Gläubige gehen mit Waffen aufeinander los: Viele Verletzte bei Blutbad in indischem Tempel in Wien

Mehrere Schüsse sind am Sonntagnachmittag in Wien während einer Predigt in einem indischen Tempel gefallen. Laut Rettung wurden bei dem Blutbad in der Pelzgasse 17 in Rudolfsheim-Fünfhaus mindestens elf Menschen verletzt. Davon erlitten fünf Personen Kopfschüsse und Stichwunden. Offenbar war die Situation gegen 13.40 Uhr bei der Predigt des extra aus Indien angereisten Gurus Shri Guru Ravidas Sabha in dem gleichnamigen Sikh-Gebetshaus eskaliert.

Entgegen ersten Informationen handelt es sich nicht um eine Familien-Fehde, sondern um Streitigkeiten mehrerer Gebetshäuser, die offenbar schon einigen Jahre schwelten, berichtete ein Augenzeuge des Zwischenfalls.

Laut Polizei waren mindestens sechs Personen aus Unmut über die Predigt aufgestanden. Einer hatte eine Schusswaffe, die anderen Messer gezogen. Die Verdächtigen gingen auf den Prediger los, es fielen mehrere Schüsse. Mindestens drei Patronenhülsen wurden sichergestellt. Die Gläubigen stürzten sich auf die Angreifer, entwaffneten sie und verletzten sie dabei schwer. Laut Polizeisprecher Michael Takacs ist einer der Angreifer in Lebensgefahr. Die Hubschrauber transportierten die schwersten Fälle in das SMZ Ost, das Unfallkrankenhaus Meidling, in das Lorenz-Böhler-Spital sowie ins Krankenhaus Krems in Niederösterreich.

„Es sind sehr viel Verletzte hinausgelaufen“

Bei den restlichen leicht bis mittelschwer Verletzten handelt es sich um weitere Besucher der Veranstaltung. Ob sich auch der Guru darunter befindet, ist noch unklar. „Es sind sehr viel Verletzte hinausgelaufen“, sagte Takacs. Es dürfte noch mehrere Leichtverletzte geben, die sich selbst verarztet haben oder ins Krankenhaus gefahren sind.

Laut Kalder liegt der Tempel, der seit 25. Dezember 2005 geöffnet ist, mit anderen Gebetshäusern in Meidling und in der Donaustadt im Clinch. Die Angehörigen der anderen Tempel waren offenbar mit dem am Sonntag predigenden Guru nicht einverstanden und wollten die Gläubigen aus der Pelzgasse immer wieder „abwerben“.

Eskalation bereits im Vorfeld befürchtet

Dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte, hatte man in der Pelzgasse offenbar bereits geahnt. Laut Kalder war bereits vor einigen Tagen die Polizei von der Veranstaltung und möglicherweise dabei auftretenden Schwierigkeiten informiert worden.

krone.at