkt Alkohol, bricht zusammen und wird prompt auf der Tanzfläche vom Rest der Gruppe vergewaltigt. In einem anderen Raum wird ein an Aids gestorbener Mann beerdigt. Er war „der Lüge aufgesessen, er sei schwul geboren“. Und in einem weiteren Zimmer wird eine Abtreibung nachgestellt. Das Blut spritzt.
Die in Korntal vertretenen evangelikalen Missionswerke halten trotz verstärkter Kritik in den Medien an ihrem Anspruch fest, den christlichen Glauben und seinen „ausschließlichen Wahrheitsanspruch“ weltweit zu verkünden. Zugleich weisen sie Vorwürfe zurück, die von ihnen ausgesandten Mitarbeiter vor allem in vom Islam geprägten Ländern unkalkulierbaren Risiken auszusetzen.
Mission sei die „Sendung“ von Christen, „Gottes Liebe in Wort und Tat zu bezeugen und zu bekennen“, sagt Dieter Messner. Für den Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal schließen „bezeugen“ und „bekennen“ ausdrücklich auch das Bekehren ein – sofern es sich um eine freiwillige „Hinkehr zu Jesus“ handle.
Im Vorfeld der Sitzung des ZDF-Fernsehrats, der gestern einen – teilweise mit versteckter Kamera in Korntal gedrehten – Bericht des Polit-Magazins „Frontal 21“ über evangelikale Missionsverbände kritisierte, stellten Messner sowie Wolfgang Büsing als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und Traugott Hopp als Rektor der Akademie für Weltmission (AWM) eine gemeinsame Erklärung der drei Korntaler Einrichtungen vor. Darin heben Brüdergemeinde, AEM und AWM Universalität und Ausschließlichkeit der von ihnen vertretenen Heilslehre hervor und stellen sie in den Kontext der christlichen Verpflichtung zu tätiger Nächstenliebe.
Quelle: ludwigsburger-kreiszeitung.de
Die Organisation „Wort und Geist“ ist eine umstrittene Bewegung. In ganz Deutschland unterhält sie Einrichtungen, veranstaltet Heilungsgottesdienste. Für Kritiker hat „die Sekte mit christlichem Glauben nichts mehr zu tun“, wie das ZDF-Magazin „Frontal 21″ in seiner letzten Sendung berichtete.
„Wort und Geist“ setzt sich seit ihrer Gründung vor etwa zehn Jahren gegen manche Kritik zur Wehr. Rolf Wiesenhütter etwa, Pastor einer freikirchlichen Gemeinde im Norden Deutschlands, gilt als einer der Kenner von „Wort und Geist“. In einem Internetforum berichtet er über die Hintergründe der Organisation, veröffentlicht aktuelle Entwicklungen.
Auch in dem „Frontal 21″-Beitrag fasst Wiesenhütter seine Einschätzung zusammen: „Es ist tatsächlich so, dass da eben Psychotechniken greifen, die teilweise auch aus der Esoterik kommen, die aus dem Bereich kommen, den wir okkult nennen und mittels dieser Psychotechniken werden eben Menschen auch beeinflusst. ‘Wort und Geist’ sagt dazu: Sie werden ‘übernommen’.“ Der Sektenbeauftrage des Erzbischöflichen Ordinariat München, Axel Seegers, pflichtet ihm bei: „Ich habe den Eindruck, hier werden Menschen letztendlich instrumentalisiert. Es wird suggeriert, man könnte alle Krankheiten heilen. Und wenn man dann durch die Reihen geht, und fragt: Wer braucht noch Heilung, dann ist das etwas, was – denke ich – weder seriös ist, noch wirklich unterstützungswert ist.“
Im Internet stellt sich die Organisation harmloser dar: „Wort+Geist ist eine christliche Freikirche, deren einzige Grundlage das Wort Gottes – die Bibel – ist und die das volle Evangelium ohne Kompromisse verkündet“, heißt es da. „Wie schon damals, während der Zeit der Apostel in der Urgemeinde geschehen, bestätigt Gott auch hier sein Wort durch mächtige Zeichen und Wunder.“
Jeder kann in seinem Bekanntenkreis Atheisen entdecken, aber warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen? Jeder soll doch glauben oder nicht glauben, was er will – was soll ich mich damit herumschlagen? Meiner Meinung nach sollten Christen sprachfähig werden und Auskunft über ihren Glauben geben können. Sprachfähigkeit heisst: Den Menschen beim Nicht-glauben-können abholen und ihm Mut machen, sich auf die Suche zu begeben. Wer heute nach christlichen Standpunkten fragt, erwartet berechtigterweise überzeugende und zeitgemässe Antworten.
Der «Neue Atheismus», der aktiv das Christentum bekämpft, macht es vor. In Vorträgen, Büchern und Diskussionen bringt diese Bewegung ihre Argumente ein. Können Christen hier mitreden? Haben wir ein Selbstbewusstsein als Christen, dass wir etwas erfahren und etwas sehen, was ein Atheist noch nicht gesehen und erfahren hat? Ich vermisse die Auseinandersetzung. Der TV-Moderator Thomas Gottschalk hat sich mal dazu geäussert: «Ehrlich gesagt ist mir das etwas zu wenig. Es ist keine richtige Überzeugung, eher so ein rationales Sicherheitsdenken. Die Liebe Gottes scheint da noch nicht ganz im Herzen angekommen zu sein.»
Unter «Neuer Atheismus» versteht man: Religion ist mit Vernunft unvereinbar und richtet grossen Schaden in der Gesellschaft an. Deshalb ist jede Art von Religion konsequent zu bekämpfen. Neuer Atheismus gebärdet sich neuerdings missionarisch. Eine neue Generation von Skeptikern ist aufgebrochen, sich der Rückkehr der Religionen in den Weg zu stellen. Es ist das Coming-out all jener, die lange glaubten, die Gottesfrage würde sich von selbst erledigen.
Der Fernsehrat des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) hat in seiner Sitzung am Freitag Teile der umstrittenen Reportage „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ kritisiert. Die Abmoderation sei „misslungen“, sagte der Vorsitzende des Kontrollorgans des Mainzer Senders, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz.
Aufgrund des Beitrages, der am 4. August in der ZDF-Sendung „Frontal 21″ ausgestrahlt wurde, waren zahlreiche Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat eingegangen. Zudem ermittelt die Staatswanwaltschaft Mainz gegen die verantwortlichen Reporter wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
In seiner Sitzung an diesem Freitag befasste sich der ZDF-Fernsehrat mit dem Beitrag. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums des Senders, Polenz, kritisierte insbesondere die Abmoderation als „misslungen“. Die Moderatorin der Sendung, Hilke Petersen, hatte darin Christen mit Islamisten verglichen: „Bereit sein, für Gott zu sterben: Das klingt vertraut – bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten.“

Der neunjährige Nwanaoko Edet. Ihm hatte sein Vater aus Angst vor bösen Geistern Säure einflößen wollen. Nur wenige Wochen nachdem das Foto entstand, war Nwanaoko tot.
Von Katharine Houreld, Abuja
Der neunjährige Nwanaoko Edet. Ihm hatte sein Vater aus Angst vor bösen Geistern Säure einflößen wollen. Nur wenige Wochen nachdem das Foto entstand, war Nwanaoko tot.
Ausgemergelt lag Nwanaoko auf einem Krankenhausbett, die blinden Augen abgewandt. Der Pastor hatte den Neunjährigen der Hexerei bezichtigt; sein Vater hatte ihm daraufhin als Exorzismus Säure einflößen wollen und damit Gesicht und Augen verätzt. Einen Monat später war Nwanaoko tot.
Wie er werden immer mehr Kinder in Afrika von Geistlichen der Zauberei beschuldigt und dann, oft von den eigenen Angehörigen, gequält oder umgebracht. Bei der Hälfte von 200 Fällen von „Hexenkindern“, denen die Nachrichtenagentur AP nachging, hatten Pastoren die Hand im Spiel. 13 Kirchen sind aktenkundig, einige davon Splittergruppen internationaler Glaubensgemeinschaften. Im Fall von Nwanaoko war es die Kirche „Mount Zion Lighthouse“ (Leuchtturm Berg Zion), Teil der einflussreichen Pfingstbewegung Nigerias. Der Ableger einer kalifornischen Kirche gleichen Namens ist mit mehr als 30 Millionen Mitgliedern die nach eigenen Angaben am schnellsten wachsende Religionsgemeinschaft des Landes.
Sündenböcke im Elend
Ihre Anhänger nehmen die biblische Ermahnung aus dem Buch Exodus wörtlich: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Ähnliches Gedankengut beherrscht auch andere evangelikale Gemeinden wie „Born 2 Rule Crusade“ (Kreuzfahrt der geborenen Herrscher) und „Winners’ Chapel“ (Gemeinschaft der Sieger).

Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat aufgrund einer Reportage des ARD-Magazins „Panorama“ scharfe Kritik an dem charismatischen Missionswerk „Jugend mit einer Mission“ geübt. „Mission darf nie etwas Gewaltsames bekommen“, so Bohl.
Bischof Bohl war Anfang August einer der ersten Kirchenvertreter, die öffentlich Kritik an einer Reportage des ZDF über die Darstellung christlicher Missionare übten. Anfang Oktober widmete sich das ARD-Magazin „Panorama“ ebenfalls dem Thema. Mit versteckter Kamera drehten Reporter in dem Gebäude von „Jugend mit einer Mission – Strategic Frontiers Herrnhut“. Jetzt äußerte sich Bohl auch dazu.
Beide Reportagen sind bis heute umstritten, beide viel kritisiert. Die eine, am 4. August in der ZDF-Reihe „Frontal 21″ ausgestrahlt, trägt den Titel „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“. Der andere Fernsehbeitrag wurde am 8. Oktober in dem Magazin „Panorama“ ausgestrahlt und war überschrieben mit „Sterben für Gott?“.
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, forderte das ZDF und „Frontal 21″ damals, Anfang August, zu einer Richtigstellung des Beitrages auf. „Es ist zu begrüßen, wenn sich Jugendliche für eine gute Sache einsetzen – hier in Deutschland und auch in anderen Ländern“, sagte Bohl damals. Erst später, Anfang September, äußerte sich auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ähnlich kritisch zu der Sendung, in der Kursteilnehmer einer Bibelschule oder Referenten der Akademie für Weltmission in Korntal zum Teil mit versteckter Kamera nach ihrem Verständnis von Mission befragt wurden.
„Mission darf aber nie etwas Gewaltsames bekommen“
Bünde (hdk). „Jesus lebt“ stand auf dem Plakat der sieben Deutschrussen, die vor dem Haus des mutmaßlichen 23-jährigen Bünder Tierquälers demonstrierten. Entgegen der ersten Erwartungen einiger Anwohner kamen die Besucher in freundschaftlicher Mission.
„Sie standen dort auf der Wiese und sangen Lieder. Ich konnte es kaum glauben“, sagt eine Nachbarin. Tierschützerin Petra Mohnke-Bröder hat sich über das Geschehen bereits informiert: „Es waren fünf Frauen und zwei Männer, sie kamen mit ihrem Plakat und einem Megaphon“, berichtet sie. Gesungen hätten sie nur auf Russisch, lediglich eine Ansprache sei auf Deutsch an den Bünder gerichtet worden.
„Was auch immer du getan hast, Jesus liebt dich“, habe die Sprecherin der Christen durch ihr Gerät gerufen. Die Anwohner waren mehrheitlich verdutzt. Immerhin sei eine solche Reaktion auf die Tat des jungen Mannes, der seine Schäferhündin im August brutal getötet habe, nicht unbedingt zu erwartbar gewesen. „Die Facetten reichten von Staunen über Amusement bis hin zu vollkommener Fassungslosigkeit“, berichtet Mohnke-Bröder. Doch nicht alle waren friedlich aufgelegt.
Ein betrunkener Mann, der in der Nachbarschaft wohnt, habe üble Beschimpfungen in Richtung der Glaubensgemeinschaft ausgestoßen . „Er war sehr aggressiv, konnte ihre Sympathie für den Tierquäler nicht fassen“, sagt Mohnke-Bröder. Als der alkoholisierte Mann die Versammlung verbal attackierte, hielten sie ihm noch ihr Plakat entgegen und riefen, „Jesus liebt auch dich“.
Die Androhung körperlicher Gewalt durch den wutentbrannten Anwohner führte dann aber dazu, dass die Christinnen und Christen das Weite suchten. Noch aus ihrem Auto sollen sie angeblich Worte der Versöhnung gerufen haben.
Quelle: nw-news.de
Der Pastor einer Baptistengemeinde in Nord-Karolina hat vor, mit den Gläubigen in seiner Gemeinde an Halloween Bibeln und Bücher christlicher Autoren zu verbrennen.
Wie Pastor Marc Grizzard einem amerikanischen Fernsehsender mitteilte, gibt es für seine Glaubensrichtung nur eine wahre Bibel, die King James-Bibel. Alle anderen Versionen, darunter auch die Übersetzung Martin Luthers, wären „satanisch“ und würden das Gotteswort pervertieren.
Der Pastor und seine 14 Gemeindemitglieder wollen bei der Gelegenheit auch Musikwerke und Bücher christlicher Autoren wie Billy Graham und Rick Warren verbrennen.
Quelle: shortnews.de

Warnung vor kreationistischem Gedankengut – Aktion stößt auf scharfe Kritik
Berlin (kath.net/idea)
Eine Initiative der atheistischen Giordano Bruno Stiftung sorgt für scharfe Kritik in kirchlichen Kreisen. In einer Rundmail werden Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler in Berlin aufgerufen zu prüfen, ob der Religionsunterricht dem Berliner Schulgesetz entspricht. In erster Linie wird in dem Schreiben vor kreationistischen Lehren gewarnt. Dazu heißt es: „Die Behauptung, eine unsichtbare Supermacht namens ,Gott’ habe das Universum, die Erde und die Menschen in sechs Tagen erschaffen, steht nicht nur im Widerspruch zu Erkenntnissen über den Menschen und seine Umwelt, sondern auch zu den im Berliner Schulgesetz genannten fachlichen Maßstäben, die in anderen Fächern eingehalten und gelehrt werden.“
Auch die „überholten“ und „pädagogisch äußerst problematischen Geschichten“ von Hölle, Teufel und anderen Grausamkeiten würden sensiblen Kinderhirnen in diesem Zusammenhang ungefiltert vermittelt. Die Empfänger des Schreibens werden unter anderem dazu aufgerufen, die Religionsräume an ihrer Schule – sofern möglich – auf kreationistische Schlagworte wie „Spannungsfeld zwischen Schöpfung und Evolution“, „Zufall?“, „Wissenschaftsglaube“, „Intelligent Design“ zu überprüfen. Auch die Arbeitsmaterialien des Religionsunterrichts solle man anhand der Frage kontrollieren, ob hier religiöser Glaube als Glaube oder Wahrheit vermittelt wird. Ferner wird dazu aufgefordert, nach Gruppierungen wie dem „Missionswerk Werner Heukelbach“ und dem Verlag „Wort und Wissen“ Ausschau zu halten. Verstöße gegen das Schulgesetz sollten umgehend der Schulleitung oder der Schulbehörde gemeldet werden, heißt es.

Die American Family Association (AFA), eine der größten christlich-fundamentalistischen Lobbygruppen der USA, hat einen neuen Feind: Sie boykottiert Pepsi, weil sich die Firma im „homosexuellen Kulturkrieg“ an die Seite von Lesben und Schwulen gestellt habe.
Eigenen Angaben zufolge boykottieren bereits 500.000 Menschen den Getränkehersteller, der neben Limonaden wie Pepsi Cola, Mountain Dew oder 7 Up auch Müsli, Süßigkeiten und Kartoffelchips herstellt.
Zum Boykott aufgerufen hat die AFA bereits im Jänner, weil Pepsi insgesamt eine Million Dollar an zwei Homo-Gruppen gespendet hatte. Außerdem ärgert die Aktivisten ein Werbespot mit schwulem Inhalt. Auch die berühmt-berüchtigte „Westboro Baptist Church“ beteiligt sich an der Hetzjagd gegen Pepsi. Statt „Gott hasst Schwuchteln“ schrieben die Aktivisten letztens „Gott hasst Pepsi light“ auf die Transparante – ausgerechnet in Atlanta, wo Hauptkonkurrent Coca Cola seine Firmenzentrale hat.
Und die Bell-Shoals-Baptistenkirche, eine „Mega Church“ in Florida, ließ ihre Pepsi-Automaten in der Kirche abbauen: „Unsere Ahnen kamen nach Amerika wegen der Glaubensfreiheit, nicht wegen der sexuellen Freiheit“, begründet Kirchensprecher Terry Kemple die Aktion. Stattdessen stehen jetzt Coca-Cola-Automaten in der Kirche – Allerdings gilt auch der Mitbewerber nach Angaben der „Human Rights Watch“ als eines der homofreundlichsten Unternehmen des Landes.
Quelle: ggg.at