Michael Schmidt-Salomon bei Aeschbacher

Teil 1

Teil 2

Erste Kruzifix-Anfechtung in Österreich

Vater sieht durch Kreuze im Kindergarten das konfessionslose Aufwachsen seiner Tochter verunmöglicht und zieht vor VfGH

Das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EMRK) bleibt auch in Österreich nicht ohne Konsequenzen.

Jetzt zieht in Niederösterreich ein Vater vor den Österreichischen Verfassungsgerichtshof, um das christliche Kreuz in Kindergärten anzufechten.

Der Antrag liegt derStandard.at vor. Der Antragsteller – bekennender Atheist – sieht das konfessionslose Aufwachsen seiner Tochter durch die Veranstaltung religiöser Feiern und die Anbringung von Kruzifixen von Seiten des Kindergartens gestört und das Recht auf Glaubensfreiheit (Art. 9 EMRK und Art. 14 StGG) – und damit das Recht auch ohne religiöses Bekenntnis aufzuwachsen – verletzt.

Der Antrag liegt derStandard.at vor. Der Antragsteller – bekennender Atheist – sieht das konfessionslose Aufwachsen seiner Tochter durch die Veranstaltung religiöser Feiern und die Anbringung von Kruzifixen von Seiten des Kindergartens gestört und das Recht auf Glaubensfreiheit (Art. 9 EMRK und Art. 14 StGG) – und damit das Recht auch ohne religiöses Bekenntnis aufzuwachsen – verletzt.

Kreuzzeichen auf Kinder-Augenhöhe

Weiterlesen im Originalartikel:

http://derstandard.at/1259282150337/Erste-Kruzifix-Anfechtung-in-Oesterreich

Die katholische Kirche verhinderte Fortsetzungen zum „Goldenen Kompass“!?

Laut Schauspieler Sam Elliott, der im Film „Der goldene Kompass“ den Aeronauten Lee Scoresby gespielt hatte, ist die katholische Kirche daran Schuld, dass es keine Fortsetzungen in filmischer Form zu „Der goldene Kompass“ gibt.

(…)

Als „Der goldene Kompass“ veröffentlicht wurde, organisierte die katholische Kirche einen Protest und Bill O’ Reilly, Broadcaster bei FOX News, bezeichnete den Film als Krieg an Weihnachten.

(…)

Bill Donohue, der den Boykott organisierte, ist mehr als glücklich darüber für die Niederlage des Franchises verantwortlich zu sein. “Der Grund warum ich protestiert habe, war der hinterlistige Versuch christlichen Kindern die Wunder des Atheismus durch die Hintertür in der Weihnachtszeit näher zu bringen. Jeder stimmt zu, dass die filmische Version nicht anti-katholisch ist, aber das klärt die Sache nicht auf. Fakt ist, dass jeder Teil der Trilogie immer mehr anti-katholisch wird.”

Weiterlesen im Originalartikel:

http://www.fantasy-fans.de/fantasy-und-science-fiction-bereiche/andere-fantasy-werke/die-filme/26696-die-katholische-kirche-verhinderte-fortsetzungen-zum-goldenen-kompass/

Der Mensch als Maschine

Diderot nannte ihn scham- und sittenlos. Und selbst ein Freigeist wie Voltaire sah in ihm einen »Zerstörer der Tugend«. Die Rede ist von dem französischen Arzt und Philosophen Julien Offray de La Mettrie, der es gewagt hatte, den Menschen als Maschine zu beschreiben, »die selbst ihre Federn aufzieht«. Eine solche Sichtweise stand im klaren Gegensatz zur dualistischen Auffassung von René Descartes, wonach die Realität in den körperlosen Geist (res cogitans) und die ausgedehnte Materie (res extensa) separiert ist. La Mettrie hingegen erklärte alle Gedanken und Gefühle kausal aus Muskelbewegungen, Nervenimpulsen und dem Spiel der Körpersäfte. »Die Seele ist also nur ein leerer Begriff«, schrieb er, »nur ein empfindlicher materieller Teil des Gehirns, den man als eine Haupttriebfeder der ganzen Maschine ansehen kann.« Nie zuvor in der Geschichte der europäischen Philosophie sei Gott so radikal und unverhohlen geleugnet worden, kommentierte Ernst Bloch später: »So wurde der mechanisch-physiologische Materialismus nun zum Bruder oder auch zum Vater eines radikalen Atheismus.«

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/161464.der-mensch-als-maschine.html

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Nicht alle jungen Christen glauben an Gott

Rund drei Viertel der jungen Christen in Deutschland glauben einer neuen Studie zufolge offenbar an Gott und ein Leben nach dem Tode.

Weit mehr als die Hälfte der christlichen Jugendlichen sind davon überzeugt, dass Gott keine menschliche Idee, sondern Person ist, ergab eine Untersuchung des Religionsmonitors, die von der Bertelsmann Stiftung am Dienstag in Gütersloh veröffentlicht wurde. Danach teilen sogar rund zehn Prozent der konfessionslosen Jugendlichen die Vorstellung von einem personalen Gott. Für die Studie wurden 7.000 Onlinefragebögen von Jugendlichen zwischen 17 und 21 Jahren ausgewertet.

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http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/161009viele-junge-menschen-glauben-an-gott.html

Der Weihnachtsführer für Atheisten

(hpd) Die etwas andere Geschenk-Idee für „Heiligabend“: Man muss weder an „Gott“ glauben noch einer Religion angehören, um „gut“ zu sein und sich positiv in der Gesellschaft zu engagieren. Eindrucksvoll zeigt dies die Journalistin Ariane Sherine mit ihrem neu herausgegebenen Buch „There is probably no god. The atheist’s guide to Christmas“: eine geballte Ladung englischen Humors mit ernsthaftem Hintergrund.

Sowohl Herausgeberin Sherine wie auch die Autoren der 42 Kurzbeiträge, allesamt bekannte und bekennende Atheisten, haben ihren Teil des Gewinns integral an eine Aids-Stiftung, das Terence Higgins Trust, gespendet.

Folgendermaßen könnte man den Inhalt des Buches zusammenfassen: 42 Autoren, 42 Beiträge, eingeteilt in sechs Kategorien: Geschichten, Wissenschaft, Wie kann man?, Philosophie, Kunst, und Events. Vor allem aber eine geballte Ladung englischer Humor, wie man ihn aus den Monty-Python-Filmen kennt, gespickt mit einigen durchaus ernsten Botschaften. Komikerin Catie Wilkins und Sänger Simon Le Bon (Duran Duran) erläutern z. B. auf witzige Art und Weise, wie sie ihren Glauben an „Gott“ verloren haben, den sie als Kinder ungewollt eingetrichtert bekommen hatten. So manche LeserInnen werden sich hier angesprochen fühlen.

In der Rubrik Wissenschaft kommt neben dem wohl bekanntesten Atheisten Richard Dawkins auch der Genetiker Adam Rutherford zu Wort, und erklärt, warum zwischen 93% und 97% der Wissenschaftler Atheisten sind. Er bringt u.a. die Evolution durch natürliche Selektion als Erklärung mit ins Spiel.

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Der Atheist und die Krippe

(…) Es gibt aber auch jene, häufig wertvolle Mitmenschen, denen der Gedanke nicht „paßt“, daß es da jemanden gibt, der auf ihr Leben schaut, der sagt, was Gut und Böse ist, wahr und unwahr. Und die deshalb Gott aus ihrem Leben möglichst entfernen möchten. Dann gibt es andere, die die Wahrheit ablehnen, ja sie hassen. Sie wollen sie nicht „wahr“-nehmen. Der Grund ist häufig, daß sie ihren Lebensstil nicht ändern wollen. Oder Desinteresse, Gleichgültigkeit. (…)

(…) Oftmals wird als einzig gültiges Erklärungsmodell das der Naturwissenschaft herangezogen: Was man auf diesem Wege nicht „beweisen“ könne, dürfe man nicht guten Gewissens akzeptieren. So als ob ein Widerspruch zwischen Glauben an Gott und Naturwissenschaft bestünde. Das ist zwar ein beliebtes Argument, gilt aber eben nur für Phänomene materieller Natur. Nicht aber für Wirklichkeiten, die über das Meßbare hinausgehen, doch die jedermann zugleich als gegeben betrachtet. Nehmen wir einmal – die Liebe. Läßt sie sich naturwissenschaftlich messen oder wiegen? (…)

(…) Was aber kann die Vernünftigkeit des Glaubens ausmachen? Wohl zunächst die Verläßlichkeit und Glaubwürdigkeit des Zeugen, der ihn uns vermittelt – denn glauben heißt ja nicht wissen. Glauben heißt, sich dem Zeugnis eines anderen anvertrauen und dessen Wissen über eine Materie zu übernehmen. Es geht also eine Kombination aus Willens- und Verstandesleistung. Man kennt den Zeugen, deshalb stimmt man willentlich seinen Aussagen zu. Wie auch dem Steuerberater, Arzt oder Anwalt, dem man vertraut. Christen glauben an Christus, der nicht von sich sagte, er „habe“ die Wahrheit, sondern er „sei“ die Wahrheit.

Doch dann diese Weihnachtsgeschichte rund um Jungfrauengeburt und Krippe, eine Dreifaltigkeit, Wandlung oder Himmelfahrt – alles zu abstrus, um es erfinden zu können. Und doch: Glauben ist vernünftig. Denn woran muß man alles glauben, wenn man „den Glauben“ ablehnt? An die Selbstentstehung des Lebens, an den puren Zufall, vielleicht jenen obskuren Urknall oder unbewegten Beweger, an die Sinnlosigkeit vieler Facetten des Lebens, die erst im Licht des Glaubens ihren Sinn erlangen.

(…) Augustinus hat einmal gesagt: „Niemand leugnet Gott, wenn er kein Interesse daran hat, daß es ihn nicht geben möge.“ (…)

(…) Warum Gott nicht eine Chance geben? Was haben wir zu verlieren? Warum sich nicht einmal auf das Thema „Glaube, Vernunft und Wahrheit“ einlassen? (…)

(…) Nein, es ist keine Drohung, es ist mehr als wahrscheinlich: Irgendwann wird jeder von uns vor seinem Schöpfer und Richter stehen, um sich zu verantworten. (…)

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„Lieber Muslim als Atheist“

Der Philosoph Robert Spaemann über störende Minarette, muslimische Schwiegersöhne und Homosexuelle

DIE WELT: Dennoch bleibt Selbstbestimmung – mehr als Gott – gesellschaftlich ein brennend heißer Konfliktpunkt. In Köln wurde vom „Autonomen Lesben- und Schwulenreferat“ gerade versucht, eine Ringvorlesung von Professorin Edith Düsing zu sprengen, weil Sie im Frühjahr in Marburg eine Erklärung gegen den Druck unterzeichnet hatte, mit dem Homosexuellenverbände den Kongress „Psychotherapie und Seelsorge“ verhindern wollten.

Spaemann: Das ist ungeheuerlich und wird immer schlimmer. Generell ist die Meinungsfreiheit jetzt schon auf katastrophale Weise eingeschränkt im Vergleich zu den Fünfzigerjahren. Wir lebten damals in einem viel freieren Land. Heute liegen Tretminen überall. Das Tolle ist aber jetzt, dass Frau Düsing nicht über Homosexualität sprechen wollte, sondern über Schiller und Nietzsche. Als Person darf sie jetzt also nicht mehr auftreten, weil sie einmal – wie zum Beispiel auch der bekannte sozialdemokratische Verfassungsrichter Ernst- Wolfgang Böckenförde – Freiheit der Rede auch für Leute verlangte, die Homosexualität für einen Defekt halten.

DIE WELT: Wundert Sie das?

Spaemann: Es empört mich. Hat Frau Düsing denn gegen Schwule geredet? Nein, sie hat ein Manifest unterschrieben, das verlangt, dass die Leute frei reden dürfen. Der Vorgang ist nicht nur absurd, sondern gefährlich.

DIE WELT: Sie haben kürzlich einmal gesagt, Ihnen wäre es lieber, Ihr Sohn würde Muslim als Atheist? Ist das Ihr Ernst?

Spaemann: Natürlich. Denn ein Muslim glaubt an Gott, was immer er darunter versteht. Er hat ein sehr beschränktes Gottesbild. Aber er glaubt immerhin an den Schöpfer des Himmels und der Erde, der am Ende das Gute belohnt und das Böse bestraft. Er glaubt an ein ewiges Leben. Er glaubt sogar an die jungfräuliche Geburt von Jesus. Das ist mir schon lieber als der Glaube eines Atheisten.

DIE WELT: Und wenn Ihr Sohn eine Muslima heiraten würde? Wäre Ihnen diese Schwiegertochter auch lieber als eine Atheistin?

Spaemann: Ja, doch passen Sie auf. Eine muslimische Schwiegertochter vielleicht ja. Aber ein muslimischer Schwiegersohn, das wäre mir allerdings gar nicht lieb.

DIE WELT: Warum nicht?

Spaemann: Weil meine Tochter dann nichts zu lachen hätte.

DIE WELT: Denken Sie, dass Ihre Tochter bei einem Atheisten mehr zu lachen hätte?

Spaemann: (lacht) Vielleicht schon. Sie kann ja dann immerhin noch eine Christin bleiben. Wenn sie aber einen Moslem heiratet, dann gnade ihr Gott.


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Demokratie ohne Gott ist ideologisch angreifbar

Kreuz ist Demokratie

Zur Kruzifix-Diskussion:

(…) Die Predigt ideeller Werte (der Demokratie) nur als Wert an sich, ohne Verantwortung vor einem persönlichen Gott, lässt die Menschen kaum besser handeln. (…)

(…) Ein Atheist kann ein ehrlicher Demokrat sein, aber wer Gott leugnet, der zieht der Demokratie den Boden unter den Füßen weg, der macht sie ideologisch angreifbar und ethisch fragwürdig. (…)

(…) Kreuz ist Demokratie.

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Gebete für Leute, die nicht an Gott glauben

Literaturnobelpreisgewinnerin

Im Interview mit Ruthard Stäblein erklärt Herta Müller, was Literatur in Lager und Unterdrückung bedeuten kann: „Ich hatte immer meine Gedichte, die ich mir aufsagen konnte. Sogar beim Verhör. Es ist wie das Singen im Lager. Das wird nicht schal. Man kann sich auf gegebene Formen verlassen, sich anlehnen. Es ist eine Art, ich habe das öfter gedacht, es ist eine Art zu beten, für Leute, die nicht an Gott glauben. Und es ist eine schönere Art als das Beten. Es verlangt mehr Individualität als das Beten. Es ist nicht so mechanisch.“ (Quelle: spiegel.de)

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Manfred Lütz: Der Atheismus ist eine kleine Insel

Der Theologe warb für einen versöhnten Umgang von christlichem Glauben und Naturwissenschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts seien die großen Wissenschaftler „fromm und gläubig“ gewesen, etwa Max Planck oder der späte Albert Einstein. Weltweit sei die große Mehrheit der Menschen gottgläubig, der Atheismus sei daher „eine kleine Insel in den letzten 200 Jahren in Mitteleuropa“.

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Nominierungen: Säkularist des Jahres 2010

Terry Pratchett

Die Nominierungen für den Säkularisten des Jahres sind aufgestellt – wie es aussieht, ist die Liste ziemlich „katholisch“. Der Gewinner wird im Februar nächsten Jahres bekannt gegeben. Hier sind die Nominierungen in alphabetischer Reihenfolge.

Papst Benedikt XIV – „der wohl mehr als jeder andere zur Förderung des Säkularismus beigetragen hat.“

Pat Condell, der „mittlerweile seit einigen Jahren sein Leben riskiert, indem er der Political Correctness, der generellen Gedankenlosigkeit der Religion und der zunehmenden Bedrohung des Islam in unserer Gesellschaft widerspricht.“ (…)

Sabina Guzzanti, eine italienische Komikerin und Aktivistin, der vom Vatikan eine Klage angedroht wurde, weil sie „die Kirche beleidigte“. Sie hatte dem Vatikan nahe gelegt, sich aus der italienischen Politik herauszuhalten und gemeint, der Papst würde in der Hölle von „riesengroßen Schwulen“ für das gequält, was er ihnen auf Erden antat. (…)

Sean Lock gab das ab, was der feinste, einfachste und prägnanteste Kommentar zum ganzen grässlichen religiösen Schlamassel sein muss. „Ich glaube nicht an Gott, weil ich darüber nachgedacht habe.“ (…)

Sir Stephen Wall, der ehemalige Stabschef des Kardinal Cormac Murphy O’Connor, der anschließend dazu überging, die Kirche unmissverständlich anzugreifen, indem er den Papst als „einfach nur durchgeknallt“ bezeichnete. (…)

Weitere: Stephen Fry, Jim Hatfield, Allan Hayes, Peter Hearty, Oliver Kamm, John Keats, Ludovic Kennedy, The Rev’d Canon Eric MacDonald, Azar Majedi, Pragna Patel, Penn & Teller, Terry Pratchett, Debbie Purdy, Samantha Stein, Sophie in ’t Veld MEP

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Bischof Mixa über den „brutalen Atheismus“

Mixa: „Es gibt einen humanen Atheismus und es gibt den brutalen Atheismus, bei dem sich Menschen an die Stelle Gottes setzen. Im 20. Jahrhundert wurden 125 Millionen Menschen getötet. Dafür stehen Namen wie Lenin, Stalin, Hitler und Milosevic. Wir stehen einander alle gleich wichtig und gleich würdig gegenüber, das ist in den Ideologien des brutalen Atheismus nicht der Fall. Dort hat der Stärkere immer Recht. Jedoch hat keiner ein Verfügungsrecht über das Leben des anderen.“

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Ostdeutschland: Wert(e)lose Gegend?

Die Rolle der christlichen Minderheiten in Thüringen und Brandenburg
Von Ulrike Greim und Axel Flemming

Ob Weihnachten etwas mit Jesus zu tun hat? Keine Ahnung, werden viele Kinder sagen, auch in Thüringen. Ostern hat vermutlich etwas mit Frühling zu tun und Pfingsten? Nie gehört. Christliche Feste, Traditionen, Bekenntnisse sind schon lange kein Allgemeingut mehr, aber nicht erst seit DDR-Zeiten.

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Gott ist nicht tot

Die Religionsdebatte der letzten Jahre, gebündelt in einem Band

„Es scheint mir, daß zwar der religiöse Instinkt mächtig im Wachsen ist – daß er aber gerade die theistische Befriedigung mit tiefem Mißtrauen ablehnt.“ Also sprach Friedrich Nietzsche. Und behält bislang recht: 60 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als spirituell, wie Paul Michael Zulehner feststellt, aber nur zehn Prozent als kirchliche Christen. Aus einem „heißen“ Christentum ist „das kalte Projekt der Zivilreligion geworden“, so Rüdiger Safranski.

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Quo vadis, Protestantismus?

Von Knut Berner, dradio.de

Krisenzeiten sind Anlässe, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Das gilt auch für die Evangelische Kirche in Deutschland. Sie ist gegenwärtig bedrängt von einem aggressiven Atheismus à la Richard Dawkins, der Gottesvorstellungen als Wahnideen diffamiert.

Gravierender ist der Gewohnheits-Atheismus, die vor allem in Ostdeutschland noch verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber dem christlichen Glauben. Gleichzeitig verschärft sich die Konkurrenz zwischen den Religionen: Pfingstkirchen feiern Erfolge, der Vatikan sieht die Evangelischen nur als kirchenähnliche Gemeinschaft, der Islam verstärkt seine Präsenz in Europa. Wobei vor allem seine rigorosen Varianten viele Menschen faszinieren und zugleich beunruhigen.

Mit der Religion kann man machen, was man will: Die einen verspotten sie als antiquiert, die anderen pendeln vor sich hin oder setzen auf diffuse Spiritualität, verbreitet ist die Meinung, dass wir ohnehin alle an denselben Gott glauben. Und dann gibt es noch die russische orthodoxe Kirche, die den Dialog mit den Evangelischen aufkündigen will, weil eine geschiedene Frau zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt wurde. Während man unbekümmert die eigenen Anbiederungen an russische Machtpolitiker weitertradiert.

Die Aufregung alter Kirchenmänner über Geschlecht und Biografie der Ratsvorsitzenden ist dabei ebenso unsinnig wie die gegenteilige Erwartung, aufgrund dieser Wahlentscheidung käme mit dem Protestantismus wieder alles in Ordnung. Eine Einzelperson soll die Kirche retten? Das klingt nach katholisch inspiriertem Personenkult. Worauf es vielmehr ankommt, ist die Schärfung des protestantischen Profils in allen Bereichen kirchlichen Lebens. Quo vadis, Protestantismus?

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Bill O’Reilly: Atheists Are Jealous Of The Holiday

Unmoralisches Angebot

Auszüge der Lesung von Michael Schmidt-Salomon zu seinem Buch „Jenseits von Gut und Böse“.

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Pat Condell – Aggressiver Atheismus (auf Deutsch)

Gläubige: 4,5 Mio $, Atheisten: Null

David Nicholls

Man sollte meinen, dass Politiker in einem Land, das als eines der größten nicht-religiösen Länder der Welt gilt, darauf bedacht wären, ihre säkularen Referenzen vorzuführen. Seltsamerweise ist dies in Australien nicht der Fall.

Nachdem wir ein Jahrzehnt der Regierung Howards überlebt haben, die unverfroren Religion für Wahlzwecke ausbeutete, ist es enttäuschend zu erleben, wie die Laborregierung es ihnen gleichtut. Dies scheint recht kontraproduktiv wenn man bedenkt, dass 92 Prozent der Australier an Religion dermaßen desinteressiert sind, dass sie keine Lust haben, eine Kirche aufzusuchen.

Tatsächlich ist die Regierung so sehr damit beschäftigt, an die Himmelstür anzu-anzu-anzuklopfen, dass sie verflixt noch mal das Offensichtliche verpasst. Die meisten australischen Kirchen stehen leer, der nicht-religiöse Sektor wächst doppelt so schnell wie die Pfingstler (…). Selbst der Papst hat anerkannt, dass die Religion in Australien dem Tode geweiht ist.

Währenddessen befremdet die Regierung weiterhin die Mehrheit der australischen Wähler, indem sie vor einer lärmenden religiösen Minderheit einen Kotau macht. Im August erhöhte die Rudd-Regierung die finanzielle Unterstützung für freie Schulen substanziell und ignorierte dabei einen internen Bericht, der davor warnte, Ungleichheiten in das System zu implementieren. (…)

Die Rudd-Regierung beugt sich dem Druck der religiösen Rechten und blockiert weiterhin Gesetze, die gleichgeschlechtlichen Paaren Gleichheit gewähren würden und ignoriert, dass 80 Prozent der Australier für die freiwillige Sterbehilfe sind.

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Russische Kommunisten möchten Gott aus Hymne verbannen

Die Kommunistische Partei Rußlands möchte den Gottesbezug aus dem neuen Text der russischen Hymne streichen. Boris Kashin brachte in der Duma einen entsprechenden Gesetzesantrag ein. Die Stelle „geschützt von Gott wie unsere geliebte Heimaterde“, sollte demnach durch „von uns geschützt wie unsere geliebte Heimaterde“ ersetzt werden. Für die russische KP respektiere der Bezug auf Gott in einer „multiethnischen Gesellschaft“ nicht die anderen Religionen. Vor allem beleidige sie jedoch die Gefühle der Atheisten.

Bereits 2005 hatte Alexander Nikonow, der Vorsitzende der Atheistischen Gesellschaft behauptet, der Gottesbezug in der Hymne verletzte die Verfassungsrechte der Bürger. Wie bereits 2005 wird jedoch keine Änderung erwartet. Der KP-Antrag frischte jedoch die anti-christliche Polemik auf, die zyklisch Rußland beschäftigt.

Der stellvertretende Präsident der Duma, Lybov Sliska wies die kommunistische Aktion zurück: „Wenn die Kommunisten denken, daß das Wort ‚Gott‘ im Widerspruch zur Verfassung stehe, bedeutet dies, daß sie glauben, sich selbst an die Stelle Gottes setzen zu können und das ist ein großer Irrtum.“

Vsevolod Chaplin erklärte für das Moskauer Patriarchat, daß eine große Mehrheit des russischen Volkes „sich diese Hymne zu eigen gemacht hat, auch wenn immer noch jemand dagegen ist“.

Die russische Hymne ist mit der Sowjetzeit verbunden. Die Melodie komponierte Alexander Alexandrow, der Text stammt von Sergei Michalkow. Sie wurde am 1. Januar 1944 eingeführt und ersetzte die bis dahin gebräuchliche Internationale. Der ursprüngliche Text war ein Loblied auf Stalin. Nach dessen Tod wurde sie nur mehr gespielt, aber nicht mehr gesungen. 1977 erhielt Michalkow den Auftrag, eine neue Textfassung zu gestalten. Er entfernte alle Bezüge auf Stalin aus der Hymne und kürzte sie. Die Neufassung hatte bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion offizielle Geltung.

Von 1991, dem Ende der kommunistischen Herrschaft, bis 2001 blieb Rußland ohne eigentliche Hymne. Im Jahr seines Amtsantritts verfügte Wladimir Putin den erneuten Gebrauch der Melodie von Alexandrow, jedoch mit einem neuen Text, den wiederum Michalkow schrieb. In dieser dritten Fassung wird Rußland als unverwechselbares, von Gott geschütztes „heiliges Vaterland“ besungen. Die neue Hymne der Russischen Föderation ist seit 2001 in amtlicher Geltung.

(Asianews/GN)

Fernseh-Tipp: Atheistischer Philosoph diskutiert mit Kardinal Lehmann über Werte

„Früher war alles besser!?“ Unter diesem Titel strahlt „3sat“ am 26. November (Donnerstag) um 21 Uhr eine Sendung aus, in der der Philosoph Herbert Schnädelbach mit Kardinal Karl Lehmann über die Bedeutung von Werten diskutiert. Schauplatz des Disputs ist nach Angaben des Senders der Mainzer Dom. Professor Schnädelbach ist gebürtiger Altenburger und trug sich kürzlich ins Goldene Buch der Stadt ein (ABG-Info.de berichtete).

Im Bachsaal des Schlosses referierte der renommierte Gelehrte im Vorjahr über „Werte im Widerstreit“. Interessierten Altenburgern, die diesen Vortrag verpasst haben, bietet die Fernsehsendung nun eine gute Gelegenheit, sich mit dem Denken Herbert Schnädelbachs ein wenig vertraut zu machen. In diesem Jahr referierte der Philosoph, der mit seinen religionskritischen Publikationen wiederholt Debatten ausgelöst hat, im Bachsaal über „Ansichten des Atheismus“. Kardinal Lehmann ist – neben dem Papst – der wohl bekannteste deutsche Geistliche katholischen Glaubens und war lange Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Quelle: abg-info.de

Darwin provoziert bis heute

150 Jahre Evolutionstheorie

von Meike Srowig

Der Begriff der „natürlichen Selektion“ wurde vor 150 Jahren zum ersten Mal von Charles Darwin verwendet. Vieles in seiner Evolutionstheorie haben Wissenschaftler beweisen können. Trotzdem spaltet Darwin bis heute Gläubige und Ungläubige.

Angeblich war es ein Zufall, doch einem Mann wie Richard Dawkins nimmt man solche Zufälle nicht wirklich ab. Dawkins ist wohl der bekannteste Vertreter der Neo-Atheisten und ein großer Anhänger von Charles Darwin. Kollegen nennen den inzwischen emeritierten Professor aus Oxford und Bestsellerautor, gerne auch einmal „Darwins Rottweiler“, denn Dawkins scheut die Auseinandersetzung nicht.

Und so mag es kein Zufall sein, dass in diesem so lange erwarteten Darwin-Jahr auf einmal Busse durch die britische Hauptstadt fahren mit der Aufschrift „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott“. Das war im Januar, als der Rest des Landes einen ihrer größten Wissenschaftler feierte: denn vor 200 Jahren wurde Darwin geboren und am 24. November 1859 veröffentlichte er sein Buch „Von der Entstehung der Arten“.

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Kirche, Kruzifix und Klassenzimmer

Kommentar von Roland Steixner

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg, wonach Kruzifixe nicht in Schulklassen hängen dürfen, weil damit das Recht der Schüler auf Religionsfreiheit verletzt werde, ist nicht nur in Italien sondern auch in Österreich eine neue Kruzifixdebatte entbrannt.

FPÖ-Obmann Strache machte natürlich unter Verweis auf das „christliche Abendland“ sofort klar, dass er für die Beibehaltung des Kruzifixes im Klassenzimmer ist und gegebenenfalls ein Volksbegehren einleiten werde, sollte es zum Verschwinden der Kreuze aus den Schulen kommen.

Doch brauchen rechtskonservative WählerInnen nicht in die Arme der FPÖ laufen, um sicher zu gehen, dass ihren Kindern auch in Zukunft unter dem Kruzifix das schulische Wissen eingepaukt wird. Auch die ÖVP stellte klar, dass christliche Symbole in Klassenzimmern bleiben müssten und äußerte sich diesbezüglich bereits Finanzminister und Vizekanzler Pröll:

„Ich halte dieses Urteil für absolut verfehlt. Es ist pervers, Religionsfreiheit so zu interpretieren, dass es ein individuelles Recht für Atheisten und Religionskritiker gäbe, im öffentlichen Raum vom Anblick religiöser Symbole „befreit“ zu sein. Wenn der Staat religiöse Symbole verbannt, ist er nicht neutral, sondern nimmt Partei für den Atheismus. Das kann ich nicht akzeptieren.“(Kurier 10.11.2009)

Damit auch die SPÖ nicht in Verdacht gerät, einem Laizismus das Wort zu reden, stellte auch Kanzler Faymann klar, dass er das Konkordat notfalls in die Verfassung schreiben werde, sollten die Kruzifixe in Österreichs Schulen durch das Urteil des EGMR gefährdet sein.

Angesichts einer solch (un)heiligen Allianz für die Beibehaltung der Darstellung eines antiken Hinrichtungsinstruments in Schulklassen sollte einmal die Frage gestellt werden, welche Gefahr die Verbannung von religiösen Symbolen für Kirche darstellt.

Gegen die Austrittswellen können auch zehn Kruzifixe pro Klassenzimmer nichts bewirken. Am Mitgliederschwund der katholischen Kirche ist in erster Linie die eigene unzeitgemäße Politik schuld:

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Der Mensch ist ein religiöses Tier

Evolutionstag 2009

Gegen Speziesismus und Kreationismus

Am 24. November jeden Jahres, dem Tag der Erstveröffentlichung von Charles Darwins The Origin of Species (dt. „Die Entstehung der Arten“), ist „Evolutionstag“. In diesem Jahr ist es ein ganz besonderer: 2009 ist das Darwinjahr, in dem sich der Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie zum 200. Mal jährt, und darüberhinaus erschien The Origin of Species vor genau 150 Jahren, am 24. November 1859.

Die Tatsache der Evolution kratzt natürlich an der religiösen Lehre der Gottesebenbildlichkeit („Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ 1. Mose 1,26f. LUT).

Sie nagt zugleich am allgegenwärtigen Speziesismus (der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Art, analog zu Rassismus oder Sexismus).

Vor allem aber widerspricht sie dem Kreationismus, der Wahnvorstellung, daß das Leben im Universum durch magisches Eingreifen einer Schöpfergottheit entstanden sei, die derzeit in den abrahamitischen Varianten (wie im 1. Buch Mose beschrieben) eine Renaissance erlebt.

Fakt ist: Menschen sind „nackte Affen“ (Desmond Morris), Trockennasenaffen, Säugetiere, Wirbeltiere. Tiere wie andere auch.

„Der Mensch ist das religiöse Tier. Er ist das einzige religiöse Tier. Er ist das einzige Tier, das die Wahre Religion hat – mehrere davon. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten liebt wie sich selbst und ihm die Kehle durchschneidet, wenn seine Theologie ihm nicht recht ist. [...] Die höheren Tiere haben keine Religion.“ (Mark Twain)

„Der Mensch ist ein wunderliches Tier.“ (August Strindberg) „… ein bösartiges Tier.“ (Joseph Conrad) „… das einzige Tier, das erröten kann – oder sollte.“ (Mark Twain) „… das Tier, das Kaugummi kaut.“ (Durs Grünbein)

Trotz aller Bemühungen von Theisten und Speziesisten gibt es jedoch kein ethisch relevantes Merkmal, das alle Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet. Es ist an der Zeit, sich nicht nur von der Religion, sondern von allen aberwitzigen Vorstellungen (auch dem Speziesismus) loszusagen. Auch wenn das manchem „Herrentier“ nicht gefallen mag.

Quelle: antitheismus.de

Warum das Christentum scheitert

Die brilliante Eröffnungsrede, welche Christopher Hitchens in einer Debatte über Religion vs. Atheismus gegen Alister McGrath am 11. Oktober 2007 vortrug.

Es gibt sie jetzt mit Bildern unterlegt/illustriert und mit deutschen Untertiteln.

Kruzifix-Urteil: Drohungen und Einschüchterungen

 

Katholische Schmierereien. Quelle: uaarvarese.wordpress.com

PADOVA. (UAAR/hpd) Nach dem Urteil über die Kruzifixe in den Klassenzimmern Italiens durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte werden die Verfechter des Urteils verfolgt und bedroht.

Die italienischen Atheisten zeigen zahlreiche Bedrohungen und Verfolgungsepisoden an, die gegen sie nach dem Urteil des europäischen Menschengerichtshofs über die Unrechtmäßigkeit des Kruzifixes in den Klassenzimmern verübt wurden. Drei Kreuze neben der Aufschrift “Christo” sind auf die Einfriedung des Hauses der Familie gemalt worden, die das gerichtliche Vorgehen in die Wege leitete. Die UAAR hat Drohbotschaften und Beschimpfungen durch Mail bekommen. Die Facebookgruppe “Wenn du das Kruzifix abnimmst, schneide ich dir die Hände ab” hat schon 15.000 Mitläufer. Kruzifixe zusammen mit der Aufschrift “Eure Vernunft wird unsere Überlieferung nicht tilgen”, sind auf die Tür der Geschäftsstelle der UAAR in Treviso gehängt worden. Und am vergangenen Wochenende explodierte vor der römischen Stelle der Radikalen Partei eine Papierbombe, die mit einem Kruzifix unterschrieben war.

„Es scheint uns offensichtlich“, meinte Raffaele Carcano, der nationale Sekretär der UAAR, „dass diese Angriffe die Früchte des von La Russa , Sgarbi, Santanchè, Meluzzi und von den Bürgermeistern des Nordischen Bundes (Lega Nord) inszenierten Prangers der Massenmedien sind. Das ist die Stammgesellschaft, die stets jeden rückhaltlos beleidigt hat, der lediglich versuchte, ein konstitutionelles Prinzip zu verteidigen. Dieselben, die sich im Namen jenes konstitutionellen Rechts verpflichteten, sehen ihre eigene Freiheit eingeschränkt. An die Familie von Abano Terme, die in der Mitte des Angriffssturms steht, geht die ganze Solidarität der italienischen Atheisten und Agnostiker.“

Das ohrenbetäubende Schweigen der Kirchenhierarchie

Carcano meinte weiterhin, die italienischen Menschenrechtler müssten „das ohrenbetäubende Schweigen der Kirchenhierarchie über diese Ereignisse“ hervorheben. Die Kirchen seien aufgefordert, diese Angriffe gegen die Verfassung „eilig zu verurteilen“. Er fuhr fort: „Wenn sie uns wirklich überzeugen wollen, dass das Kruzifix ein Symbol der Liebe ist, wird es ihnen nicht dadurch gelingen, indem sie an dieser Stelle schweigen.“ Vor allem liege es auch im Interesse der Katholiken selbst, so Carcano, dass die kirchliche Hierarchie vor demjenigen stehen sollte, der tatsächlich katholisch sei, und der vielleicht eine andere Art von Dialektik in dieser Angelegenheit erwarte.

Gabriella Bertuccioli, hpd.de

Drohung: Ein gottloses Plakat zieht um!

Website: CinCoR.org

Die verlorenen Kinder der Franco-Diktatur

n der Zeit des Faschismus in Spanien hat die katholische Kirche 30.000 Kinder ihren linken (atheistischen) Eltern weggenommen und in Klöster und Waisenhäuser gesteckt, getauft, umbenannt und im Sinne des Faschismus erzogen. Der Historiker Ricard Vinyes hat diese Geschichte recherchiert. Einige der Kinder haben erst durch seine Forschungen Aufklärung über ihre wahre Herkunft erfahren.

Ein Beitrag bei 3sat-kulturzeit am 4.11.09

mehr dazu: http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/kulturzeit/themen/139346/index.html

Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?

Die Antwort auf das Thema des Abends wurde erst am Schluss angesprochen. Doch zuvor fand eine interessante apologetische Debatte statt. Die Vereinigten Bibelgruppen hatten am Dienstag Christen und Religionskritiker zu einem Podium an die ETH Zürich eingeladen.

Zum zweiten Mal innert acht Tagen stellten sich die Vereinigten Bibelgruppen Kritikern echter oder vermeintlicher missionarischer Aktivitäten in Schule und Öffentlichkeit. Nachdem sich ein Podium in Bern am 2. November der Kritik an frommen Lehrern gewidmet hatte, weiteten die Organisatoren des Podiums an der ETH die Fragestellung aus: «Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?» Die Diskussion führte in eine spannende Debatte über Gründe für oder gegen den christlichen Glauben.
«Problematische Denkmuster»

Der Psychologe Jürg Frick, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich, kritisiert die Bibel, weil sie «höchst problematische Denk- und Handlungsmuster» enthalte. Auf dem Podium führte er dazu die Geschichte der (Nicht)Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham ins Feld. Es handle sich um eine Angst machende Geschichte, und es sei bedenklich, dass sie in Kinderbibeln erscheine.

«Gerade diese Geschichte enthält aber eine wichtige Botschaft», wandte der Religionswissenschaftler Georg Schmid ein. Sie sage nämlich aus, dass der Gott Abrahams keine Menschenopfer wollte – im Gegensatz zur damaligen Umwelt, in der oft der erstgeborene Sohn den Göttern geopfert wurde.

Wilf Gasser hatte die Geschichte als Kind schon gehört. Sie habe ihn nicht verwirrt. Entscheidend sei die Atmosphäre der Liebe und Vergebung gewesen, in der er ihm die erst im letzten Augenblick abgewendete «Opferung Isaaks» bekannt gemacht worden sei.

Für den bekennenden Atheisten Jürg Frick sind bereits Plakate mit der Bibelstelle «Vertraue auf Gott und nicht auf Menschen» gefährlich, weil sie sensiblen Menschen suggerierten, dass Menschen nicht vertrauenswürdig seien.

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