Gott hat den Größten

Kinder glauben an den Weihnachtsmann – Erwachsene an Gott. Was hat es mit diesem großen Unbekannten auf sich? Welche Indizien und Beweise gibt es für ihn, welche Motive schreibt man ihm zu? Viele Theorien wurden entwickelt, um ihn als Täter glaubhaft zu überführen. Man nennt sie: „Religionen“. Was sagen sie im Einzelnen? Ein kleiner Überblick:

In der Glaubenswelt einer zoroastrischen Sekte, der Bonitaten, gibt es nichts Böses auf der Welt, da Gott gut ist und alles von ihm geschaffen wurde. Lügen, betrügen, stehlen, zerstören und töten sind daher für sie nicht böse.
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Zahlreiche christliche Legenden berichten vom wundertätigen Wirken der Heiligen. So träumte die heilige Dementia einst, als sie ein Kind war, dass sie von einem Löwen angefallen wird, doch mit Gottes Hilfe verwandelte er sich vor ihrem geistigen Auge in einen Grießbrei, von dessen Wohlgeruch die heilige Dementia aufwachte; und tatsächlich saß sie plötzlich am Esstisch, und ihr Vater schalt sie, sie solle essen und nicht träumen. Der heilige Absurdus wiederum erblickte einmal, wie ein Bär einen Waldarbeiter fraß; da befahl er dem Untier, den Waldarbeiter wieder auszuspeien, und siehe da: Der Waldarbeiter kam gesund aus dem Schlund der Bestie und arbeitete weiter, als ob nichts geschehen wäre. Der heilige Absurdus aber fiel auf die Knie und pries die Kraft des Glaubens, die Tote lebendig machen kann!

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Niemand, der die Ngaga in Zentral-Westafrika besucht, muss sich wundern, wenn sie sich in einer stillen Viertelstunde den Finger in den Anus stecken. Es handelt sich um ihre Gebetshaltung.

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Katholische Kirche verbannt alles Italienische

ROM. (news|arse/hpd) Vergeltung für Kruzifix-Urteil: Als Reaktion auf die Entscheidung eines europäischen Gerichts, Kreuze in italienischen Schulen zu verbieten, hat die katholische Kirche Schritte unternommen, um alle italienischen Einflüsse aus ihren Lehren und Ritualen zu verbannen.

Eine Satire von Jeff Nicols

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass Bilder und Skulpturen eines Mannes, der in grausamer Weise zu Tode gequält wird, nicht in Klassenräume mit kleinen italienischen Kindern gehören.

Einige Eltern in dem überwiegend katholischen Land nannten die Entscheidung beschämend und erklärten, nur die Angst davor, selbst brutal auf eine Holzplanke genagelt zu werden, bringe ihre Kinder dazu, in Erdkunde aufzupassen.

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„Nipple Jesus“: Blasphemie oder Kunst?

Um Kunst, Provokation Kulturbanausen, aber auch um mehr Toleranz geht es in „Nipple Jesus“. Das Grazer Schauspielhaus bringt Nick Hornbys Kurzgeschichte als vielstimmigen Monolog auf die Probebühne.

Die Besucher werden angewiesen, nicht zu rauchen, die Handys auszuschalten und keinen Dreck zu hinterlassen, befinden sie sich doch in Daves Imperium – einem Museum, wo der ehemalige Türsteher ein besonderes Kunstwerk, genannt „Nipple Jesus“ zu bewachen hat.

Blasphemie oder Kunst?

Jesus am Kreuz – bei genauerer Betrachtung, eine Collage aus Brüsten, wie er es beschreibt – denn zu sehen ist nur eine weiße Fläche quer über die Probebühne.

Blasphemie oder Kunst – darum entspinnt sich der Diskurs, den Dave, gespielt von Gustav Koenigs, mit dem Publikum, mit sich selbst und in vielerlei Rollen abhandelt.

„Was ich gerne zeigen wollte, ist nicht nur einen Monolog, wo jemand am Schreibtisch sitzt und eine Stunde lang erzählt, sondern auch den Zuschauer in genau solche Situationen zu werfen, wo er kurz nicht weiter weiß – wie Dave, der einfach in diese Situation schlittert“, so Regisseurin Katharina Schmidt.

Nur Teil der künstlerischen Provokation

Dave schwingt sich vom Zweifler zum glühenden Verteidiger auf und ist letztendlich doch nur Teil der künstlerischen Provokation – angeschmiert, wie Schmidt sagt: „Ich glaube, dass zum Schluss alle angeschmiert sind, zum einen die Künstlerin und zum anderen Dave, sie sind beide – was sie verbindet – auf sich selbst zurückgeworfen“

Quelle: steiermark.orf.at

Und Tschüss Gott!

Robbie Williams über Jesus

Auszug aus einem Interview:

Ist Ihre erste Single „Bodies“ von dem Kampf mit dem Körper inspiriert?

„Bodies“ ist inspiriert von unser aller Kampf mit dem eigenen Körper und dem gesellschaftlich definierten Idealgewicht. Der Song handelt vor allem von der körperlichen Veränderung und wie unglücklich die meisten von uns darüber sind. Ich habe mich aber auch von einer Dokumentationsreihe namens „Zeitgeist“ anregen lassen. „Der Gott, der nicht da war“ hieß die Folge, die ich eines Nachts sah und in der behauptet wurde, dass die Bibel 400 Jahre nach Jesus’ Tod geschrieben wurde. Von irgendwelchen Italienern in Italien. Stellen Sie sich vor, man würde heute ein Buch über jemanden schreiben, der vor 400 Jahren lebte. Würde das die historischen Tatsachen nicht ungenau wiedergeben, falsch übersetzen und manche ganz verloren gehen lassen? Anderes hingegen würde frei erfunden werden. Am nächsten Tag schrieb ich die Textzeile „Jesus didn’t die for you, what are you on?“ und hatte dabei George W. Bush im Kopf. Ich bin katholisch erzogen und es hat mich damals irritiert, dass Bush behauptete, er würde im Namen meines Jesus’ in den Irak ziehen. Wie konnte dieser Kerl eine Hotline zu Jesus haben und ich nicht? Mein Jesus würde jedenfalls nicht sagen: Zieh in den Krieg.

Wenn Sie singen „Jesus didn’t die for you“, ist das sehr provokant …

Ja, vielen Dank!

… aber auch blasphemisch. Immerhin ist Jesus für Sie und mich gestorben, nicht nur für George Bush?

Ja, es ist blasphemisch, aber glücklicherweise leben wir in einer Welt, in der man so etwas sagen darf. Das bedeutet allerdings nicht, ich würde nicht daran glauben, dass Jesus für unsere Sünden und für mich gestorben ist!

Das Gespräch führte MC Lücke.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.10.2009)

Streit um Roman „Kain“: Gläubige wettern gegen Saramago

"Ein Katalog von Grausamkeiten" sei die Bibel, Gott rachedurstig, eifersüchtig und nicht über den Weg zu trauen, sagte der Autor. Überzeugter Kommunist und nun auch noch Ketzer: der portugiesische Autor Jose Saramago

Die Idee, Portugal und Spanien zu vereinigen, brachte José Saramago viel Ärger mit seinen Landsleuten ein. Nun polemisiert der Autor gegen Gott und Glauben – und eine Nation formiert sich gegen den „Teufel“, der einst den Literaturnobelpreis bekam.

Der Literaturnobelpreisträger José Saramago treibt seine portugiesischen Landsleute auf die Barrikaden. Bei der Vorstellung seines neuen Buches „Caim“ (Kain) startete der bald 87-Jährige dieser Tage einen sogar für ihn, den bekennenden Atheisten und Kommunisten, ungewöhnlich furiosen Rundumschlag gegen Gott, die Bibel und die Kirche.

„Ein Katalog von Grausamkeiten“ sei die Bibel, Gott rachedurstig, eifersüchtig und nicht über den Weg zu trauen, sagte der Autor. Im erzkatholischen Portugal ließ die Antwort nicht auf sich warten. Kirchenvertreter, Politiker, die einfachen Gläubigen und auch Kollegen laufen Sturm gegen die scharfen Worte.

„Dieser Mann ist der Teufel“, machte eine ältere Frau vor einem Sonntagsgottesdienst in Lissabon ihrem Ärger lauthals Luft, während Passanten nickend und mit ernsten Blicken zustimmten. In Penafiel unweit von Porto fand am Samstag ein erster Protestmarsch statt. Der frühere Kultur-Staatssekretär Sousa Lara verglich den Schriftsteller gar mit dem von Sexdramoletten und Korruptionsskanden umwitterten Silvio Berlusconi. Der sozialdemokratische Euroabgeordnete Mario David rief den Schriftsteller gar auf, „schnellstens“ die portugiesische Staatsbürgerschaft aufzugeben.

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Gibt es einen Gott?

Fußball und Religion haben verblüffende Gemeinsamkeiten. Ihre Anhänger entscheiden sich in einer Lebensphase, in der sie jung, unerfahren und schlecht informiert sind. Dann ist für jeden ernsthaften Fan der jeweilige Verein für alle Zeiten heilig. Ohne jedoch zu realisieren, dass die Entscheidung ob Bayern oder Schalke, ob Islam oder Judentum mehr mit dem Breiten- als mit dem Wahrheitsgrad zu tun hat. Während der heiligen Messe – beim Fußball auch „Spiel“ genannt – stärkt man das Gemeinschaftsgefühl durch das Absingen von Liedern, die von Generation zu Generation überliefert wurden. Das berühmte „Ole Ole Oleee“ entspricht hierbei dem „Großer Gott wir loben Dich“. In der Bibel hieß es: Und er scharte 12 Apostel um sich. Im Fußball: 11 Freunde sollt ihr sein.

In jedem Club gibt es eine handvoll Fanatiker, die vor den Kathedralen bzw. Stadien Glaubenskriege führen, indem sie sich gegenseitig die Birne einhauen. Kern der ganzen Idee ist ein immaterielles Wesen, das die jeweiligen Anhänger als „Gott“ bezeichnen. Bei den Germanen hatte der Fußballgott sogar einen Namen: Thor.
Glaubt man den Aussagen der Bibel, so hat Gott sechs Tage gebraucht, um die Welt zu erschaffen. Das Licht wurde jedoch erst am vierten Tag erfunden. Das bedeutet, dass der alte Herr im Himmel die ersten drei Tage im Dunkeln gearbeitet hat. Und nicht wenige behaupten, er habe in dieser Zeit Regionen wie Niederbayern oder Ostwestfalen erschaffen.
Wissenschaftler haben dagegen errechnet, dass bereits 10-43 Sekunden nach dem Urknall alle Naturgesetze feststanden. Wenn es also wirklich ein Schöpfer war, das alles erschaffen hat, dann hat er direkt nach dem Big Bang seinen Laden dichtgemacht und ist nach Hause gegangen. Das Schlimmste, was man über Gott sagen kann ist also nicht, dass er böse, zynisch oder gefühllos sein könnte, sondern dass er so wenig aus seinem Talent gemacht hat.

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Feeding The Trolls

Gott statt „Billy“: Jesus erscheint auf Ikea-WC

GLASGOW – Die Glasgower strömen derzeit begeistert in das schwedische Möbelkaufhaus Ikea – nicht, um ihre Wohnzimmer aufzumöbeln, sondern um einen Blick auf Jesus zu erhaschen.

Die hölzerne Tür auf dem Männer-WC von Ikea Glasgow zieht derzeit die Aufmerksamkeit aller Besucher auf sich. Denn es hat schnell die Runde gemacht, dass auf der Türe ein Abbild von Jesus zu finden sei. Es braucht tatsächlich nicht allzu viel Fantasie, um das Gesicht des Messias in der Maserung des Holzes zu erkennen.

«Zweifeln Sie noch oder glauben Sie schon?»

Und tatsächlich braucht es auch nicht lange, bis die Diskussionen zwischen Hackbällchen und «EKTORP» sich nur noch um das eine Thema drehen: Was ist da wirklich auf der Wand des Männer-WCs?

Eine Besucherin sagt zum britischen «Telegraph»: «Ich ging aufs Klo und fand dort Gott.» «Es ist sicherlich nicht das, was man in einem Ikea-Shop vermutet zu finden.»

Andere dagegen sehen etwas ganz anderes in der Zeichnung im Holz: «Meine Frau fand, dass das Gesicht aussah wie Gandalf von Herr der Ringe.»

Kein Gott, sondern schwedischer Pop-Star

Die Ikea-Bosse haben für das Bildnis allerdings wiederum eine andere Erklärung: Ihnen erscheint, treu dem Ikea-Motto «Entdecke die Möglichkeiten», Benny Anderson von der schwedischen Pop-Gruppe ABBA. «Schweden ist in jedem Winkel dieses Ladens verwurzelt.»

Ob heilig oder nicht, die Erscheinung auf der Tür der hölzernen Toilettentür im Ikea Glasgow ist sicherlich göttlich fürs Geschäft.

Quelle: blick.ch

Ralf König für Bibelcomic ausgezeichnet

Ralf Königs Comic „Prototyp“ ist eine Persiflage auf die biblische Schöpfungsgeschichte. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde der bekennende Atheist nun dafür ausgezeichnet. In einem Interview mit der ARD erklärte er kürzlich, Religion habe ihn „schon immer aufgebracht“.

„Prototyp“ ist Ralf Königs Version der biblischen Geschichte von Adam und Eva. In der Buchbeschreibung von „Rowohlt“ heißt es: „Wie Ralf König über Sünde, Willensfreiheit, Trieb, Erkenntnis und all das philosophiert, wie lachmuskelstrapazierend und mit welch nadelspitzem Witz – das muss man gesehen, gelesen, wieder und wieder gelesen und im Herzen gewogen haben.“ Das fanden auch die Comicleser. Rund 37.000 Personen wählten bei der Ausscheidung zum „besten nationalen Comic“ mit und machten Ralf König unter die insgesamt sieben „Sondermann“-Preisträger. Die undotierte Auszeichnung wurde dem Zeichner auf der gerade zu Ende gegangenen „Frankfurter Buchmesse“ überreicht, wie „Spiegel Online“ berichtet.

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It’s a Miracle!

OK…these are some extreme examples, but we’ve all seen religion insist that „miracles“ are proof of God’s intervention in the mundane, leaving the rest to…um…Satan.

Disput über gekreuzigte Frösche

Bad Herrenalb. Seit einigen Jahren tritt der Atheismus wieder verstärkt und laut Pressemitteilung durchaus aggressiv in Erscheinung. »Bestimmte naturwissenschaftliche Strömungen stellen Religion und namentlich das Christentum infrage, das Religiöse wird in populistischer Weise verspottet. Wie ist dieser neue Atheismus zu bewerten?«, heißt es weiter.

Unter dem Titel »Religion abschaffen? Neuer Atheismus und christlicher Glaube« setzt sich vom 23. bis 25. Oktober in Bad Herrenalb eine Tagung der Evangelischen Akademie Baden in Bad Herrenalb mit dem Thema auseinander. Über »Atheistische Bewegungen in unserer Gesellschaft« spricht einleitend Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin. Die »Innenseite des Atheismus« beziehungsweise das Lebensgefühl und die Gedankenwelt des weltlichen Humanismus analysiert der Philosoph, Religionskritiker und Publizist, Joachim Kahl, Marburg. Über den »Urknall und die Gottesfrage« wird der Physiker Thomas Schimmel (Karlsruhe) in seinem Streifzug vom Inneren der Atome bis an die Grenzen des Universums sprechen.

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Armband hilft beim „Gespräch mit Gott“

Es ist ein kleines Armband mit 18 Perlen, jede davon hat eine eigene Bedeutung. Das Armband der „Perlen des Glaubens“ ist „eine sichtbare und fühlbare Hilfe beim Beten ein Gespräch mit Gott zu beginnen und den eigenen Sehnsüchten nachzuspüren“, sagt Anke Hinsch.

Buchholz. Wer mehr über dieses kleine Armband erfahren möchte, ist herzlich zu einem Seminar der Frauenbeauftragten des Kirchenkreises Hittfeld eingeladen. Es findet statt am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr im Gemeindehaus der Buchholzer St. Johannis-Kirchengemeinde, Wiesenstraße 25. Die Kosten für das Perlenband betragen neun Euro.

In ihrem Seminar stellt Anke Hinsch das Band mit den verschiedenen Perlen und ihre Bedeutung vor. Sie führt in die Themen ein, die den Perlen zugeordnet werden und gibt Anregungen für den praktischen Gebrauch als Gebetshilfe. Das Gebetsband beginnt mit der Gottesperle und mündet wieder darin. Es reihen sich Perlen mit unterschiedlichem Aussehen und Bedeutung aneinander. Eine Perle steht etwa für eine Lebensfrage, einen Gedanken oder auch ein Gebet. „Zusammengefügt kann das Band eine Hilfe sein, in oft unruhigen Tagen innezuhalten und auf dem Gebetsweg zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu Gott zu finden“, sagt Anke Hinsch. Anmeldung und weitere Informationen bei Anke Hinsch, Telefon 04181/4836.

Quelle: abendblatt.de

Wo gehts zu Gott? Die Angst vor dem kleinen Ferkel

Von Hugo Stamm

Ein Zürcher Gemeinde verbannt ein Bilderbuch aus der Bibliothek, in dem ein Bischof ein Rabbi und ein Mufti um die Gunst eines Schweins buhlen.

Es ist die Geschichte vom kleinen Ferkel und seinem Freund, dem Igel, die sich aufmachen, Gott zu suchen. Es ist auch die Geschichte der Hombrechtiker Behörden, die wissen, dass ihren Bürgerinnen und Bürger keine Schweinereien zugemutet werden können.

Die Fabel vom Gott suchenden Ferkel hat der deutsche Philosoph Michael Schmidt-Salomon im Bilderbuch «Wo bitte geht’s zu Gott?» aufgeschrieben. Die Geschichte gipfelt in einer Szene, in der sich ein Bischof, ein Mufti und ein Rabbi die Köpfe einschlagen. Solche Frivolitäten wollen die Hombrechtiker Behörden ihren Bürgern nicht zumuten.

30 Prozent sind religionskritisch

Wie kam es dazu? Andreas Koch, ein Bürger besagter Gemeinde, ist Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung, einer Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. Dieser Stiftung gehören bekannte Philosophen, Künstler und Wissenschafter an. Sprecher und Aushängeschild ist Michael Schmidt-Salomon, der kürzlich in «Sternstunde Philosophie» einem breiten Schweizer Fernsehpublikum vorgestellt wurde. Womit wir wieder in Hombrechtikon gelandet wären.
Andreas Koch wollte der Bibliothek drei Bücher von Schmidt-Salomon schenken. Der Hombrechtiker war der Ansicht, dass aufklärerische Bücher durchaus ins Programm passen würden, zählen sich doch – wie er erklärt – 30 Prozent der Schweizer zu den agnostischen oder religionskritischen Menschen.

Die Mitarbeiterinnen der Bibliothek prüften die Werke mit wachsendem Unmut. Vor allem das Bilderbuch vom kleinen Ferkel lag ihnen auf dem Magen. Nein, solche geistige Kost verdauen die Hombrechtiker nicht, entschieden sie.

Protest per Leserbrief

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The Pope Is Warned

ThatGayBloke shows Pope Benedict XVI that he means business.

Just for fun. ;-)

Video von ProfMTH

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Seit 40 Jahren ist Gotteslästerung in Deutschland weitgehend legal

Frosch am Kreuz

Von Nikolaus German

Bis vor 40 Jahren war Gotteslästerung hierzulande strafbar. Der Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs belegte die öffentliche sogenannte Beschimpfung Gottes oder der Kirchen mit drastischen Strafen. Künstler und Schriftsteller, Theaterleute und Publizisten standen mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie kirchlich-religiöse Themen auf besonders kritische oder satirische Weise behandelten.

Dieser sogenannte Gotteslästerungs-Paragraf – ein Relikt aus dem Strafgesetzbuch des Deutschen Reichs – wurde 1969 von der sozialliberalen Regierung Willy Brandt geändert, weil er unvereinbar war mit Artikel 5 des Grundgesetzes, der die freie Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst garantiert. Seit der Neufassung ist nun nicht mehr die Beschimpfung von Gott, Kirchen oder religiösen Inhalten als solche strafbar. Nur wenn die Beschimpfung „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“, so das Gesetz, wird sie mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu drei Jahren geahndet.

Der reformierte Paragraf 166 ist nun seit einiger Zeit in die Schusslinie von klerikalen und politisch konservativen Kreisen geraten. Ihrer Meinung nach darf eine Bestrafung der Religionsbeschimpfung nicht davon abhängen, ob sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Nein, allein schon die Herabwürdigung des Glaubens müsse als ausreichender Straftatbestand gelten. Beispiel: der Fernsehsender MTV, der in der Comic-Reihe „Popetown“ einen durchgeknallten Papst über den Bildschirm hüpfen ließ. Eine alberne Zeichentrickserie, die nach Meinung von Bischöfen und Unions-Politikern die religiösen Gefühle gläubiger Menschen beleidigte und deshalb hätte verboten werden müssen.

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11. Gebot??? Kennt Jesus die 10 Gebote nicht?

Kabarett: Bier als Basis der Religion entdeckt

Von Claudia Große

Die Religion zog sich als roter Faden durch Jürgen Beckers Programm „Der dritte Bildungsweg“. Doch verzichtete der Kabarettist bei seinem Auftritt nicht auf bissige Kritik an aktueller Politik.

Wesseling – Die ersten Menschen waren Nomaden, das Reisen entsprach ihrer Natur. Warum also wurden sie sesshaft? Die Antwort ist einfach: Es lag am Bier. Einst, in Mesopotamien, herrschte keine Nahrungsknappheit, Fleisch gab es zuhauf, jeden Abend wurde gegrillt. Nur das passende Getränk fehlte. Durch Zufall ließ dann irgendwer eine Handvoll Getreide in der Ecke liegen, es regnete, das Zeug fing an zu gären, schmeckte schaurig – noch heute nennt man das „Alt“ – , aber haute ordentlich rein. Die Kneipe musste her: damit war die Sesshaftigkeit besiegelt.

Zugleich ist der Einstieg in ein zweieinhalbstündigen Programms geschafft. Mit „Der dritte Bildungsweg“ war der Kabarettist Jürgen Becker am Samstagabend zu Gast im Wesselinger Rheinforum. Begleitet von Martin Stankowski und Dietmar Jacobs bot er rheinischen Humor vom Feinsten.

Da sich aus dem Bierbrauen die Priesterkasten entwickelten, die die Geheimnisse der Braukunst aufbewahrten, liege der Verdacht nahe, dass die Religion aus dem Bier entstanden ist. Und so sind die drei Herren, die sich als zwei Professoren und ein Langzeitstudent bestens zu verkaufen wissen, beim Thema gelandet, das sich fortan wie ein roter Faden durch den Abend zieht: Die Religion – ohne dabei auf bissige Kritik an aktueller Politik zu verzichten.

Dass die Pilger von damals die Touristen von heute sind. Dass das Pilgern natürlich mit Wundern zu tun hat, diese wiederum mit Heiligen, womit man selbstredend auf Lukas Podolski kommen muss. Auf kurioseste Weise hat bei den Dreien wirklich alles mit allem zu tun. Da folgt auf die Wunder die Lüge: Dass Männer 220 mal am Tag lügen, obwohl sie nur 170 Worte zu ihrer Partnerin sagen.

Temporeich schießen die drei, die vor Ideen nur so übersprudeln, eine Pointe nach der anderen in den Raum. Das Publikum bedankt sich mit jeder Menge Applaus – und natürlich mit herzhaftem Lachen.

Quelle: ksta.de

Bischofskonferenz gegen Blasphemie-Paragraphen

„religionwire“ von Marco Wikkerink

MÜNCHEN. (hpd) Es gibt immer noch Zeichen und Wunder, könnte man meinen. Vor allem, wenn man diesen Artikel nicht bis zum Schluss liest.

Während Teile der CSU und manche CDU-Politiker in Deutschland die Verschärfung des so genannten Gotteslästerungsparagraphen fordern, geht die Bischofskonferenz zurzeit mit einer Unterschriftenaktion gegen das geltende Anti-Blasphemiegesetz vor. Dieses Gesetz stelle eine nicht näher definierte „Beleidigung“ der Religion unter Strafe und diene radikalen Fundamentalisten immer wieder zur Rechtfertigung ihrer Angriffe auf Andersgläubige bzw. Andersdenkende.

So bringt die Organisation „Kirche in Not“ ein langes Interview mit dem Leiter der Katholischen Bibelkommission, Fr. Emmanuel Asi, in der dieser die schädlichen und gefährlichen Auswirkungen einer Verfolgung von Blasphemie-Delikten in schwärzesten Farben ausmalt: „Auf uns liegt ein Schatten des Todes.“ „Wir haben Angst…. Denn durch diese Gesetze kann schnell etwas geschehen, was wir nicht vorhersehen können.“… „Das große Problem in diesem Zusammenhang ist das so genannte Anti-Blasphemie-Gesetz. Dieses Gesetz legt fest, dass jeder, der gegen (die Religion).. auftritt, verurteilt werden kann“. Auch aus dem Zenit Roms und von Radio Vatikan wird eine entsprechende Abschaffung gefordert.

Niemand dürfe im Land etwas gegen die Religion oder geistliche Würdenträger sagen (Anmerkung des Verfassers:…während diese nicht gerade zurückhaltend mit Ihren Beleidigungen und „Argumenten“ sind, siehe aktueller Prozess Michael Schmidt-Salomon gegen Bischof Müller in Regensburg).

Ist das nicht unglaublich? So viel Einsicht hätten wir Humanisten und „Gottlose“ den Kirchen nicht zugetraut.

Nun, um die Leser nicht länger in Vorfreude oder Verwunderung alleine zu lassen, möchten wir die Sache klären: selbstverständlich macht der ganze Sachverhalt für die katholische Kirche nur dann Sinn, wenn man sieht, wo die Kirche Gesetze gegen Gotteslästerung und Blasphemie abschaffen will: natürlich nicht bei uns in Deutschland den §166 StGB, das wäre zu schön. Zu diesem vertritt sie die gegenteilige Position, hält ihn für sinnvoll und unverzichtbar..

Abgeschafft werden sollen diese Gesetze natürlich nur da, wo die Christen in der Minderheit sind. Das Interview bezieht sich auf das ferne Pakistan! Ich hoffe, die Welt der geneigten Leser ist damit wieder in Ordnung.

Wolf Steinberger

Quelle: hpd

Normale Logik versus Religiöse Logik: Der Vergleichstest!

Debaptise Yourself!

Neue Seite: Religiöse Realsatire

Habe heute eine neue Seite (rechts oben) veröffentlicht.

Ausszug:

Eine amerikanische christliche Gruppierung hat versucht, im wahrsten Sinne des Wortes in die Fußstapfen ihres Religionsgründers zu treten. Tag für Tag unternahmen die Mitglieder der in Los Angeles beheimateten Gruppe immer härtere Anstrengungen, es ihrem Idol gleichzutun, indem sie versuchten, die Kunst des ‘auf dem Wasser Laufens’ zu erlernen. Die Christen setzten ihre unorthodoxen Praktiken fort, bis ihr Führer eines Tages unerwartet beim Training in seiner Badewanne verstarb. Seine Frau sagte aus, daß ihr Mann viele Stunden damit verbracht habe, seine Lauftechnik zu perfektionieren, jedoch ohne die Aufgabe bislang gemeistert zu haben. Offensichtlich ertrank er, nachdem er beim Lauftraining auf einem Stück Seife ausgerutscht war.

usw…

Kommentare bitte dort abgeben.

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„Flutet die Kirche für ein Zöli-Bad!“

Ulrike Böhme alias Frau Schabiewsky, ausgebildete katholische Gemeindereferentin und als solche viele Jahre in Dortmund tätig. Seit dem Jahr 2000 als freiberufliche Kabarettistin tätig.

-sk- Gescher. Ein ausverkaufter Pfarrsaal, 90 Minuten Zeit und – Ulrike Böhmer. Das sind Garanten für einen mehr als vergnüglichen Abend. „Baustelle Kirche“ heißt das neue Programm der Kabarettistin aus Iserlohn. In der Glockenstadt bis dahin unbekannt, hat sie seit Samstag eine neue Fangemeinde. Frau Schabiewsky aus Dortmund-Ewing erkennt man auf den ersten Blick: ihre knallrote Strickjacke und ihre überdimensionale Handtasche sind Markenzeichen. Sie ist eine Frau, wie es sie in vielen Gemeinden gibt. Gern lädt sie den Pastor auf ein Stück Kuchen ein, geht zur Bibelstunde und kennt sich überhaupt bestens aus, mit allem was in der Pfarrgemeinde los ist.

Ulrike Böhmer, alias Frau Schabiewsky, ist für diese Rolle prädestiniert. Viele Jahre war die ausgebildete katholische Pastoralreferentin in Dortmund tätig. In unterhaltsamer und gekonnter Weise greift sie aktuelle Themen des Kirchenlebens auf. Kirchenschließungen, Priestermangel, Umstrukturierung, Fusionen, Kirchenaustritte und Personaleinsparungen sind nur einige Stichworte der Situation „Baustelle Kirche“. Bevor Böhmer die Bühne betreten konnte, benötigte sie Hilfe, beim erklimmen der Stufen. Thomas Feldmann stand zur Seite. „Ach, Sie sind auch pastoraler Referent? Deshalb kann man sich so gut auf Sie stützen!“, meinte sie.

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„The Story of Suzie“

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Monty Python würde dem Islam gut tun

Trotz heftiger Kritik von Muslimen wird der FC Schalke 04 am Text seiner Vereinshymne festhalten. Die Strophe, die angeblich den Propheten Mohammed verhöhnt, wird nicht geändert – und das ist auch gut so. Überhaupt täte es der Integration gut, wenn man über den Islam ebenso lachen könnte wie über die katholische Kirche.

Der Islam hat nie eine Aufklärung durchgemacht, bemängeln seine Kritiker. Das mag stimmen, kann aber nicht der entscheidende Grund für die Integrationsprobleme vieler Moslems sein. Auch die Vietnamesen wissen nichts von Immanuel Kant und dennoch fallen sie in Deutschland dadurch auf, dass sie nicht auffallen.

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Keine Witze über Jesus im holländischen TV

"Läuft ein Mann übers Wasser..."

Soweit geht die viel gerühmte holländische Toleranz denn doch nicht: Für eine Kabarettsendung über Jesus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kam das Aus noch ehe die erste Folge ausgestrahlt wurde. Witze über Gott stießen in Kirchenkreisen auf Ablehnung. Bereits im April gab es Aufregung um eine TV-Show, in der Papst Benedikt verunglimpft wurde.

Die Show „Läuft ein Mann übers Wasser…“ („Loopt een man over het water…“) sei auf heftige Kritik in konservativen Kirchenkreisen gestoßen, hieß es in niederländischen Medienberichten.

Ein Sprecher der öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt Evangelische Omroep (EO), in deren Verantwortung die Sendung produziert wurde, erklärte, die Show mit mehreren Kabarettisten habe eigentlich die Beschäftigung mit Gott fördern sollen. „Sie hatte jedoch den unerwünschten Effekt, dass Menschen dachten, da werden einfach nur Witze über Gott gemacht.“

Hingegen sagte der populäre Moderator Arie Boomsma: „Dieses Format bot eine einzigartige Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und ein offenes und ehrliches Gespräch über Jesus in Gang zu bringen. Dass wir diese Chance nun nicht bekommen, finde ich bedauerlich.“ Das Jesus-Kabarett sollte im öffentlich-rechtlichen Programm Nederland 3 im Rahmen der Sendung „TV Lab“ laufen, bei der neue Showformate ausprobiert werden.

Erst im April hatte eine Gerichtsshow im Programm Nederland 2 für Aufsehen gesorgt. Dabei war Papst Benedikt XVI. von einer „Bürger- Jury“ für den Tod von Millionen von Aids-Kranken verantwortlich gemacht worden, weil er die Benutzung von Kondomen kritisiert habe. Hingegen wurde der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden für unschuldig erklärt, da seine Beteiligung an den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA nicht erwiesen sei.

Quelle: welt.de

Religionskrieg im Gerichtssaal

McDonald's-Werbung mit dem Konterfei Jesu: Wegen des Zeigens solcher Bilder wird den beiden Ausstellungsmachern Andrej Jerofejew und Juri Samodurow in Moskau derzeit der Prozess gemacht. Der Vorwurf: Volksverhetzung.

Die Ausstellung "Verbotene Kunst 2006" Ein Jesus mit Lenin-Kopf. Das Bild stammt aus der Mitte der achtziger Jahre. (Wer wird hier eingentlich beleidigt, Jesus oder Lenin?)

Von Moritz Gathmann, Moskau

Der Staatsanwalt spricht von Volksverhetzung – seine Zeugen von Satanismus und Gotteslästerung: In Russland nimmt ein Prozess gegen die Macher einer Kunstausstellung immer bizarrere Formen an. Wegen der gezeigten Werke, die religiöse mit politischen Motiven vermischen, droht ihnen Gefängnis.

Die Hände der Frau zittern vor Erregung. „Für das, was diese Menschen getan haben, bin ich bereit, ihnen die Augen auszukratzen!“ Die 56-Jährige trägt ein blaues Kopftuch, der Blick darunter ist streng. Ihr Kleid bedeckt den fülligen Körper bis zum Boden. „Es tut mir weh, das anzusehen“, stößt die Rentnerin hervor und wendet sich angewidert von den Bildern ab, die der Staatsanwalt vor ihr ausbreitet.

Irland: “Rückkehr ins Mittelalter”?

DUBLIN. (hpd) In Irland ist ein „Schmähungs-Gesetz“ verabschiedet worden, dass unter anderem auch Religionskritik unter Strafe stellt und der Polizei bei „Gotteslästerung“ weit reichende Befugnisse einräumt.

Nachdem im März 2008 in Großbritannien der „Gotteslästerungsparagraph“ abgeschafft wurde und die entsprechenden noch bestehenden Paragraphen in anderen europäischen Staaten, wenn überhaupt, nur noch moderat angewendet werden, ist vorigen Freitag, am 11. Juli, in der Republik Irland mit knapper Mehrheit eine „Defamation Bill“ verabschiedet worden. Dieses Gesetz enthält auch Bestimmungen zur „Blasphemy“. Die in der Diskussion vom Justizminister Dermot Ahern geforderte Höchststrafe von 100.000 € wurde zwar auf 25.000 € reduziert, das Gesetz selbst ist jedoch, wie Richard Dawkins erklärte, „Eine Rückkehr ins Mittelalter“.

Im Gesetz wird unter anderem bestimmt:

§ 36 (1) „Eine Person, die Blasphemisches veröffentlicht oder äußerst macht sich eines Vergehens schuldig und soll bis zu einer Höchststrafe von 25.000 Euro verurteilt werden.
(2) Hinsichtlich des Zwecks dieses Abschnitts, veröffentlicht oder äußert eine Person Gotteslästerliches, wenn er oder sie (a) etwas Herabsetzendes oder Verletzendes hinsichtlich Dingen, die von jeglicher Religion geheiligt werden, veröffentlicht oder äußert und dadurch eine Schmach unter einer hinlänglichen Zahl von Anhängern dieser Religion verursacht, und (b) wenn er oder sie, bei der Veröffentlichung oder Äußerung dieser Dinge, beabsichtigt eine solche Schmach zu erzeugen.“

Aber das Gesetz geht noch weiter:

§ 37 (1) “Wenn eine Person eines Vergehens nach § 36 für schuldig befunden wurde, kann das Gericht eine Vollmacht verfügen, die (a) jedes Mitglied der Nationalpolizei (Garda Siochana) autorisiert, zu jeder begründbaren Zeit jede Räumlichkeit (einschließlich einer Wohnung) zu betreten (falls notwendig mit der dazu begründbaren Gewalt), bei der er oder sie belegbare Gründe hat, dass dort Kopien der beanstandeten Dinge zu finden sein könnten, danach zu suchen, und alle gefundenen Kopien von dort zu entfernen. (…)“

Der Widerspruch der Säkularen, einschließlich der Humanist Association of Ireland ist entschieden.

Statt ein anachronistisches und mittelalterliches Blasphemie-Gesetz zu verabschieden, sollte ein säkulares Irland aufgebaut werden, meint beispielsweise auch Michael Nugent in der Irish Times.

„Warum hat Dermot Ahern im Jahre 2009 Blasphemie zu einem Verbrechen gemacht, das mit 25.000 € geahndet werden kann? Dermot Ahern ist der Minister für Justiz, Gleichheit und Gesetzesreform der republikanischen Partei Irlands, Fianna Fáil. (…)  Menschen brauchen einen Schutz vor Schaden, aber Ideen und Weltanschauungen sollten immer dafür offen sein, in Frage gestellt zu werden.

Das neue Gesetz ist unsinnig, da es ein mittelalterliches religiöses Verbrechen in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft wiederbelebt. Und es ist gefährlich, da es religiöse Entrüstung anreizt, indem es diese zu einem ersten Auslöser für die Definition von Blasphemie macht.

Das Problem ist hier die Entrüstung, nicht der Ausdruck unterschiedlicher Weltanschauungen. Statt Entrüstung auszulösen, sollten wir Menschen erziehen, auf eine gesündere Weise zu antworten als mit Entrüstung, wenn jemand einen Glauben äußert, den sie als beleidigend empfinden.

Das Gesetz diskriminiert zudem atheistische Bürger, indem es die fundamentalen Rechte nur religiöser Menschen schützt. Warum sollen religiöse Überzeugungen durch das Gesetz geschützt werden, und wissenschaftliche oder politische oder säkulare Überzeugungen nicht?“

Quelle: hpd, Redaktion und Übersetzungen: Fiona Lorenz / Carsten Frerk

Irland verbietet Religionskritik

In Irland wurde ein Gesetz gegen Gotteslästerung verabschiedet, das Religionskritik faktisch verbietet. Bei Zuwiderhandlung drohen 25 000 Euro Geldstrafe. Die Polizei erhält das Recht, in Privatwohnungen einzubrechen und dort religionskritische Materialien zu konfiszieren.

(Das ist keine Satire.)

Weiterlesen im Originalartikel: Ireland passes blasphemy law

Quelle: hpd

„taz“ darf Klinsmann ans Kreuz nageln

Fußballtrainer Jürgen Klinsmann hat seinen Rechtsstreit gegen die Berliner „Tageszeitung“ (taz) verloren. In zweiter und voraussichtlich letzter Instanz entschied das Oberlandesgericht München, dass die Zeitung Klinsmann als Gekreuzigten mit Dornenkrone abbilden darf – die Darstellung sei durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt.

„Die Darstellung von Jürgen Klinsmann am Kreuz in der Osterausgabe der Berliner ‘tageszeitung’ war vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt und ist rechtlich nicht zu beanstanden“, zitiert der Deutsche Pressedienst (dpa) das Oberlandesgericht (OLG) am Montag. Damit wies das Gericht in zweiter Instanz einen Antrag des Sportlers auf einstweilige Verfügung gegen die Zeitung zurück. Die satirische Darstellung sei zulässig, hieß es vonseiten des Gerichts. In der rechtlichen Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit einerseits und dem Persönlichkeitsrecht von Klinsmann andererseits überwiege eindeutig das Interesse der Tageszeitung. Als Person der Zeitgeschichte müsse Klinsmann zudem mit der Veröffentlichung von Fotos rechnen, die auch für satirische Zwecke verwendet werden können.

Anwalt: „Prozess war kein Fehler“

In der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) äußerte sich Klinsmanns Münchner Anwalt, Bernd Gabriel. Er halte die Entscheidung des OLG für falsch: „In der historischen Vergangenheit gab es keine Meinungsäußerungsfreiheit, das wissen wir alle; aber das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen zu Gunsten der Meinungsäußerungsfreiheit zurückzudrängen, kann auch nicht richtig sein.“ Klinsmann habe seinen Kindern erklären müssen, weshalb er „brutal ans Kreuz genagelt“ dargestellt wurde. „Ob die Richter darüber nachgedacht haben? Ob sie ihren Kindern gerne so etwas erklären würden?“, zitiert die SZ. Für einen Fehler hält Gabriel den Prozess nicht, denn hier sei es um die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten gegangen, „um seine Menschenwürde“.

Einen Marsch durch die Instanzen plant der Anwalt dennoch nicht: „Ich könnte das tun“, erklärte er. „Wer in Deutschland eine verkrustete Rechtsprechung aufbrechen will, muss durch die Instanzen gehen.“ Die Entscheidung fälle aber letztlich sein Mandant und dem sei wohl weniger daran gelegen, „noch mehr Aufmerksamkeit“ auf die „taz“ zu lenken.

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