Caritas kündigt Behinderter wegen Teewurst

Die Caritas in Hannover hat eine schwerbehinderte Pflegehelferin entlassen. Sie hatte eine Portion Teewurst aus der Heimküche gegessen.

Die Körperbehinderte werde gegen ihre fristlose Kündigung klagen, teilte das Arbeitsgericht Hannover mit.
Der Wohlfahrtsverband Caritas organisiert die soziale Arbeit der katholischen Kirche in Deutschland. Die Pflegehelferin habe die Wurst gegessen, obwohl die Caritas verboten habe, dass das Personal sich in der Küche des Heimes selber bedient.

Der Vorwurf an sich sei unstrittig, sagte der Anwalt des Heimbetreibers. Obwohl die Wurst nur einen geringen Wert habe, sei das Verhalten der Pflegerin nicht akzeptabel. Auch Bewohner der Senioreneinrichtung hätten beobachten können, dass die Frau sich bei den eigentlich für die Bewohner bestimmten Lebensmitteln bediente. Das Gericht verhandelt am 1. Dezember über den Fall.
Kündigungen im Streit um geringe Werte haben in den vergangenen Monaten mehrfach für Aufsehen gesorgt. Am bekanntesten ist der Fall einer Berliner Kassiererin, die wegen des angeblichen Diebstahls eines Pfandbons im Wert von 1,30 Euro fristlos entlassen wurde. Hier wird das Bundesarbeitsgericht endgültig entscheiden. Am Bodensee wurde eine Altenpflegerin entlassen, weil sie Maultaschen von der Mittagsverpflegung der Heimbewohner abgezweigt hatte.

Quelle: FTD.de

Kinder im Fokus: Neue atheistische Plakatkampagne

In Großbritannien läuft anlässlich des heutigen UN-Kindertages eine neue atheistische Plakatkampagne an. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal Kinder. Die Initiatoren werben für eine Erziehung ohne religiöse Beeinflussung.

Auf dem Plakat ist ein lachendes Kind zu sehen, daneben steht der Spruch: „Bitte drück mir kein Etikett auf. Beeinflusse mich nicht. Lass mich erwachsen werden und meine eigene Wahl treffen.“ Im Hintergrund stehen Begriffe wie „katholisches Kind“, „marxistisches Kind“ oder „atheistisches Kind“.

Entstanden sei die Idee der „Britischen Humanistischen Vereinigung“ nach den „überwältigenden positiven Rückmeldungen“ auf die atheistische Buskampagne, die im Januar 2009 gestartet war, teilt die Organisation auf ihrer Webseite mit. Auf dem Bus, der durch das ganze Land fuhr, war der Slogan „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Hör jetzt auf, dich zu sorgen und genieße dein Leben“ zu lesen. Danach hatten sich die Initiatoren entschlossen, eine ähnliche Aktion zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchzuführen. Das Ergebnis ist die jetzige Kampagne.

Prominente Unterstützung finden die Initiatoren in dem Biologen Richard Dawkins, Autor des Buches „Der Gotteswahn“ und Vizepräsident der britischen Humanistenvereinigung. Auch die britische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Ariane Sherine, die 2008 die Idee für die atheistische Buskampagne hatte, stellt sich hinter die Aktion. Ziel der neuen Kampagne sei es, das Bewusstsein zu schärfen, dass Kinder frei entscheiden können, an was sie glauben, so die Humanistin. Das „Aufdrücken“ von religiösen Überzeugungen auf Kinder führe zu einer „sozialen Abtrennung“ der Kinder, wenn sie auf religiöse Schulen gehen, oder wenn ihnen gesagt wurde, sie gehörten einer anderen, „inkompatiblen“ Religion an.

Evangelische Allianz begrüßt Plakataktion

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iPhones jetzt auch als Rosenkranz nutzbar

Smartphone-Besitzer können ihr Mobiltelefon jetzt auch als Rosenkranz verwenden: Aus einer Idee des italienischen Erzbischofs Giovanni Tonucci entstand ein digitales Programm für das katholische Mariengebet.

Rom (kath.net/KNA)
Smartphone-Besitzer können ihr Mobiltelefon jetzt auch als Rosenkranz verwenden: Aus einer Idee des italienischen Erzbischofs Giovanni Tonucci entstand ein digitales Programm für das katholische Mariengebet. Nutzer eines iPhone können die Anwendung seit Donnerstag unter dem Namen «iPrex» herunterladen; für Nokia und Blackberry ist der gleiche Dienst als «jPrex» verfügbar.
Nach dem Aufruf des digitalen Rosenkranzes führt eine Stimme den Beter durch die Meditation. Die sogenannten «Geheimnisse» – Betrachtungen über die Menschwerdung, das Leiden und die Auferstehung Christi – werden je nach Wochentag automatisch eingefügt. Erzbischof Tonucci spricht eine Einführung und erteilt den Schlusssegen.

Der Geistliche, der am vergangenen Wochenende auch an einer Tagung im Vatikan über Kirche und Internet teilnahm, beschreibt seine Innovation als zeitgemäße Entwicklung eines alten Brauchs: Auch die Einführung einer Perlenkette zum Zählen der Gebete sei nur «ein erster technologischer Schritt» gewesen.

Gott macht keine Fehler

Wie können Gottesdienste, Taufen oder Hochzeiten für Gehörlose gestaltet werden? Was bedeutet es für sie, wenn man sagt, der Glaube komme vom Hören? Mit diesen Fragen beschäftigt sich gerade die 24. internationale Konferenz des Päpstlichen Gesundheitsrates im Vatikan.

Unter dem Titel „Effata – Öffne dich! Gehörlose im Leben der Kirche“ sind noch bis Samstag rund 500 Fachleute und Betroffene aus 65 Ländern in der Synodenaula zusammengekommen.

Aus Deutschland ist Josef Rothkopf nach Rom gereist, der einzige gehörlose Diakon zwischen Flensburg und dem Bodensee. Als Übersetzer in die Gebärdensprache fungiert für den 59 Jahren alten Aachener Christian Enke, einer der wenigen deutschen Priester in der Gehörlosenseelsorge. Rothkopf, der im dritten Lebensjahr durch eine Erkrankung sein Hörvermögen verlor, ist als nebenamtlicher Diakon in Langerwehe tätig. Zugleich ist der Familienvater Generalpräses des Verbands der katholischen Gehörlosen Deutschlands, in dem etwa 3.500 Mitglieder organisiert sind.

Die Konferenz verfolge das Ziel, Gehörlosen in der Kirche mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihren Beitrag zur Verkündigung des christlichen Glaubens herauszustellen, hob Erzbischof Zygmunt Zimowski, Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral, am Donnerstag zur Eröffnung hervor. Unter den internationalen Fachleuten, die über medizinische, psychologische und seelsorgerische Aspekte der Gehörlosigkeit berichten, ist auch ein Wissenschaftler aus Deutschland: Frans Coninx, Professor für Audiopädagogik an der Universität Köln.

Zahl der Gehörlosenseelsorger geht zurück

Neben Christian Enke, der im Bistum Limburg für die Gehörlosenseelsorge zuständig ist, übersetzen bei der Konferenz noch mehr als ein Dutzend weitere „Dolmetscher“ das gesprochene Wort in die Gebärdensprachen, die englische, französische, italienische und spanische vor allem. Dieses sehr günstige Verhältnis von „Übersetzern“ und Gehörlosen stellt jedoch die Ausnahme dar. In Deutschland sei die Zahl der Gehörlosenseelsorger in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen, bedauert Rothkopf. Priester, die zudem selbst gehörlos sind, gebe es überhaupt nicht. Weltweit sind nach Angaben des Päpstlichen Gesundheitsrates 13 gehörlose Priester tätig.

Religiöse Inhalte für gehörlose Katholiken in Gebärdensprache zu übertragen, ist nicht immer leicht. Enke nennt ein Beispiel: Für Abraham, Moses, Paulus und Petrus etwa gab es in der deutschen Gebärdensprache bis in die 90er Jahre hinein nur eine Gebärde: Die gestische Andeutung eines langen Bartes. Für eine bessere Unterscheidbarkeit sorgte erst eine Anleihe aus der spanischen Gebärdensprache: Dort ist das Zeichen für Abraham der angewinkelte rechte Arm mit zusammengeballter Faust, der von der linken Hand umfasst wird. Hintergrund ist die Geschichte von der Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham, die in letzter Minute – Abraham hat das Messer schon erhoben – von Gott verhindert wird. Auch im ökumenischen Gespräch gibt es noch einige Verständigungsschwierigkeiten: den Heiligenschein als Zeichen für Heilige, eine Kreisbewegung über dem Kopf, gibt es nur in der „katholischen“ Gebärdensprache.

Eine Äußerung bei der Konferenz hat Rothkopf und Enke besonders gut gefallen: „Gott macht keine Fehler“, sagte ein mexikanische Lehrerin in ihrem Vortrag. Die einen sprächen eben Spanisch, Italienisch oder Englisch, und die anderen unterhielten sich in Gebärdensprache. Diese Vielfalt sei gut so. Später beten die Konferenzteilnehmer in der Synodenaula das Ave Maria zusammen: Hörende und Gehörlose, jeder auf seine Weise, laut sprechend, im Stillen oder gestikulierend, bis am Schluss die Gebärde steht, die für alle gleich ist: das Kreuzzeichen.

Quelle: domradio.de

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Creationist Cowards Diss Darwin

Kirche im Sinkflug

Münster – Die Zeit des Wachstums ist längst vorbei. Da gibt es kein Herumdeuten: „Ich gehe in der Tat davon aus, dass wir auf schlechte Zeiten zusteuern. Wir sind aber auf die Situation vorbereitet!“ Generalvikar Norbert Kleyboldt redet nicht um den heißen Brei herum. 

Rund 15 Prozent weniger Kirchensteuereinnahmen zwischen 2008 und 2010 wollen erst einmal verkraftet werden. Deshalb hat das Bistum Münster seinen Haushalt 2010 zurechtgestutzt und um 30 Millionen Euro auf ein Gesamtvolumen von 362 Millionen Euro eingeschmolzen. Auch in den Rücklagentopf musste man greifen, um den Etat auszugleichen. Doch der Rücklagentopf ist nach fetten Jahren gut gefüllt. Keiner weiß zwar genau, wie gut, doch es heißt, das Bistum könne im Zweifelsfall viele magere Jahre überbrücken.

Das Bistum will jedoch so sparsam wirtschaften, dass der Griff in die Rücklagen die Ausnahme bleibt. Für die kommenden Jahre jedenfalls stellen sich die Finanzexperten des Bistums auf magere Zeiten ein. Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle, wie Generalvikar Norbert Kleyboldt, Verwaltungs- und Finanzchef Ulrich Hörsting sowie Finanzabteilungschef Ulrich Schulze gestern vor Journalisten in Münster erläuterten: Die krisenhafte Wirtschaftsentwicklung mit steigender Arbeitslosigkeit wirkt sich dabei ebenso drastisch aus wie der weiterhin anhaltende Mitgliederschwund in den Kirchen. In den vergangenen zehn Jahren hat das Bistum rund 80 000 Katholiken verloren. Die Kirchenaustritte (5800 im Jahr 2008) und die demografische Entwicklung geben Anlass zur Sorge. 2008 gab es 20 000 Beerdigungen, aber nur 16 000 Taufen.

Angesichts dieser Zahlen wird der Sinkflug auch bei der Anzahl an Gemeinden und Kirchengebäuden im Bistum Münster eher verständlich. Wenn sich in einer fusionierten Gemeinde von 12 000 Katholiken etwa 1200 regelmäßige Kirchgänger auf drei Kirchen mit sieben Messen verteilten, dann sei es naheliegend, auch über die Schließung einer Kirche nachzudenken, so der Generalvikar. Dies sei zwar für die Menschen häufig sehr schmerzhaft, doch dürfe man nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen: „Unser Problem ist: Das Kleid, das wir tragen, ist uns zu groß geworden. Wir müssen es enger schneidern.“

VON JOHANNES LOY, MÜNSTER, borkenerzeitung.de

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Gemeinsamkeiten von Märchen und Religion

Schwerin – Zum ersten Mal bietet das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin im Vorfeld der diesjährigen Weihnachtsmärchenpremiere „Frau Holle“ eine Matinee am Sonnabendvormittag an. Zu Gast am Sonnabend, 21. November, um 11 Uhr im Konzertfoyer ist Erzbischof Dr. Werner Thissen aus Hamburg. Mit der Theaterpädagogin des Hauses, Christina Geißler, die in diesem Fall auch für die Dramaturgie der Inszenierung verantwortlich zeichnet, spricht er über Gemeinsamkeiten von Märchen und Religion.

Können Märchenbilder, ähnlich religiösen Weltentwürfen, dem Leben Orientierung verleihen? Welche religiösen Motive beinhaltet das im Jahre 2006 mit dem Preis für Deutschlands schönstes Märchen ausgezeichnete Märchen von „Frau Holle“? Und welche Bedeutung haben oft vorkommenden Gleichnisse in Märchen für den Menschen von heute?

Diesen und anderen Fragen stellt sich Dr. Werner Thissen, der seit dem Jahr 2003 Erzbischof von Hamburg ist und zudem Vorsitzender der Unterkommission Misereor bei der Deutschen Bischofskonferenz.

Das schon traditionelle Weihnachtsmärchen am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin erfreut sich von Jahr zu Jahr eines ständig wachsenden Zuspruchs – eine Bestätigung für die große Qualität der Inszenierungen, die als Chefsache seit Langem in der Hand von Schauspieldirektor Peter Dehler liegen: „Es ist einfach großartig, mitzuerleben, welche Faszination Theater schon auf die kleinsten Besucher ausüben kann. Und welche Freude ist es, Hunderte von glücklichen Kindern nach einer Vorstellung aus dem Theatersaal strömen zu sehen“. Zusammen mit dem Schauspielensemble bringt er in der Musik von John R. Carlson eigene Fassungen der beliebtesten Märchen auf die Bühne.

In diesem Jahr wird vom 29. November bis zum 20. Dezember in 38 Vorstellungen „Frau Holle“ ihre Betten im Großen Haus ausschütteln. 20 000 Karten von 24 000, die zur Verfügung stehen, sind bereits verkauft.

Quelle: In-online.de

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Die Evolution im Paradies

Dieses Bild hat ein Problem: Adam schuf der Herr aus Lehm. Adam hatte keinen Nabel. Nabel gab's ab Kain und Abel.

Ist der Mensch zu weit gegangen in seinem Selbstverständnis als „Krone der Schöpfung“? Für Theologen und Naturwissenschaftler entsteht in Münster das erste Hochschulinstitut Deutschlands, an dem sie sich gemeinsam mit den Lehren der Bibel und des Forschers Darwin auseinandersetzen. Irene Jung hat schon mal hineingehört.

Das Paradies hatte es den Brueghels angetan. In zahllosen Varianten haben die Maler aus der berühmten flämischen Künstlerfamilie den Garten Eden dargestellt, detailreich, farbenfroh und voller Leben. Was auf dem Gemälde „Das Paradies“ von Jan Brueghel dem Älteren aus dem Jahr 1615 besonders augenfällig wird: Im Vordergrund tummeln sich die Tiere – ein leuchtend weißes Pferd, Affe, Löwe, ein prächtiger Truthahn neben Feuerlilien und weiß-rot geflammten Tulpen. Menschen sind erst weiter hinten zu erkennen – Adam, aus dessen Rippe gerade Eva erschaffen wird. Was soll uns diese Anordnung sagen?

20 Augenpaare starren auf die PowerPoint-Präsentation dieses Bildes im Theologie-Seminar an der Uni Münster. „Der Mensch ist hier nicht der Mittelpunkt der Schöpfung“, stellt eine Studentin fest. Und so erzählt es ja auch das Buch Genesis: Danach schuf Gott erst Adam, dann die Tiere („dass der Mensch nicht allein sei“), schließlich Eva. Seminarleiter Rainer Hagencord, Theologe, Biologe und Philosoph in einer Person, erinnert daran, dass nach dem Ersten Buch Mose auf den Menschen nicht einmal ein eigener Schöpfungstag entfiel.

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Warum haben alle Kulturen eine Religion entwickelt?

Verschiedene Erklärungen für den Glauben an Gott

Von Ingeborg Breuer

Nahezu alle Gesellschaften zu allen Zeiten haben Gottesvorstellungen und religiöse Systeme entwickelt. Warum das so ist, beschäftigt nicht mehr länger nur Theologen, Philosophen oder Soziologen. Sondern auch die Naturwissenschaften interessieren sich mittlerweile für das Thema.

„Soweit man die Geschichte der Menschheit überblickt, kann man sagen, dass Religionen im weitesten Sinn, also auch Ahnen- und Geisterglaube, überall stark ausgeprägt sind. Und diese Universalität wird oft dafür ins Feld gezogen dafür, dass Religion nicht nur ein Kulturprodukt ist, sondern ein Merkmal des Menschen schlechthin sein könnte. Der Mensch als Homo Religiosus.“

Rüdiger Vaas, Wissenschaftsjournalist in Stuttgart, schrieb zusammen mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume in diesem Jahr das Buch „Gott, Gene und Gehirn“. Darin stellen sie fest, dass Religion ein zentraler Bestandteil aller menschlichen Kulturen ist. Es gibt nahezu keine religionslose Gesellschaft auf der Welt. Der Soziobiologe Edward O. Wilson hielt die „Anlage für religiösen Glauben“ deshalb auch für einen wahrscheinlich „unauslöschliche[n] Teil der menschlichen Natur“.

Doch diese Tatsache beschäftigt nicht länger nur Theologen, Philosophen oder Soziologen. Religion – oder genauer gesagt, Religiosität als Fähigkeit des Menschen, eine Religion zu haben – ist mittlerweile auch zu einem Forschungsfeld für Biologen, Neurologen und Psychologen geworden. Nüchtern fragen sie, was bei religiösen Menschen im Gehirn vorgeht. Fragen danach, welchen irdischen Nutzen Religion haben kann, obwohl sie doch mit all ihren Opfern, Kulten und Ritualen auf den ersten Blick als ein geradezu luxuriöses Unterfangen erscheint.

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Warum das Christentum scheitert

Die brilliante Eröffnungsrede, welche Christopher Hitchens in einer Debatte über Religion vs. Atheismus gegen Alister McGrath am 11. Oktober 2007 vortrug.

Es gibt sie jetzt mit Bildern unterlegt/illustriert und mit deutschen Untertiteln.

Vatikan verurteilt „Twilight“

Der Vatikan teilt die Begeisterung von Millionen Teenies für die „Twilight“-Filmserie keineswegs. Der Kinoexperte des Vatikans, Bischof Franco Perazzolo, sieht in den Filmen eine „totale Leere“.

(sda) „Wunderschöne Frauen und Männer verwandeln sich in schreckliche Masken. Das ist eine ideale Mischung, um die Kinos mit dem alten Trick der entgegen gesetzten Extreme zu füllen“, erklärte Parazzolo nach Angaben italienischer Medien.

„Die Serie ist eine explosive Mischung aus Bildern, die eine totale Leere verbergen“, urteilt der Experte des päpstlichen Kulturrates. In Rom feierte „New Moon“, die zweite Folge der „Twilight“-Serie am Mittwoch Premiere. Wie andernorts umjubelten Tausende Fans die Stars des Films, insbesondere den 23-jährigen Robert Pattinson.

Quelle: bielertagblatt.ch

RKK: Die größte Schwulenorganisation Deutschlands

Der Kabarettist Christoph Sieber machte sich in seiner Show auch Gedanken zur katholischen Kirche und bezeichnete diese kurzerhand „als die größte Schwulenorganisation Deutschlands“ mit 20 Prozent schwulen Priestern und solchen, die heimlich Kinder zeugten. Es ist doch wohl der Gipfel der Unverfrorenheit, diesen ganzen Berufsstand als Lachnummer vorzuführen. Solche wohl bedachten Sprüche zeugen von großer Respektlosigkeit gegenüber allen Priestern. Diese haben in unserer sexuell so freizügigen und tabulosen Gesellschaft ohnehin einen schweren Stand und verdienen es wirklich nicht, so pauschal diffamiert zu werden. Wenn sich der Kabarettist wohltuend von der „um sich greifenden Volksverblödung“ abheben möchte, sollte er ein spritziges, niveauvolles Programm dagegen setzen und die Regeln der Fairness beachten, was auch in einer guten Comedy-Show möglich sein sollte.

Quelle: suedkurier.de

Schule: Keine Pflicht zur Religion

Frage: In der Schule unserer Tochter soll zu Weihnachten ein Krippenspiel aufgeführt werden. Wir sind nicht religiös und möchten nicht, dass sie daran teilnimmt. Können wir sie in dieser Zeit vom Schulbesuch beurlauben?

Keine Schülerin und kein Schüler kann gezwungen werden, an religiösen Projekten mitzuwirken – seien dies Gottesdienste oder Proben und Aufführungen der Weihnachtsgeschichte. Dies regelt Artikel 15 Absatz 4 der Bundesverfassung.

Werden religiöse Lieder im Unterricht gesungen, handelt es sich nicht um Religionsausübung. Die Lieder dürfen jedoch weder als Glaubensbekenntnis noch als Gebet ausgelegt werden können. Bietet sich neben dem Krippenspiel Raum, andere Religionen und Weltanschauungen kennen zu lernen, die es den Schülerinnen und Schülern erlauben, sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen, kann dies eine Bereicherung sein. Solche Schulinhalte sind uneingeschränkt zu begrüssen. Eltern müssen aber ihr Kind von religiösen Lektionen jeglicher Konfession beurlauben können.

beobachter.ch

Bistum muss weitere Kirchen entweihen

Münster (dpa/lnw) – Weniger Taufen, mehr Kirchenaustritte und die Wirtschaftskrise: Wegen sinkender Einnahmen aus Kirchensteuern muss das Bistum Münster auch im kommenden Jahr sparen. Für das laufende Jahr werden bereits drei Prozent weniger Steuereinnahmen als im Vorjahr erwartet. Aus diesem Grund würden auch weitere Gotteshäuser künftig alternativ genutzt: «Wir sind dabei, Kirchengebäude dem Gottesdienst zu entziehen», sagte der Generalvikar der Diözese, Norbert Kleyboldt, am Donnerstag in Münster. «Das ist eine schwierige Fragestellung, mit der wir sehr behutsam umgehen.» 2008 waren über 5800 Katholiken im NRW-Teil des Bistums aus der Kirche ausgetreten.

Quelle: bild.de

Zweifel am Glauben

„Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ von William Paul Young ist ein internationaler Mega-Bestseller. Weltweit wurden sechs Millionen Exemplare verkauft.

Die jüngste Tochter von Mack, Missy, ist entführt worden. Wohl ermordet? Die letzten Spuren führen in eine abgelegene Hütte im Wald. In deren Nähe die Familie campierte und Ort des Kidnapping war. Ob die Tat aufgeklärt werden kann bleibt als offene Frage. Zweifel am Glauben an Gott plagen den Vater. In seine Depressionen hinein erhält Mack eine rätselhafte Einladung in die Hütte zu kommen. Der Absender gibt sich als Gott aus. Papa nennt er sich. Mack nimmt die Einladung an. In der Hütte begegnet er tatsächlich, theologisch korrekt, den Personen Gott-Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Seltsam berührend-inspirierend werden die Erlebnisse, Dialoge und Erfahrungen mit der Dreifaltigkeit geschildert. Zu lesen ist von der „Großen Traurigkeit“, „Über das Wasser gehen“, „Stunde des Richters“, „Fest mit Freunden“, „Ein Treffen der Herzen“. Immer muss man staunen, gar den Atem anhalten.
Ob populär oder nicht, der Autor hat sich entschieden, Gott als afro-amerikanische Frau darzustellen. Solches könnte bereits kontrovers diskutiert werden. Young löst mit seinem Buch „Die Hütte“ etwas in den Herzen von Menschen aus, das sie verändert. Mack jedenfalls findet ein neues Verständnis von Schöpfung und Christentum. Ganz so einfach wird dies nicht immer gelingen.
Zum Autor: Paul Young ist Sohn eines Missionars, aufgewachsen bei einem Papua-Stamm in Neuguinea. 2005 legte er das Manuskript für seinen Debütroman offen auf. Krisen im Leben, finanzielle Sorgen, Narben der Kindheit lasteten auf ihm. So schrieb er einfach sein Leid von der Seele. Gerhard Eisele

Quelle: schwaebische-post.de

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Gott als Ingenieur?

Bad Laasphe. „Schöpfung und/oder Evolution? – Charles Darwins Einfluss auf unser Weltbild” – mit dieser Fragestellung haben sich heute am Tag der Philosophie die Bad Laaspher Gymnasiasten beschäftigt.

Der Philosophische Tag zum Thema „Darwin und seine Folgen” ermöglichte der Fachschaft Philosophie des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, sich vorzustellen und auf philosophische Fragestellungen aufmerksam zu machen. Mit Blick auf das Charles Darwin-Jubiläumsjahr rückte die Schule den berühmten Naturforscher in den Mittelpunkt des von der UNESCO ausgerufenen „Welttags der Philosophie”. Zu Ehren von Charles Darwin wird in diesem Jahr sogar ein Doppeljubiläum gefeiert: sein 200. Geburtstag sowie der 150. Jahrestag des Erscheinens seines Werks „Über die Entstehung der Arten”.

Ziel der Fachschaft Philosophie war es, Darwin als Philosophen und Wissenschaftler in Erinnerung zu rufen. Am Gymnasium in Bad Laasphe ging es nämlich nicht nur um die Grundlagen der Evolutionstheorie, sondern auch um die weltanschauliche Bedeutung des Darwinismus. Insbesondere die Frage: „In welchem Verhältnis stehen Wissenschaft und Weltanschauung zueinander?” wurde von den Schülern in Workshops diskutiert,wobei natürlich auch die religiöse Frage des Glaubens eine wichtige Rolle gespielt hat. Teilnehmen durften alle, die das Fach Philosophie haben – also Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13.

Unterstützung für den Tag der Philosophie in Bad Laasphe hatte sich die Schule von zwei externen Experten geholt: Pfarrer Johannes Weissinger, der die theolohische Fraktion vertritt, und Thomas Waschke, Biologielehrer aus Dillenburg, der sich seit etwa 30 Jahren mit der Evolutionstheorie befasst und die naturalistische Fraktion vertritt.

Nach der Arbeit in kleinen Gruppen in den Workshops, in denen die Schüler provozierende, aber auch offene Fragen formulieren sollten, haben die Teilnehmer ihre Ergebnisse in der Aula vorgestellt. „Zwei bis drei Experten stehen an ihrem jeweiligen Stand Rede und Antwort, der Rest der Gruppe sieht sich die anderen Stände an”, erklärte Philosophielehrer Christian Klein während der Präsentation in der Aula. „Die Fragen an den einzelnen Stationen sollen Denkanstöße geben.”

Gott als Ingenieur oder die Evolution als Flickenschuster? Ist Glaube ein Produkt menschlicher Phantasie? Kann man Glaube und Darwinismus miteinander vereinen? Diese Fragen stellten die Schüler unter anderem an ihren Ständen. „Eine Tendenz hin zum Darwinismus hat sich bei mir im Workshop abgezeichnet”, so Klein. Es habe aber auch kritische Stimmen zu der rein naturwissenschaftlichen Haltung gegeben.

„Ich habe heute zwar keine neuen Erkenntnisse gewonnen, aber sich mal mit dem Thema auseinanderzusetzen, war interessant”, sagte Schülerin Larissa Klein. „Wir haben viel diskutiert, aber zu einer Lösung kann man bei dem Thema gar nicht kommen, denn jeder hat seine eigenen Argumente”, ergänzte Vanessa Gerhardt.

Quelle: derwesten.de

Auf dem Kreuzzug zurück

Über die Entwicklung des christlichen Fundamentalismus in Deutschland

Vortragsveranstaltung am Mittwoch, dem 25.11.2009 in der Zeit von 19:00 Uhr bis etwa 22:00 Uhr im Interkulturellen Zentrum Don Quijote, Scharnhorststr. 57 in 48151 Münster.

Über viele Jahre waren die Vertreter des christlichen Fundamentalismus sowohl in den Kirchen als auch in der Gesellschaft weitestgehend isoliert. Dies hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Die Evangelikalen, als Hauptvertreter dieses entschiedenen Bekenntnisses, schaffen es immer öfter Diskussionen zu Wertevorstellungen, Abtreibung, Rechte von Homosexuellen, Missionierung Andersgläubiger u.a. anzustoßen. Sie fühlen sich zu einem Kreuzzug gegen die postmoderne Gesellschaft gezwungen. Die Wirkung dieser Bewegung wird in Deutschland unterschätzt. Der Vortrag will zunächst einen Überblick über die Entwicklung der letzten Jahre geben. Darüber hinaus werden die wichtigsten Konfliktfelder benannt und kritisch beleuchtet.

Veranstalter:
AStA der Fachhochschule Münster
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Münsterland
Antifaschistische Linke Münster
Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V., Landesverband NRW

Anmeldungen sind erbeten unter: nrw@ibka.org

Hosen für Frauen verboten

Von Sascha Lehnartz, welt.de

In Paris gilt immer noch ein Gesetz aus dem Jahr 1800. Das Ausland ist empört

Noch ist die Empörung über ein Gericht im Sudan nicht verklungen, das eine Frau wegen des Tragens einer Hose zu 40 Stockschlägen verurteilen wollte, da erreicht uns diese neue Kunde. Der Sudan hat einen Konkurrenten im Wettbewerb, wer in puncto Frauenrechte am weitesten hinter dem Mond lebt: Frankreich!

Ausgerechnet in Paris, so meldete die britische Zeitung „Telegraph“ empört, gelte noch ein Gesetz aus Revolutionszeiten, das es Frauen verbietet, Hosen zu tragen. Damit sei die französische Rechtsprechung in Modefragen „strenger als die Hardliner im Sudan“. Medien aus Ländern, die bislang nicht durch fortschrittliche Frauenbilder aufgefallen sind (Türkei, Russland, Iran), druckten die Meldung prompt nach. In Frankreich hingegen reagierte man nicht einmal mit Achselzucken. Obwohl ein Erlass vom 26. Brumaire des Revolutionsjahres IX (17.11.1800) tatsächlich bestimmt, dass Frauen, „die wünschen, sich wie Männer zu kleiden“, bei der Polizeipräfektur vorstellig werden müssen, um dafür eine Erlaubnis zu beantragen. Diese könne von einem „Gesundheitsoffizier“ erteilt werden.

1892 und 1909 wurden sanfte Nivellierungen verabschiedet. Seither ist es Frauen gestattet, beim Reiten und Radfahren Hosen zu tragen. Zum hundertsten Geburtstag der berühmten Hosenträgerin George Sand – sie hatte die polizeiliche Erlaubnis – fragte der UMP-Abgeordnete Jean-Yves Hugon im Jahr 2004 kritisch bei der Gleichstellungsstaatssekretärin nach, ob das Gesetz denn nun noch nötig sei. 2007 wies die feministische Juristin Eveline Pésier, ehemalige Gattin des Außenministers Bernard Kouchner, in einem Buch erneut darauf hin, dass die kuriose Regelung formal immer noch gelte. Doch offenbar hält der Gesetzgeber es für zu aufwendig, eine Regel abzuschaffen, an die sich ohnehin niemand mehr hält. Außer der einen oder anderen Vespa-Fahrerin, die mit wehendem Rock durch die Stadt knattert. Diese Art von Gesetzestreue wird von lebensfrohen Fundamentalisten in Paris weiterhin begrüßt.

Wie das Christentum zur Staatsreligion wurde

KIRCHENGESCHICHTE Katholische Erwachsenenbildung Untertaunus behandelt die Entwicklung der Kirche in den ersten Jahrhunderten

(por). Im Katholischen Gemeindezentrum Wehen setzte Pastoralreferent Dr. Michael Graf mit seinem Vortrag über die „Konstantinische Wende“ die Reihe „Wie alles begann“ über die frühe Geschichte der Kirche fort. Nach der ersten Staffel im Frühjahr 2009 behandeln die vier Abende des aktuellen Seminars die Eingliederung in das Römische Reich.

Die Christen waren noch zu Beginn des vierten Jahrhunderts Verfolgungen durch die Römer ausgesetzt. Dabei erwies sich die Religion aber als so zäh und widerstandsfähig, dass die römischen Kaiser allmählich ihre Haltung änderten, Sie wollten sich nun den starken Christengott zum Wohl des Volkes, zur „salus publica“, nutzbar machen. So erließ Galerius 311 ein Toleranzedikt und Kaiser Konstantin besiegte 312 seinen Konkurrenten Maxentius unter dem Zeichen des Kreuzes.

313 wurde das Christentum anderen Kulten gleichgestellt, ab 317 waren Sklavenfreilassungen vor Bischöfen rechtsgültig und ab 318 konnten auch zivile Streitigkeiten vor den Bischöfen verhandelt werden. „Konstantin ging es dabei nicht um einen inneren Glauben als um den äußeren Kult. Das Christentum als starke Religion sollte dem Wohl des Römischen Reiches dienen“, beschrieb Graf die Einstellung des Herrschers. Denn Konstantin sah durchaus die beginnenden Zerfallserscheinungen des Römischen Reiches und erhoffte durch das Christentum Stabilität. Daher machte er die Bischöfe quasi zu Beamten. Er förderte die Kirche während seiner Alleinherrschaft mit einem Kirchenbauprogramm, dem unter anderem die Grabeskirche und die Hagia Sophia in Konstantinopel, dem „neuen Rom“, entsprangen.

Erst unter Theodosius I. wurde das Christentum 380 zur Staatsreligion, indem er alle Völker des Reiches darauf verpflichtete. Für die Kirche hatte das den Vorteil, dass sie sich innerhalb der staatlichen Grenzen frei entfalten konnte und keine Angst mehr vor Verfolgung haben musste. Der Preis war die feste Einbindung in die römische Verwaltung. Wie prägend diese Zeit für die Entsteheung des christlichen Abendlands war, wurde in der Diskussion nach Grafs Vortrag deutlich.

Quelle: wiesbadener-tagblatt.de

Anwohnerin muss Orgelmusik einer Kirche hinnehmen

Grenzwerte werden eingehalten – Grundsatz der Religionsfreiheit

Solange die Musik einer Orgel unterhalb der Grenzwerte bleibt, kann sich eine Anwohnerin dagegen nicht wehren, auch wenn sie die Musik als penetrant empfindet und ihr „speiübel“ wird. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Verden hervor.

Der Verdener Dom macht einer pensionierten Lehrerin schwer zu schaffen. Sie wohnt neben dem Dom und fühlt sich durch die Orgel- und Chormusik, die nach draußen gelangt, schwer gestört. Penetrant und deprimierend sei das. Daher klagte sie auf dem Zivilrechtsweg gegen die nach ihrer Meinung zu laute Kirchenmusik.
Richter: Auch bevor die Frau an dem Dom zog, wurde dort musiziert

Das Landgericht Verden wies ihre Klage jedoch ab. Die Lärmgrenzwerte würde nicht überschritten. Außerdem habe die Frau gewusst, worauf sie sich einlasse, als sie 1972 neben den Dom zog. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei im Dom musiziert worden.

Religionsfreiheit

Ihr Argument, die Kirchenmusik habe seit 2003 deutlich zugenommen, ließ das Gericht nicht gelten. Der Dom bilde das Zentrum religiösen Lebens und daher gelte der Grundsatz der Religionsfreiheit.

Quelle: kostenlose-urteile.de

Umfrage: Beten mit Kindern wird unwichtiger

Immer weniger junge Leute sind der Meinung, dass Eltern mit ihren Kindern beten sollten – egal, ob vor dem Einschlafen oder zu Tisch. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, welche die „Apotheken Umschau“ in Auftrag gegeben hat.

Unter denjenigen, die ihren 70. Geburtstag bereits hinter sich haben, spricht sich noch knapp jeder Zweite für ein tägliches Gebet mit den Kindern aus. Bei den Befragten unter 40 ist es nur noch weniger als ein Viertel. Nicht einmal die Mehrheit derjenigen, die einer christlichen Kirche angehören, befürwortet Gebete mit Kindern.

Jens-Peter Iven von der Evangelischen Kirche im Rheinland setzte diesem Befund die starke Nachfrage nach Materialien zur Initiative „Beten 09″ entgegen, die gestern, am Buß- und Bettag, zu Ende ging. Gerade jüngere Eltern sähen das Gebet als Möglichkeit, mit ihren Kleinen ins Gespräch zu kommen. Iven: „Das Thema Beten ist nicht so tot, wie die Zahlen es glauben machen.“ Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte: „Wenn die Umfrage empirische Relevanz hat, besteht hier ein Mangel. Das Gebet als persönliche Zwiesprache zwischen Gott und Mensch, da, wo Gott zum Du für den Menschen wird, ist unverzichtbar.“
Quelle: Rheinische Post

‘Ich bin einfach immer glücklicher geworden’

Der Gründer eines bekannten Homosexuellen-Magazins in den USA und Vorkämpfer der „gay-rights“ fand zu Gott und änderte vor vier Jahren sein Leben.

Washington (kath.net/LifeSiteNews.com) Vor zwei Jahren hatte der Gründer eines Homosexuellen-Magazins in den USA (“Young Gay America“) und politischer Vorkämpfer für Homosexuellen-Rechte, Michael Glatze, öffentlich erklärt, sich – nach einem Jahrzehnt homosexuellen Lebens – von dieser Lebensform zu distanzieren, weil er Christ geworden sei. Nach schweren Angriffen von Seiten vieler Aktivisten zog er sich zurück, um sein Leben mehr zu reflektieren, und bestätigt nun – nach zwei Jahren Rückzug aus der Öffentlichkeit – seinen damaligen Schritt: Er sei nun „überaus glücklich und fähig zu einem sehr guten, normalen und gesunden Leben“.

Seit dem Alter von 20 empfand er sich selbst als homosexuell. Nach einem Jahrzehnt kamen ihm schließlich Zweifel; 2005 beendete er dieses Leben radikal und nannte es “falsch und unmoralisch”. 2007 ging er damit erstmals an die Öffentlichkeit und schrieb: „Homosexualität ist Tod, und ich wähle das Leben.“ Daraufhin sei er auf so heftige und bösartige Weise attackiert worden, dass er sich entschloss, „in sich zu gehen“ und nicht mehr zu publizieren. „Sie schrecken vor nichts zurück, um mich zum Zweifeln zu bringen an dem, was ich in meinem Leben erfahren habe“, schreibt er heute.
Seither habe er sich “auf Gott verlassen, auf Gott allein. Ich habe mit Freude ein ‚normales’ Leben geführt. Ich gehe in die Kirche. Ich habe mich mit Mädchen getroffen. Und ich verstehe immer tiefer die Verzweigungen der homosexuellen Sünde.“ Er erzählt von zahllosen Menschen, die ihm zustimmende E-Mails geschrieben haben, dass sie sich ebenso von der Homosexualität abgewandt hatten und nun ein glückliches Familienleben führten.

Viele sprechen auch deshalb wenig darüber, weil es so normal sei, so wie man sich eben nicht gedrängt fühle, laut hinauszuposaunen, dass Menschen Luft atmen. „Heterosexualität ist normale menschliche Sexualität, während Homosexualität eine Abirrung ist. Das sind offensichtliche Dinge. Erschütternd ist, wie erfolgreich Aktivisten darin waren, die Realität zu verschleiern.“

„Während die zornigen Medien weiterhin den Mythos verbreiten, dass Homosexualität nicht geheilt werden kann, möchte ich weiterhin die Botschaft der Wahrheit senden, in Gegensatz zu dieser Lüge, unterstützt durch das Faktum, dass ich seit 2007 und den Jahren davor weiterhin einfach immer glücklicher, zuversichtlicher und viel, viel gesünder geworden bin.“

Pfarrer fesselt sich an einen Stuhl

Düsseldorf (RP) Der Buß- und Bettag ist zwar kein gesetzlicher Feiertag mehr, für Thorsten Nolting hat er aber nach wie vor eine große Bedeutung. Und die will der Diakonie-Pfarrer den Zuhörern in seiner heutigen Predigt bewusst machen.

Ein besonderer Tag verlangt eine besondere Vorgehensweise: Gefesselt an einen Stuhl im Innenhof vor der Bergerkirche hält Nolting seine „Reden von der Säule“, neben ihm eine drei Meter hohe Säule. Die steht für eine strenge Form der Buße: Im fünften Jahrhundert verbrachte Asket Simon einen Großteil seines Lebens auf einer Stele und predigte. Daran lehnt sich Noltings Aktion an. „Das ist ein völlig übertriebenes Verständnis von Buße, darauf möchte ich aufmerksam machen“, erklärt er.

Sieben Predigten

„Die Überlegung, selbst auf die Säule zu steigen, habe ich aus Sicherheitsgründen verworfen“, sagt der Pfarrer mit einem Schmunzeln. Stattdessen steht dort oben ein Lautsprecher, und Nolting spricht ins Mikrofon. So erschallt seine Stimme von der Säule. Dass er mit seinen Füßen an den Stuhl gefesselt ist, hat symbolische Bedeutung. „So zeige ich, dass ich selbst Buße tue.“ Auch dass er im Innenhof und nicht in der Kirche predigt, hat eine Bewandnis: „Ich will mit meinen Zuhörern auf einer Ebene sein, und nicht von oben herab predigen.“

Sieben Predigten hat Nolting vorbereitet, die auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten sind. Er rechnet damit, dass viele spontan in der Altstadtkirche reinschauen. Deshalb hat er sich mit verschiedenen Büchern gewappnet, aus denen er je nach Bedarf zitiert.

Das zentrale Thema gilt aber eindeutig für alle: der Wandel. Der Buß- und Bettag sei die Gelegenheit, sich seiner Taten bewusst zu werden und einen Wandel herbeizuführen. Von 10 bis 15 Uhr läuft die Aktion heute vor der Bergerkirche.
Quelle: RP

Gegen Gott und die Welt

Der Titel des Buches klingt wie eine bittere Abrechnung mit seinem Glauben, doch es ist vielmehr die Beschäftigung mit einem Gottesbild, das der Autor ablehnt. In der islamischen Welt, in der die Religion so gut wie nie hinterfragt wird, ein höchst gefährliches Vorhaben.

Hamed Abdel-Samad wurde 1972 in einem ägyptischen Dorf in der Nähe von Kairo als drittes von fünf Kindern geboren. In seiner jetzt erschienen Biografie „Mein Abschied vom Himmel“ beschreibt er seine Kindheit und Jugend in dem Land am Nil sowie seine Studienzeit in Deutschland.

Der Titel des Buches klingt wie eine bittere Abrechnung mit seinem Glauben, doch es ist vielmehr die Beschäftigung mit einem Gottesbild, das der Autor ablehnt: „Ein erhabener, wütender Gott, der nicht nach seinem Handeln gefragt werden darf und dennoch Menschen für ihre Fehltritte bestraft.“ In der islamischen Welt, in der die Religion so gut wie nie hinterfragt wird, eine höchst gefährliche Ansicht. Sie brachten dem in München lebenden Autor, der am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur forscht und lehrt, Morddrohungen von Islamisten ein; seitdem steht er unter Polizeischutz.

Doch der Weg zu dieser Erkenntnis ist mit vielen schmerzhaften Erfahrungen gepflastert. Er wächst in einem Dorf in der Nähe von Kairo auf, wo sein Vater als die höchste religiöse Autorität, als Imam, arbeitet. Schon früh beginnt er mit dem Auswendiglernen des Korans und möchte auch Geistlicher werden wie sein Vater. Der von ihm verehrte, aber auch gefürchtete Patriarch herrscht über seine Familie mit großer Strenge und manchmal auch mit Gewalt: So wird Abdel-Samad Zeuge, wie sein Vater seine Mutter brutal schlägt und züchtigt.

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Keine öffentlichen Gelder für Geistheiler in den USA

18.11.2009 (GWUP) Das amerikanische Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf für neue Richtlinien zur Leistungserstattung der öffentlichen Krankenkassen veröffentlicht, wie die Chicago Tribune berichtet. Danach würden Geistheilen und Gesundbeten nicht mehr erstattet.

In den USA gibt es religiöse Gruppierungen, wie die „Christlichen Wissenschaftler“, die glauben, Krankheiten würden unter anderem durch Sünde ausgelöst, und der Glaube an Gott könne Krankheiten heilen. Dies könne auch durch Gebete von Freiwilligen, selbst aus der Ferne, geschehen. Solche an und für sich jedem frei stehenden religiösen Handlungen wurden bislang von Medicare, der öffentlichen Krankenversicherung für ältere Menschen, als Dienstleistungen im Gesundheitssektor erstattet.

Diese Praxis hatte zu heftiger Kritik von verschiedenen Seiten, beispielsweise von der „Atheist Alliance International“ (AAI), geführt. Diese Atheistenorganisation betrachtete die Bezahlung der frommen Wünsche als rausgeschmissenes Geld und sah hier einen Widerspruch zur amerikanischen Verfassung, in der die Trennung von Staat und Religion festgeschrieben ist. Der Gesetzentwurf wurde inzwischen vom Repräsentantenhaus gebilligt, nun wird darüber im Senat entschieden.

Holger von Rybinski, gwup.org

Schweizer Presserat: Papstbild mit Hakenkreuz ist in Ordnung

In einem Kommentar über den Papst in Yad Vashem wurde dieser mit einem Hakenkreuz dargestellt. Eine Beschwerde dagegen hat der Schweizer Presserat nun abgelehnt.

Zürich (kath.net) Papst Benedikt XVI. darf in Medien mit dem Hakenkreuz gezeigt werden. Das entschied der Schweizer Presserat, wie Oe24.at meldet. Der Schweizer „Tages-Anzeiger“ hatte im Mai über den Papstbesuch in Israel berichtet und dabei eine Zeichnung mit dem Papst, dem christlichen Kreuz und einem Hakenkreuz veröffentlicht. Eine Beschwerde dagegen hat der Schweizer Presserat nun abgelehnt.
Laut Presserat seien durch diese Darstellung weder die Würde des Papstes noch das religiöse Empfinden der Gläubigen verletzt worden. Die Freiheit kritischer Kommentare gelte auch gegenüber Kirchen, begründete der Presserat am Dienstag in einer Stellungnahme. Bei satirischen Beiträgen gelte ein großzügiger Maßstab. Das Bild bezog sich indes auf den wenig „satirischen“ Inhalt des Kommentars, der kritisierte, dass der Papst an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem nicht von einer Mitschuld der Kirche gesprochen hatte.

Britische Politiker reden wieder von Gott

Toni Blair

Lange Zeit galt Religion als Tabuthema in der Politik.

London (kath.net/idea) Britische Politiker legen allmählich die Scheu ab, über ihren Glauben zu sprechen. Lange Zeit galt das als verpönt. Noch 2003 betonte Alastair Campbell, Berater des damaligen Premierministers Tony Blair: „We don’t do God“ (Wir machen nicht in Gott). Doch nachdem Blair 2007 aus dem Amt des Regierungschefs geschieden war, sprach er freimütig über seinen christlichen Glauben. Ende 2007 trat der heute 56-jährige Labour-Politiker von der anglikanischen zur römisch-katholischen Kirche über und gründete eine Stiftung zur Verständigung zwischen den Religionen.
Blairs Nachfolger Gordon Brown hat sich wiederholt auf seine christlichen Wurzeln berufen. Er ist Sohn eines reformierten schottischen Pastors. Der „moralische Kompass“ seines Vaters habe seine Lebenseinstellung geprägt, sagte der 58-jährige Labour-Politiker.

Jetzt hat sich auch der britische Oppositionsführer David Cameron als Christ „geoutet“. Er glaube an Gott und gehe zur Kirche – wenn auch „nicht so regelmäßig, wie ich es tun sollte“, teilte der 43-jährige Konservative im BBC-Programm „Songs of Praise“ (Lobpreislieder) mit. Er bete in der Stille, aber falle nicht auf die Knie und bitte um göttliche Führung, wenn ihm ein Problem begegne. Cameron gehört zur anglikanischen „Kirche von England“.

Der Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg (42), sorgte vor kurzem für Aufsehen mit seiner Aussage, dass er nicht an Gott glaube.

Nur Hillary Clinton erinnerte an Gott

Das „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor hatte einen Schönheitsfehler – Von Horst Marquardt

Berlin (kath.net/idea)
Ein „Fest der Freiheit“ feierten führende Politiker aus Ost und West am 9. November in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte den Tag „eine wahrlich glückliche Stunde in der deutschen und der europäischen Geschichte“. Als die Mauer zerfiel, sagte sie, öffnete sich das „Tor der Freiheit“. „Ohne Freiheit keine Demokratie, ohne Freiheit keine Vielfalt, keine Toleranz und damit auch kein einiges Europa. Wir haben also allen Grund, dankbar auf die uns alle bewegenden Ereignisse vor 20 Jahren zurückzublicken.“ Das war eine notwendige Erinnerung. Zu viele Menschen in Ost und West sind inzwischen undankbar. Der Pessimismus vieler wirkte geradezu demotivierend. Die Kanzlerin schloss mit den Worten: „Wir haben es in der Hand, auch die Grenzen unserer Zeit zu überwinden, so wie es uns 1989 hier in dieser geteilten Stadt gelungen ist. Wenn wir daran glauben, werden wir es schaffen, angespornt von der Idee der Freiheit.“
Natürlich waren die engagierten Bürgerrechtler seinerzeit angespornt von der Sehnsucht nach Freiheit. In weiten Gebieten der damaligen DDR – allen voran in Leipzig und Plauen – war es aber nicht nur die Hoffnung auf Freiheit allein, sondern vor allem der Glaube, dass Gott die Bitte um einen friedlichen Wandel erhören möge.

Die Feiern am 9. November 2009 hatten dankenswerterweise mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg begonnen. An dieser Feier in einem Gotteshaus, das als Zentrum der friedlichen Revolution gilt, nahmen Bundespräsident Horst Köhler und die Kanzlerin teil. Doch in der großen Feier am Abend vor dem Brandenburger Tor sprach keiner der Redner davon, was Berlin und Deutschland der Gnade Gottes zu verdanken haben.

Lediglich US-Außenministerin Hillary Clinton erinnerte an die Kraft des Gebetes und daran, dass es Gott gewesen sei, der Menschen die Kraft gab, ihre Träume zu realisieren. Ich habe mit manchem gesprochen, der das Fest im Fernsehen verfolgte. Alle haben es bemerkt, dass nur die amerikanische Politikerin daran dachte, von Gott zu sprechen. Am Potsdamer Platz war es der Solidarnosc-Führer und frühere polnische Präsident Lech Walesa, der die geistliche Dimension des politischen Umbruchs erwähnte. Er erinnerte daran, was der aus Krakau stammende Papst Johannes Paul II. in der Kraft des Heiligen Geistes bewirken konnte. „Möge dieser Geist die Erde verändern“, sagte der Arbeiterführer. Hätten wir doch in Deutschland mehr Verantwortungsträger, die mit dem Heiligen Geist rechnen!

ZDF zeigt „unbefangenen christlichen Glauben“

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Eine Produktion des „ZDF-Infokanals“ beweist derzeit, dass christliche Organisationen in den Medien durchaus auch positiv gesehen werden. Petra Otto hat die amerikanische Gemeinde „Metro Minstries“ besucht und einen offen gelebten christlichen Glauben vorgefunden – ebenso wie in der Biblischen Glaubens Gemeinde in Stuttgart.

Daniel Koch war einmal Ingenieur in Deutschland. Er hat gut verdient, hätte womöglich Karriere machen können. Heute betreut er arme Kinder im New Yorker Stadtteil Brooklyn, arbeitet oft bis spät am Abend, hilft sozial benachteiligten Familien und wirkt bei Straßengottesdiensten, sogenannten „Sunday Schools“, mit. Er verdient umgerechnet rund 100 Euro in der Woche, doch seine Arbeit erfüllt ihn. „Die Taten machen den Unterschied“, erklärt der überzeugte Christ seinen Einsatz für die Ärmsten. Das ZDF hat ihn besucht und erklärt im Beitrag „Mit Gottes Hilfe – eine christliche Gemeinde in Brooklyn“: „Er bringt Kleider, Geduld und Essen mit und er spricht von Jesus und der Bibel.“

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Schulverweigerung: Religiös motivierte Eltern vor dem Landgericht Kassel

Schulverweigerer bei Stern TV (Symbolbild)

Vor dem Landgericht Kassel hat sich am Montag ein Elternpaar wegen Verletzung der Schulpflicht verantworten müssen.

Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem 48-jährigen Mann und seiner 43-jährigen Frau aus Herleshausen vor, ihre Kinder nicht in eine staatlichen Schule zu schicken. Die Eltern hätten «hartnäckig und beharrlich» wiederholt gegen die Schulpflicht verstoßen.

Die Eheleute hatten angegeben, aus religiösen Gründen ihre Kinder seit elf Jahren selbst zu unterrichten. Insgesamt hat das Paar sieben Kinder, von denen fünf schulpflichtig sind. Im Rechtsstreit geht es um drei Kinder, die nicht regelmäßig in die Schule geschickt worden waren.

Das Landgericht hatte das Ehepaar bereits 2008 zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung wegen Verletzung der Schulpflicht verurteilt. Das Oberlandesgericht hob die Entscheidung jedoch wegen Rechtsfehlern auf, so dass das Landgericht nun erneut darüber verhandeln muss.

«Wir sind kirchlich nicht gebunden», sagte der Familienvater. Man sei aber dem christlichen Glauben verpflichtet. An staatlichen Schulen werde nicht ausreichend das Wort Gottes gelehrt und ein falsches Wertesystem vermittelt. Er und seine Frau unterrichteten die Kinder mit den üblichen Schulbüchern, auch die Schulferien würden eingehalten. Ihren Antrag, eine eigene Ersatzschule zu gründen, um die Kinder legal selbst zu unterrichten, sei vom Schulamt verschleppt worden.

Der Anwalt Andreas Vogt führte an, dass nach Angaben des staatlichen Schulamtes die Kinder noch nicht eingeschult seien. Das Hessische Schulgesetz schreibe eine Schulpflicht aber nur dann vor, wenn eine Einschulung stattgefunden habe. Die Verhandlung soll am 25. November fortgesetzt werden. Voraussichtlich wird dann auch das Urteil gefällt werden.

Quelle: jesus.de