Schöpfung und Kirche

VORTRAG Professor Dr. Ludger Grünhage spricht zum Thema Kreationismus und Evolutionismus

(red). Die Katholische Erwachsenenbildung Oppenheim hatte Professor Dr. Ludger Grünhage eingeladen, der zum Thema Evolutionstheorie sprach. Zurzeit wird in Deutschland und den USA eine Debatte geführt über den so genannten Kreationismus und den Evolutionismus. Der Pflanzenökologe erörterte die Frage, ob die Evolutionstheorie und die Schöpfungstheologie der katholischen Kirche miteinander vereinbar sind.

Professor Grünhage stellte klar, dass er als Katholik und Biologe an Gott, ohne den nichts ist, glaube, dass er als Biologe den Kreationismus, also die Auslegung des 1. Schöpfungsberichtes der Bibel, als historischen Tatsachenbericht, und als Katholik den dogmatischen Evolutionismus als materialistisch-naturalistische Weltanschauung, nicht aber die naturwissenschaftliche Evolutionstheorie, ablehne. Wie der Referent anschaulich darlegte, ist die moderne Evolutionstheorie, die auf Charles Darwin und Alfred Russel Wallace zurückgeht, gut dokumentiert und kann als gesichert gelten, wobei offene Fragen Klärung und Forschung bedürfen. Grundlage der Antwort der Christen auf die philosophische Frage nach dem „Woher kommt alles?“ sei die Bibel. Die Aussage stehte dabei absolut konträr zur Weltsicht des dogmatischen Evolutionismus, der die Existenz eines Schöpfergottes ausschließe. Der Referent führte aus, dass die kreationistische als realhistorischen Tatsachenbericht nicht mit der lehramtlichen Position der katholischen Kirche übereinstimme. Er zitierte Papst Benedikt, der 1981 sagte: „Die Bibel ist kein Lehrbuch der Naturwissenschaft. Sie ist ein religiöses Buch, und deshalb kann man aus ihr keine naturwissenschaftlichen Auskünfte erhalten …“ Diese Position ist in den Texten des zweiten Vatikanischen Konzils und im Katechismus der katholischen Kirche für alle Gläubigen fixiert. Auch die Position der neo-kreationistischen Intelligent-Design-Bewegung stehe nicht im Einklang mit der der katholischen Kirche. Schöpfung und Evolution seien aus Sicht der katholischen Kirche keine Alternativen, sondern Antworten auf zwei verschiedene Fragen, wie Papst Benedikt 1981 erläuterte: „Die Geschichte von Ackerboden und vom Atem Gottes, (…), erzählt ja nicht, wie ein Mensch entsteht. Sie erzählt seinen innersten Ursprung: sie klärt das Projekt auf, das dahinter steht. Und umgekehrt: Die Evolutionslehre versucht biologische Abläufe zu erkennen und zu beschreiben.“ Das katholische Bild der Welt sei, dass die Welt im Einzelnen in einem komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber aus dem Logos, der Sinn tragenden Kraft, kommt. An Schöpfung glauben bedeute, die von der Wissenschaft erschlossene Welt im Glauben als eine sinnvolle, aus schöpferischem Sinn kommende Welt zu verstehen. Schöpfung und Evolution sind also komplementäre Sichtweisen einer Wirklichkeit, die sich gegenseitig ergänzen.

Pfarrer Manfred Lebisch dankte dem Referenten unt wies auf die nächste Veranstaltung am Donnerstag, 14. Januar, 20 Uhr im Glöckner-Haus in Dienheim hin . Zum Thema „Erst die Arbeit, dann der Sonntag – verliert unsere Gesellschaft ihren Lebensrhythmus“ spricht Wilhelm Gerlach aus Alzey.

Zweifel am Glauben

„Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ von William Paul Young ist ein internationaler Mega-Bestseller. Weltweit wurden sechs Millionen Exemplare verkauft.

Die jüngste Tochter von Mack, Missy, ist entführt worden. Wohl ermordet? Die letzten Spuren führen in eine abgelegene Hütte im Wald. In deren Nähe die Familie campierte und Ort des Kidnapping war. Ob die Tat aufgeklärt werden kann bleibt als offene Frage. Zweifel am Glauben an Gott plagen den Vater. In seine Depressionen hinein erhält Mack eine rätselhafte Einladung in die Hütte zu kommen. Der Absender gibt sich als Gott aus. Papa nennt er sich. Mack nimmt die Einladung an. In der Hütte begegnet er tatsächlich, theologisch korrekt, den Personen Gott-Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Seltsam berührend-inspirierend werden die Erlebnisse, Dialoge und Erfahrungen mit der Dreifaltigkeit geschildert. Zu lesen ist von der „Großen Traurigkeit“, „Über das Wasser gehen“, „Stunde des Richters“, „Fest mit Freunden“, „Ein Treffen der Herzen“. Immer muss man staunen, gar den Atem anhalten.
Ob populär oder nicht, der Autor hat sich entschieden, Gott als afro-amerikanische Frau darzustellen. Solches könnte bereits kontrovers diskutiert werden. Young löst mit seinem Buch „Die Hütte“ etwas in den Herzen von Menschen aus, das sie verändert. Mack jedenfalls findet ein neues Verständnis von Schöpfung und Christentum. Ganz so einfach wird dies nicht immer gelingen.
Zum Autor: Paul Young ist Sohn eines Missionars, aufgewachsen bei einem Papua-Stamm in Neuguinea. 2005 legte er das Manuskript für seinen Debütroman offen auf. Krisen im Leben, finanzielle Sorgen, Narben der Kindheit lasteten auf ihm. So schrieb er einfach sein Leid von der Seele. Gerhard Eisele

Quelle: schwaebische-post.de

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Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?

Die Antwort auf das Thema des Abends wurde erst am Schluss angesprochen. Doch zuvor fand eine interessante apologetische Debatte statt. Die Vereinigten Bibelgruppen hatten am Dienstag Christen und Religionskritiker zu einem Podium an die ETH Zürich eingeladen.

Zum zweiten Mal innert acht Tagen stellten sich die Vereinigten Bibelgruppen Kritikern echter oder vermeintlicher missionarischer Aktivitäten in Schule und Öffentlichkeit. Nachdem sich ein Podium in Bern am 2. November der Kritik an frommen Lehrern gewidmet hatte, weiteten die Organisatoren des Podiums an der ETH die Fragestellung aus: «Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?» Die Diskussion führte in eine spannende Debatte über Gründe für oder gegen den christlichen Glauben.
«Problematische Denkmuster»

Der Psychologe Jürg Frick, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich, kritisiert die Bibel, weil sie «höchst problematische Denk- und Handlungsmuster» enthalte. Auf dem Podium führte er dazu die Geschichte der (Nicht)Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham ins Feld. Es handle sich um eine Angst machende Geschichte, und es sei bedenklich, dass sie in Kinderbibeln erscheine.

«Gerade diese Geschichte enthält aber eine wichtige Botschaft», wandte der Religionswissenschaftler Georg Schmid ein. Sie sage nämlich aus, dass der Gott Abrahams keine Menschenopfer wollte – im Gegensatz zur damaligen Umwelt, in der oft der erstgeborene Sohn den Göttern geopfert wurde.

Wilf Gasser hatte die Geschichte als Kind schon gehört. Sie habe ihn nicht verwirrt. Entscheidend sei die Atmosphäre der Liebe und Vergebung gewesen, in der er ihm die erst im letzten Augenblick abgewendete «Opferung Isaaks» bekannt gemacht worden sei.

Für den bekennenden Atheisten Jürg Frick sind bereits Plakate mit der Bibelstelle «Vertraue auf Gott und nicht auf Menschen» gefährlich, weil sie sensiblen Menschen suggerierten, dass Menschen nicht vertrauenswürdig seien.

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Gibt es einen Beweis dafür, dass die Bibel wahr ist?

«Manche sagen, mehr im Scherz als ernst gemeint: Die Bibel ist wahr, weil in der Bibel steht, dass sie wahr ist. Ich habe mal angefangen, das Buch zu lesen, aber mehr als das halbe Alte Testament habe ich nicht geschafft. Der Erzählstil war einfach zu anstrengend. Meine Hoffnung ist nun, dass jemand die Bibel besser kennt als ich. Aus welcher Passage kann man entnehmen, dass das, was da sonst drin steht, keine Märchen sind?»

Das, was dieser Leser anspricht, bezieht sich auf Diskussionen mit Gläubigen. Es geht darum, dass es einen Gott gibt. Warum gibt es einen Gott? Weil es in der Bibel steht. Warum wissen wir, dass das, was in der Bibel steht, wahr ist? Weil das Buch von Gott inspiriert ist.

Im Kreis argumentieren
Ein berechtigter Vorwürf, der häufig gegen die Bibel erhoben werden, lautet, dass die Christen im Kreis argumentieren. Die Anklage besagt, dass die Christen die Bibel als inspiriertes Wort Gottes beanspruchen und als Beweis für diese Behauptung eine Passage aus der Bibel zitieren, die das ausdrückt. Diese Art der Argumentation ist als Zirkelschluss bekannt. Damit kann man nichts beweisen. Der Zirkelschluss beruht darauf, dass man etwas als wahr annimmt und diese Annahme als Tatsache verwendet. Manche Christen, aber auch viele Nichtchristen, argumentieren in diesem Stil. Hinsichtlich der Bibel hat man das jedoch nicht nötig.

Statt anzunehmen, dass die Bibel das Wort Gottes ist, kann man damit beginnen, zu forschen, ob die Heilige Schrift grundsätzlich ein zuverlässiges und vertrauenswürdiges historisches Dokument ist. Das bestätigt sich, wenn man die übliche Prüfung historischer Kritik auf die Bibel anwendet. Da gibt es unendlich viel Literatur darüber. Man muss jedoch viel Zeit dafür aufwenden und viele Berichte vergleichen. Daraus entwickelt sich eine Plattform des Vertrauens. Von dort aus stellt man so vielleicht die Bibel auf die Probe.

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Gezänk mit dem «neuen Atheismus» spitzt sich zu

Alister McGrath, der Autor von "Der Atheismuswahn".

Die Auseinandersetzung zwischen dem «neuen Atheismus» und dem Christentum spitzt sich zu. Nächste Woche wird Alister McGrath, einer der bedeutendsten englischen Theologen, geistig die Klingen mit Richard Dawkins, dem «Propheten» des «neuen Atheismus», kreuzen.

McGrath gilt in Grossbritannien als bedeutendster Kritiker von Richard Dawkins. Die zentrale These von McGrath lautet: «Religiöser Glaube macht Sinn.» Er wolle aufzeigen, dass der christliche Glaube im Stande ist, «der Welt und der menschlichen Erfahrung» Sinn zu verleihen, erklärte McGrath.

Der christliche Glaube lasse sich nicht wissenschaftlich beweisen. Aber es gebe gute Gründe dafür, dass der christliche Glaube vernünftig ist und dass er dem Leben Sinn gibt. «Ich antworte auf aggressive Vorstellungen der Vertreter des „neuen Atheismus“ wie Richard Dawkins, dass der religiöse Glaube einfach irrational ist», betonte McGrath.

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„Für manche Kinder ist Gott eine Frau“

Gott ist eine Frau mit Bart.

„Mama, lebt Gott auf einer Wolke?“ Selbst in Familien, die nicht mal zu Weihnachten in die Kirche gehen, konfrontieren Kinder oftmals ihre Eltern überraschend mit Fragen zum Glauben. Woher kommt das Interesse an Gott oder Engeln? Von welchem Alter an können Kinder mit religiösen Themen etwas anfangen? Und brauchen sie überhaupt so etwas wie Glauben?

Über diese Fragen sprach Anette von Nayhauß mit Annegret Böhmer, Professorin für Evangelische Religionspädagogik an der Evangelischen Fachhochschule in Zehlendorf.

Berliner Morgenpost: Ab wann haben Kinder eine Vorstellung von Gott?

Annegret Böhmer: Die Frage kann man so nicht beantworten. Die Vorstellung entwickelt sich nicht bei allen Kindern gleich, nach dem Motto: Erst können sie krabbeln, dann können sie laufen, dann können sie sprechen und dann haben sie eine Vorstellung von Gott – so ist das nicht. Die Vorstellung ist abhängig von ihrer Umwelt. Wenn die Eltern zum Beispiel in einer Gemeinde sind, von Gott reden, mit den Kindern beten, dann haben die Kinder ganz früh eine Beziehung zu Gott, so wie sie eine Beziehung zu den Eltern und Geschwistern haben. Aber wenn Eltern dieses Wort gar nicht in den Mund nehmen, dann kann diese Frage auch für die Kinder recht spät kommen.

Berliner Morgenpost: Aber irgendwann ist es soweit …

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Liebe zwischen Mann und Frau nach der Bibel

In den evangelischen Kirchen in Deutschland wird an diesem Sonntag gepredigt über die Liebe zwischen Mann und Frau. Auch HL-live.de Pastor Heinz Rußmann widmet sich diesem Thema in seinen Gedanken zum Wochenende und am Sonntag um 9.30 Uhr in der Dreifaltigkeits-Kirche.

Das ewig aktuelle Thema ist zur Zeit durch ein Buch besonders aktuell. In diesen Tagen hat Richard Precht ja zuerst ein Buch geschrieben über die Wahrheit: Wer bin ich? Übrigens eine wirklich interessante Philosophiegeschichte für Anfänger und Experten, die zu recht seit Wochen an der Spitze der Bestseller-Liste steht.

Weil die Liebe zu einem Partner für die meisten von uns noch wichtiger ist als die Liebe zur Wahrheit und Weisheit, hat Erfolgsautor Precht jetzt danach gleich das umfassendste Buch über die Liebe geschrieben, das ich kenne. Zu recht landet sein Buch: Liebe – ein unordentliches Gefühl wieder ganz vorn in der Erfolgs-Liste. Precht geht alle Theorien und Dimensionen der Liebe durch und zitiert alle wesentlichen großen Denker über dieses Thema. Sehr scharfsinnig und belesen stellt er auch mit Hilfe der modernen Gehirnforschung heraus, dass Liebe alle Schichten unserer Existenz ergreift: sie ist ein biologischer Trieb zur Verbreitung der Gene, ein rauschhaftes Gefühl, eine romantische Liebesehe-Stimmung, eine große Kunst und ein Gebot der Vernunft und Kultur, damit unser Leben gelingt. Zum Ende hin zitiert er sogar: „Viele reden von Liebe und Familie wie frühere Jahrhunderte von Gott. Die Sehnsucht nach Zärtlichkeit hat einen Hauch von Religiosität, von Hoffnung auf Jenseits im Diesseits.“

Vieles davon kann man auch in der Bibel lesen. Aber auch Ähnliches, was symbolischen Tiefsinn hat: Adam als erster Mensch fühlte sich grenzenlos einsam. Da schuf Gott die Tiere. Haustiere sind ja erfreuliche Gefährten, aber sie stillen nicht das namenlose Sehnen des Menschen. Adam fühlte sich noch immer allein. Da schuf Gott aus der Rippe von Adam die erste Frau: Eva. Übrigens: Patriarchalische Männer in allen Religionen pochen auf ihre „Erstgeburt“. Feministische Frauen heute aber entgegnen: Adam war wohl sehr verbesserungsbedürftig. Gott hat deswegen die Frau als verbesserten zweiten Entwurf des Menschen geschaffen.

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